Das Kaliber der gefundenen Waffen passt zu den Geschossen, die am Tatort im Siebentischwald abgefeuert wurden. Allerdings ist nach wie vor ungeklärt, ob es sich dabei tatsächlich um die Tatwaffen handelt. Dennoch vermeldet die Polizei ein weiteres wichtiges Indiz: An einer Tasche, die in einem anderen Versteck gefunden wurde, wurden Blutspuren entdeckt, die zweifelsfrei von dem erschossenen Polizisten stammen.

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Für den Leitenden Oberstaatsanwalt Reinhard Nemetz ist das Verbrechen deshalb so gut wie geklärt, nachdem zuvor bereits am Tatort eine DNA-Spur von Raimund M. sowie in der Nähe das Auto von Rudi R. gefunden wurde. "Damit sind wir nicht mehr auf ein Geständnis angewiesen", sagt Nemetz. Dennoch (oder gerade deswegen) schweigen die Verdächtigen nach wie vor.

"So etwas hätte ich diesem Mann nie zugetraut, aber das ist ja meistens so", sagt die Frau mit dem Hund an der Leine nachdenklich. Eine ältere Dame, die im selben Hauseingang wohnt wie Rudi R., kann über den Polizistenmörder nur Gutes berichten: "Er hat mir immer die Tasche raufgetragen, er ist sogar extra zurückgekommen, wenn er gesehen hat, dass ich Hilfe brauche." Man habe zwar schon gemunkelt, dass er früher im Gefängnis gewesen sei, "aber ich hätte keinerlei Bedenken gehabt, ihn in meine Wohnung zu lassen".

Rudi Rs. Mutter hat zuletzt offenbar einen Schlaganfall erlitten und leidet an Demenz. "Er hat sich um sie gekümmert", sagt die Nachbarin. Nach seiner Festnahme ist die Mutter zu einem dritten Sohn gezogen, der ebenfalls im Großraum Augsburg wohnt. Er ist nicht verdächtig - im Gegensatz zu seinem inhaftierten Bruder Raimund M., der regelmäßig in der Curtiusstraße gesehen wurde. "Der war mir nicht sympathisch", sagt ein Anwohner. "Der hat immer so geschaut, dem traue ich so eine Tat noch eher zu als dem Rudi." Raimunds Vereinskollegen aus dem Tennisclub Friedberg beschreiben ihn als "Mann mit zwei Gesichtern". Nach einer Niederlage habe der ansonsten nette Mann durchaus jähzornig werden können.

Was mitunter auch bei Rudi R. vorkam: "Der hat oft gegen den deutschen Staat geschimpft", berichtet ein Anwohner. Dabei sei sein Blutdruck "nicht mehr normal" gewesen. Oberstaatsanwalt Reinhard Nemetz hatte bei der Pressekonferenz nach der Festnahme Rudi R. gar als "schießwütigen, sozial unangepassten Waffennarr" bezeichnet, der "immer massiv auffällig" gewesen sei. Schon bevor er 1975 als 19-Jähriger einen Polizisten erschoss, habe er Diebstahldelikte mit Waffengewalt begangen.

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  1. Der hilfsbereite Mörder von nebenan
  2. Sie lesen jetzt "Er hat mir immer die Tasche raufgetragen"
  3. Dröhnen des vierspurigen Verkehrs
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