CSU-Chef Huber hat den Forderungskatalog zur geplanten Teilprivatisierung der Deutschen Bahn erweitert - und will die Mitwirkungsrechte der Länder per Gesetz festschreiben lassen.
"Wir fordern ein Bundesgesetz, um die Beteiligungsrechte der Länder bei der Bahnprivatisierung zu garantieren", sagte Erwin Huber der Welt am Sonntag. Und: "Wir fordern dies, um die Qualität im Fernverkehr zu sichern und dafür zu sorgen, dass ein bestimmter Teil der Privatisierungserlöse in die Modernisierung des Schienennetzes investiert werden", sagte Huber weiter.
Erwin Huber (© Foto: AP)
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Fairer Wettbewerb zwischen den Anbietern
Zudem müsse ein fairer Wettbewerb zwischen verschiedenen Anbietern im Regionalverkehr gesichert werden. Huber betonte, er erwarte von der Privatisierung auch mehr Kundenfreundlichkeit. "Darauf, dass dies geschieht, müssen auch die Länder achten."
Hintergrund für Hubers Vorstoß ist, dass die Länder bei der Bahn nur für den Nahverkehr zuständig sind. Würde die Bahnreform nicht durch ein zustimmungspflichtiges Bundesgesetz verabschiedet, wären sie bei wesentlichen Entscheidungen außen vor. Während sich die Verkehrsminister der Länder und der bayerische Landtag bereits für eine Mitbeteiligung ausgesprochen haben, halten die SPD und Teile der Unions-Bundestagsfraktion nichts davon.
Koalitionsausschuss tagt
Die Teilprivatisierung des bislang komplett bundeseigenen Konzerns ist Top-Thema im Koalitionsausschuss von Union und SPD am Montagabend im Kanzleramt. Vor der Sitzung hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) positiv über den SPD-Vorschlag zur Teilprivatisierung der Bahn geäußert. "Die Union wäre gerne weiter gegangen, aber auch mit einer Teil-Privatisierung von 24,9 Prozent können wir einen wichtigen Schritt für die Zukunftsfähigkeit der Bahn machen", sagte Merkel der Bild am Sonntag.
Der SPD-Vorschlag sieht vor, 24,9 Prozent der Verkehrssparte zu verkaufen. Das Netz soll beim Bund bleiben.
Bei einem Treffen mit den Gewerkschaften gab die Bahn derweil langfristige Arbeitsplatzgarantien. Bis Ende 2023 solle es wegen der Verkaufspläne keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Ebenfalls am Montag will sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Bahnchef Harmut Mehdorn treffen.
Huber hatte erst am Freitag gefordert, dass die Erlöse aus der Teilprivatisierung nur dem Schienennetz zugutekommen sollen. Nach SPD-Plänen soll ein Drittel der Erlöse in Investitionen fließen.
Erlöse werden wohl nicht reichen
Der Vorsitzende des Bundestags-Verkehrsausschusses, Klaus Lippold (CDU), bekräftigte im Deutschlandradio das Ziel seiner Partei, einen höheren Bahn-Anteil zu veräußern. Mit 24,9 Prozent werde auf höhere Einnahmen verzichtet. Zu Plänen, einen Teil der Erlöse zum Abbau der Schuldenlast zu verwenden, sagte Lippold, der alte Beschluss des Bundestages sehe etwas ganz anders vor.
Nach einem Bericht des Magazins Focus werden die Erlöse aus der Privatisierung bei weitem nicht reichen, um die Sanierung des Netzes voranzutreiben. Internen Berechnungen der Bahn zufolge seien allein für die Brücken-Sanierung in den nächsten 24 Jahren rund eine Milliarde Euro jährlich kalkuliert. Nur die Hälfte der Mittel sei aber dafür eingeplant. 7500 von 28.000 Bauwerken hätten ihre technische Nutzungsdauer überschritten. 460 Brücken seien nicht mehr wirtschaftlich instand zu setzen. Auch bei Stellwerken mit überalterten Weichen und Signalen herrsche Investitionsstau. SPD-Verkehrsexperte Rainer Fornahl sagte laut Focus: "Das erhoffte Börsengeld reicht nicht aus, um große Finanzlücken zu schließen."
(sueddeutsche.de/dpa/ddp-bay/AFP/mel)
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Den Privatisierungstheologen geht es also doch zunächst nur um das Abzweigen von ein bis zwei Milliarden Euro o h n e Zweckbindung in den Bundeshaushalt
Warum werden die Erlöse nicht zu einhundert Prozent in die Bereiche der Bahn investiert, für die der Bund als Eigentümer verantwortlich ist?
