SZ: Ihre Frau steht im Rampenlicht und Sie immer dahinter. Macht Ihnen das gar nichts aus?
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Stamm: Ganz im Gegenteil. Hier wird schon ständig geflüstert: Das ist der Mann von der Frau Stamm. Sie hat mich dreimal hier in der Kurklinik besucht, da hätten Sie mal sehen sollen, wie sich die Leute umdrehen. Ich halte mich lieber zurück: Meine Frau ist seit 1976 im Landtag, und ich war nie beim Sommerempfang in Schleißheim. Seit sie Präsidentin ist, muss ich allerdings mit. Aber zur Fastnacht nach Veitshöchheim geh' ich nicht mit.
SZ: Sie sind sehr unterschiedliche Typen.
Stamm: Jein, wir liegen geistig sehr stark auf der gleichen Welle. Aber das drückt sich unterschiedlich aus. Meine Frau kann unwahrscheinlich gesellig sein und singen und und und. Ich bin eher introvertiert. Man muss sich halt zusammenraufen.
SZ: Wie haben Sie sich eigentlich kennengelernt?
Stamm: Durch eine Arbeitskollegin, die hat gekuppelt. Wir haben uns einige Male geschrieben und wollten uns dann zum ersten Mal treffen. Ich bin damals von München, wo ich gearbeitet habe, mit dem Zug nach Würzburg gefahren. Aber wer nicht gekommen ist, war die Frau Stocker, so hieß sie damals. Die wollte sich nämlich schön machen lassen und ist beim Friseur nicht fertig geworden. Ich hab' gedacht, dann war's das halt. Aber dann ist wieder ein Brief gekommen.
SZ: Und Sie haben sich doch noch getroffen.
Stamm: Ja, und wir waren uns sofort sympathisch. In meiner Familie hat sie vom ersten Tag an dazugehört. Meine Eltern hat stark beeindruckt, wie sie bei uns am Bauernhof zugelangt hat. Die hat mit Kartoffeln gehackt und beim Schlachtfest noch nachts um zehn das Fleisch geschnitten für die Wurst. Da hab' ich schon lange das Messer hingeschmissen.
SZ: Ihre Frau hatte auch schwere Zeiten in ihrer Partei. Während der BSE-Krise musste sie als Ministerin zurücktreten.
Stamm: In einem gewissen Rahmen stehe ich ihr bei, aber im Grunde genommen muss da jeder alleine durch. Und ich habe natürlich gelästert: Wer hoch steigt, fällt tief. Das gehört dazu.
SZ: Fragt sie Sie um Rat?
Stamm: Weniger. Aber ich versuche, ihr manche Dinge nahezubringen.
SZ: Zum Beispiel?
Stamm: Die Bildung natürlich. Ich predige schon ewig die Schulpflicht ab dem vierten Lebensjahr. Ich würde eine zwei-jährige Vorschule einführen bis zum siebten Lebensjahr und danach eine hohe Durchlässigkeit. Wer schwache Leistungen bringt, bleibt einfach noch ein Jahr drin, damit nachher alle mit möglichst gleichen Chancen in die Schule gehen.
SZ: Das klingt ja nach Opposition.
Stamm: Das bin ich auch. Mit dem Parteieintritt habe ich meinen politischen Verstand nicht an der Garderobe abgegeben.
SZ: Jetzt im Ruhestand könnten Sie doch selber wieder Politik machen.
Stamm: Demokratie lebt davon, dass viele engagiert sind. Das soll kein Familienbetrieb werden. Ich hab' immer mitgearbeitet im CSU-Ortsverband und in der CSA. Ich bin jetzt stellvertretender VdK-Vorsitzender im Stadtviertel sowie Mitglied im Kreisvorstand der CSA und im CSU-Vorstand. Das reicht.
SZ: Ob sich Ihre Frau jemals zur Ruhe setzen wird?
Stamm: Das ist wenig wahrscheinlich. Ich bin gerade dabei, im Garten einen Freisitz zu bauen. Aber den wird sie kaum nutzen.
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(SZ vom 29.10.2009/fvk)
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65 Jahre ist Barbara Stamm hat es bis zur Landtagspräsidentin gebracht. Das zeigt aber eigentlich nur, dass man es als Politiker(in) auch mit Minderleistung zu etwas bringen kann. Wer sich an den BSE-Skandal erinnert und die erbärmliche Rolle von Frau Stamm als ministerielles Sprachrohr des Bauernverbands, der weiß, dass sie unter den Stoiber-"Opfern" zu denjenigen gehört, denen man keine Träne nachweinen sollte. Zum Beleg folgende Passage aus einem Spiegel-Online-Artikel:
"Mit derselben Überheblichkeit wiesen deutsche Regierungsstellen das Ansinnen zurück, Schlachtvieh auf BSE zu testen.
Vor allem die nordrhein-westfälische Landwirtschaftsministerin Bärbel Höhn von den Grünen machte sich 1999 die Argumente für Schnelltests zu eigen. Sie forderte die bundesweite Einführung und geriet darüber in Streit mit der bayerischen Gesundheitsministerin Barbara Stamm. "Ungeeignet und überflüssig" seien die Tests, meinte die CSU-Frau.
Noch im August forderte Stamm ihren Berliner Kollegen Funke schriftlich auf, wegen des in ihren Augen unnötigen und teuren Verbots von Innereien in der Wurst beim Europäischen Gerichtshof in Luxemburg zu klagen. Diese Vorschrift sei eine "unzumutbare Beeinträchtigung" für Bauern und Metzger. Als die überforderte Christsoziale im Januar zurücktreten musste, bekundete sie treuherzig, der Bauernverband habe ihr den Brief diktiert."
Barbara Stamm, stellvertretende Parteivorsitzende der CSU, hat letzlich die neoliberale Politik ihrer Partei immer mitgetragen. Besondere Kompetenz als ehemalige Regierungsvertreterin im Aufsichtsrat der Bayern LB konnte ich nicht erkennen.
Der 65. Geburtstag sollte für Frau Stamm vielleicht doch Anlass sein, einmal darüber nachzudenken, einem Jüngeren oder einer Jüngeren Platz zu machen.
Liebe SZ Redaktion. Ich hab mich jetzt schon so oft über die Art der veröffentlichten Artikel geärgert, d.h. es gibt viel zu viele Artikel über parteipolitische Belanglosigkeiten über Personalien in den Parteien über Äusserungen wer mit wem usw. Ich vermisse einfach dei Sachbezogenheit der SZ. Noch mal: Der Bürger ist nicht interssiert an den Problemen der Parteien, es zählen nur Fakten, Fakten, Fakten.
Da wär ich schon beim Thema. Im Fokus gibt es wenigstens einen Bericht über den Donauausbau, auch in DE bei Straubing, sehr interessant. Damit kann man was anfangen und er informiert. Auch werden diese kontroversen Sachthemen im Bayernteil der SZ-Hardware nicht aufgegriffen.
I
ch habe so die Nase voll, von Personaldebatten und Politikerköpfen. Sie müssen auch anerkennen, dass Sie mit diesen Beiträgen ihr (noch) angesehenes Blatt zu einem Daily-Soap-Magazin für Parteien verkommen lassen.
Wie wollen Sie die Menschen bei der politischen Stange halten und sorgen, dass der Bürger wieder an die Wahlurnen geht? Ich denke, die Medien stehen da ganz gewaltig in der Pflicht.
Politiker sind soooowas von laaangweilig. Es kann nur über Themen gelingen, die ALLE persönlich betreffen, um das Interessa an Politik zu fördern, d.h. über politische THEMEN aber nicht über POLITIKER-Soaps.