Amberger Hof, Bad Kötzting

Unzugänglich und wild war der Bayerische Wald noch im vorletzten Jahrhundert, aber auch ein Zufluchtsort, den die Obrigkeit mied. Michael Heigl, von manchen als moderner Robin Hood eingeschätzt und damals bei der Landbevölkerung durchaus beliebt, hauste in einer Höhle auf dem Kaitersberg - bis er verhaftet und 1857 von einem Mitgefangenen im Zuchthaus in der Münchner Au erschlagen wurde.

In Bad Kötzting im Landkreis Cham weist ein Schild mit dem holzgeschnitzten Konterfei des Räubers den Weg zu seinem noch heute zu besichtigenden Versteck. Doch es ging in Kötzting immer schon auch gastlich zu. Bereits zu Zeiten des Wegelagerers gab es den Amberger Hof, in dem seit 230 Jahren Familie Amberger Speis und Trank und Betten für die Nacht bietet. Der Gast spürt die lange Tradition, die behutsam modernen (Wellness-)Ansprüchen angepasst wurde, und fühlt sich rundum gut aufgehoben.

Originell und verfeinert-bodenständig sind die Gerichte, etwa eine zart geschäumte Kohlrabisuppe, geschmorte Lammhaxe, gebratene Forelle mit Rosmarin oder Spargel, charmant serviert und von Bier aus der Region oder einem guten Wein begleitet. Der Räuber Heigl wäre neidisch geworden.

Amberger Hof, Zeltendorfer Weg 4, 93444 Bad Kötzting, www.amberger-hof.de, 09941/9500

Bild: oh 25. Januar 2012, 14:062012-01-25 14:06:00 © sueddeutsche.de