Schöne neue Welt des Fernverkehrs, für den der Bund weiterhin ein hohes Maß an Verantwortung trägt?
Bereits seit 2000 seien 23 Mittel- und Großstädte vom Fernverkehr abgehängt worden, unter anderem durch die Einstellung des Interregio-Verkehrs, rechnet die Unternehmensberatung KCW in einer Studie vor, die im Auftrag von mehreren Bundesländern und fünf Verkehrsverbünden, in denen sich Städte, Kreise und Eisenbahnunternehmen organisieren, erstellt worden sind
Die Zahl der Kunden sei in dieser Zeit im Fernverkehr von 145 Millionen Reisenden auf rund 119 Millionen Reisende zurückgegangen.
Und die Zukunft nach dem Börsengang, so etwa nach drei bis fünf weiteren Jahren?
Dieser Studie zufolge drohten weitere 15 Städte vom Fernverkehr abgehängt zu werden:
Flensburg
Emden
Brandenburg
Potsdam
Trier
Konstanz
Gießen
Paderborn
Cottbus
Halle (Saale)
Marburg
Pforzheim
Kempten
Ravensburg/Friedrichshafen
Mülheim an der Ruhr
Berlin-Stettin, Berlin-Krakau oder Berlin-Zürich als internationale Fernstrecken stehen ebenfalls auf der Prüfliste, gestrichen zu werden.
Im Fernverkehr sollen die Gewinne von derzeit 110 Millionen Euro auf 570 Millionen steigen, getragen vor allem von den Schnellstrecken. Diese Verfünffachung des Gewinns bis 2011 kann nur durch zwei Maßnahmen erreicht werden:
1. Durch deutliche Preiserhöhung auf den Filetstrecken und
2. durch Ausdünnung des Angebots, denn wenn ein Investor kommt und sein Zehn-Prozent-Rendite Ziel auf jede einzelne Zugverbindung überträgt, wird das der Todesstoß für viele Linien des Fernverkehrs sein.
Weitere Oberzentren werden vom Fernverkehr abgekoppelt: Das kann sich kein Bundesland gefallen lassen,
Der zu erwartende Rückzug des Bundes im Bereich des Fernverkehrs geht voll zu Lasten des Regionalverkehrs, den die Länder zu verantworten haben, mit steigendem Bedarf an Regionalisierungsmitteln! Und die werden dann erfahrungsgemäß vom Bund gekürzt!
Ein Bundesgesetz ist also dringend notwendig,
1. um die Beteiligungsrechte der Länder und
2. um den steigenden Bedarf an Regionalisierungsmitteln durch Gesetz zu sichern.
Die Länder haben nur einen Schuss frei !!!
WALTER
Zitat von Erwin Huber:
"Wir fordern ein Bundesgesetz, um die Beteiligungsrechte der Länder bei der Bahnprivatisierung zu garantieren",
"Wir fordern dies, um die Qualität im Fernverkehr zu sichern und dafür zu sorgen, dass ein bestimmter Teil der Privatisierungserlöse in die Modernisierung des Schienennetzes investiert werden",
Den Privatisierungstheologen geht es also doch zunächst nur um das Abzweigen von ein bis zwei Milliarden Euro o h n e Zweckbindung in den Bundeshaushalt
Warum werden die Erlöse nicht zu einhundert Prozent in die Bereiche der Bahn investiert, für die der Bund als Eigentümer verantwortlich ist?
Schöne neue Welt des Fernverkehrs, für den der Bund weiterhin ein hohes Maß an Verantwortung trägt?
Bereits seit 2000 seien 23 Mittel- und Großstädte vom Fernverkehr abgehängt worden, unter anderem durch die Einstellung des Interregio-Verkehrs, rechnet die Unternehmensberatung KCW in einer Studie vor, die im Auftrag von mehreren Bundesländern und fünf Verkehrsverbünden, in denen sich Städte, Kreise und Eisenbahnunternehmen organisieren, erstellt worden sind
Die Zahl der Kunden sei in dieser Zeit im Fernverkehr von 145 Millionen Reisenden auf rund 119 Millionen Reisende zurückgegangen.
Und die Zukunft nach dem Börsengang, so etwa nach drei bis fünf weiteren Jahren?
