"Einen Beutel mit Heroin untergejubelt": Ein früherer BR-Mitarbeiter muss sich in Sri Lanka wegen Drogenbesitzes vor Gericht verantworten - er spricht von einem Rachefeldzug. Doch bei dem Prozess geht es auch um die Zukunft des Landes.
Diese Nummer wird er sein ganzes Leben lang nicht mehr vergessen. 2106, das war die Zahl, die sie ihm im Gefängnis von Monuragala gegeben haben. Michael Kreitmeir war für die Behörden nur noch eine Ziffer, mehr nicht.
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Für sein Engagement wurde Michael Kreitmeir 2005 als "Bayer des Jahres" ausgezeichnet.
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In einer acht Quadratmeter kleinen Zelle im Südosten Sri Lankas war er mit einem Dutzend anderer Häftlinge eingesperrt. Eine Toilette für die Notdurft gab es noch, das war alles. Eingepfercht habe er sich gefühlt, seiner Würde beraubt und "als ob ich einen schlechten Film im Fernsehen schaue, es aber keine Fernbedienung gibt, um den Sender zu wechseln", sagt Kreitmeir. Ein Mitgefangener habe ihm einen Tipp zum Umgang mit den Wächtern gegeben: "Wehr Dich nicht, wenn Du Dich wehrst, wirst Du zerstört."
Es war eine Grenzerfahrung, Kreitmeir schrieb ein "Tagebuch über das Nichtbegreifen". Nach neun Tagen kam der Mann aus Eichstätt zunächst frei, gegen eine Kaution. Aber das Ende eines "Albtraums", wie er es nennt, ist für ihn noch nicht erreicht.
An diesem Montag beginnt der Prozess gegen den 53-jährigen Kreitmeir, der in Sri Lanka mehrere Kinderdörfer und soziale Projekte aufgebaut hat. Im Jahr 1996 begann der lange Zeit für den Bayerischen Rundfunk tätige Regisseur und Moderator der Kultsendung "Kunst und Krempel" sich in dem südasiatischen Land zu engagieren.
Er war erfolgreich in seinem Job als Journalist, sagt Kreitmeir, hatte viel Geld, aber "das konnte doch nicht alles sein". Er suchte etwas, das sein Leben mit mehr Sinn erfüllt, etwas, mit dem er anderen Menschen helfen konnte. Und wurde in Sri Lanka fündig, der kleinen, bilderbuchschönen Insel, die aber einen fast 30 Jahre dauernden Bürgerkrieg erlebt hat, der erst im vergangenen Jahr beendet wurde.
"Bayer des Jahres"
Kreitmeirs zentrales Projekt ist das Kinderdorf Little Smile Koslanda in den Bergen Sri Lankas, gebaut habe er es vor allem mit eigenen Mitteln, betont der zum Sozialarbeiter gewandelte Bayer. Nach und nach errichtete er weitere Häuser für benachteiligte Kinder, half Opfern der Tsunami-Katastrophe, erhielt im Jahr 2005 für sein Engagement die Auszeichnung "Bayer des Jahres".
Nun fühlt er sich allein gelassen - im Kampf gegen die Behörden. Denn sein Erfolg habe Begehrlichkeiten geweckt, die ihm nun zum Verhängnis werden könnten, sagt Kreitmeir. Ein Provinzminister verlangte von dem Deutschen im März etwa 230.000 Euro - aus heiterem Himmel, ganz nach einer "hier gängigen Mafiamethode", wie er es nennt. Kreitmeir lehnte es aber ab, das Geld zu zahlen.
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