Dieser Studie zufolge drohten weitere 15 Städte vom Fernverkehr abgehängt zu werden:
Flensburg
Emden
Brandenburg
Potsdam
Trier
Konstanz
Gießen
Paderborn
Cottbus
Halle (Saale)
Marburg
Pforzheim
Kempten
Ravensburg/Friedrichshafen
Mülheim an der Ruhr
Berlin-Stettin, Berlin-Krakau oder Berlin-Zürich als internationale Fernstrecken stehen ebenfalls auf der Prüfliste, gestrichen zu werden.
Im Fernverkehr sollen die Gewinne von derzeit 110 Millionen Euro auf 570 Millionen steigen, getragen vor allem von den Schnellstrecken. Diese Verfünffachung des Gewinns bis 2011 kann nur durch zwei Ma0nahmen erreicht werden:
1. Durch deutliche Preiserhöhung auf den Filetstrecken und
2. durch Ausdünnung des Angebots, denn wenn ein Investor kommt und sein Zehn-Prozent-Rendite Ziel auf jede einzelne Zugverbindung überträgt, wird das der Todesstoß für viele Linien des Fernverkehrs sein.
Weitere Oberzentren werden vom Fernverkehr abgekoppelt: Das kann sich kein Bundesland gefallen lassen,
Der zu erwartende Rückzug des Bundes im Bereich des Fernverkehrs geht voll zu Lasten des Regionalverkehrs, den die Länder zu verantworten haben,
Zitat von Erwin Huber:
"Wir fordern ein Bundesgesetz, um die Beteiligungsrechte der Länder bei der Bahnprivatisierung zu garantieren",
"Wir fordern dies, um die Qualität im Fernverkehr zu sichern und dafür zu sorgen, dass ein bestimmter Teil der Privatisierungserlöse in die Modernisierung des Schienennetzes investiert werden",
Den Privatisierungstheologen geht es also doch zunächst nur um das Abzweigen von ein bis zwei Milliarden Euro o h n e Zweckbindung in den Bundeshaushalt
Warum werden die Erlöse nicht zu einhundert Prozent in die Bereiche der Bahn investiert, für die der Bund als Eigentümer verantwortlich ist?
Schöne neue Welt des Fernverkehrs, für den der Bund weiterhin ein hohes Maß an Verantwortung trägt?
Bereits seit 2000 seien 23 Mittel- und Großstädte vom Fernverkehr abgehängt worden, unter anderem durch die Einstellung des Interregio-Verkehrs, rechnet die Unternehmensberatung KCW in einer Studie vor, die im Auftrag von mehreren Bundesländern und fünf Verkehrsverbünden, in denen sich Städte, Kreise und Eisenbahnunternehmen organisieren, erstellt worden sind
Die Zahl der Kunden sei in dieser Zeit im Fernverkehr von 145 Millionen Reisenden auf rund 119 Millionen Reisende zurückgegangen.
Und die Zukunft nach dem Börsengang, so etwa nach drei bis fünf weiteren Jahren?
Dieser Studie zufolge drohten weitere 15 Städte vom Fernverkehr abgehängt zu werden:
Flensburg
Emden
Brandenburg
Potsdam
Trier
Konstanz
Gießen
Paderborn
Cottbus
Halle (Saale)
Marburg
Pforzheim
Kempten
Ravensburg/Friedrichshafen
Mülheim an der Ruhr
Berlin-Stettin, Berlin-Krakau oder Berlin-Zürich als internationale Fernstrecken stehen ebenfalls auf der Prüfliste, gestrichen zu werden.
Im Fernverkehr sollen die Gewinne von derzeit 110 Millionen Euro auf 570 Millionen steigen, getragen vor allem von den Schnellstrecken. Diese Verfünffachung des Gewinns bis 2011 kann nur durch zwei Ma0nahmen erreicht werden:
1. Durch deutliche Preiserhöhung auf den Filetstrecken und
2. durch Ausdünnung des Angebots, denn wenn ein Investor kommt und sein Zehn-Prozent-Rendite Ziel auf jede einzelne Zugverbindung überträgt, wird das der Todesstoß für viele Linien des Fernverkehrs sein.
Weitere Oberzentren werden vom Fernverkehr abgekoppelt: Das kann sich kein Bundesland gefallen lassen,
Der zu erwartende Rückzug des Bundes im Bereich des Fernverkehrs geht voll zu Lasten des Regionalverkehrs, den die Länder zu verantworten haben,