Unerwartert erscheint der zurückgetretene Augsburger Bischof Mixa im Vatikan - ein Besuch, der Fragen aufwirft. Und noch ein Alleingang sorgt für Unruhe.
Vor sechs Wochen hat der Augsburger Bischof Walter Mixa seinen Rücktritt angeboten - seit vier Wochen ist er emeritiert. Aber bis heute belastet er sein Bistum - jüngst mit zwei überraschenden Alleingängen. Offiziell hat Mixa seinen Sanatoriumsaufenthalt in der Schweiz beendet und sich in den Urlaub Richtung Toscana verabschiedet. Doch am Freitag tauchte Mixa plötzlich in Rom auf.
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Walter Mixa. (© dpa)
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Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung traf er sich dort nicht mit Freunden zum gemütlichen Pizza-Essen. Er sprach vielmehr im Vatikan bei der Bischofskongregation vor. Dieses Gremium ist nicht nur mächtig, sondern auch für alle die Bischöfe betreffenden Angelegenheiten zuständig. Mixas Rom-Visite sprach sich rasch auch in Augsburg herum und warf Fragen auf. Im Bistum rätselt man jetzt, was der gescheiterte Hirte mit seinem Alleingang im Vatikan erreichen wollte.
Strebt er nach einer für einen emeritierten Bischof angemessenen neuen Wirkungsstätte? Oder bemüht sich Mixa immer noch um den Nachweis seiner Unschuld, obwohl selbst die Bistumsleitung daran nicht mehr glaubt? Sie hat sich mittlerweile bei den ehemaligen Heimkindern in Schrobenhausen entschuldigt, die dem Bischof vorgeworfen hatten, sie in seiner Zeit als Stadtpfarrer verprügelt zu haben.
Fordert er seine Rehabilitierung vom Vorwurf der Untreue, obwohl inzwischen als gesichert gelten kann, dass Mixa als Kuratoriumschef des Kinderheimes für finanzielle Unregelmäßigkeiten verantwortlich war? Oder will er gar den Rücktritt vom Rücktritt erwirken? Geistliche halten es für möglich, dass Mixa in seiner Verzweiflung noch immer dieses Ziel verfolgt. In Bistumskreisen wird sogar gemunkelt, Mixa habe wegen einer Audienz bei Papst Benedikt XVI. angefragt - und einen Korb kassiert.
Welches Ergebnis die Unterredung mit der Bischofskongregation hatte, ist bislang nicht bekannt. Fakt ist aber, dass Mixas Besuch mit dem Bistum Augsburg nicht abgestimmt war. Prälat Karlheinz Knebel, der zweite Mann in der Interims-Bistumsleitung, bestätigt zwar, dass Mixa in Rom war. "Näheres ist mir dazu jedoch nicht bekannt", sagt er. Auch Knebel geht davon aus, dass Mixa "in Erholungsurlaub" ist.
Doch das trifft offenbar nicht zu. Anstatt sich von der Affäre um Prügel und Untreue zu erholen und seine Knieverletzung auszukurieren, ist der 69-Jährige weiterhin überaus aktiv - in eigener Sache. Dabei scheint er im Kampf um seine Reputation nicht vor einem Konflikt mit der neuen Bistumsleitung zurückzuschrecken. Denn neben seinem Rom-Ausflug hat ein weiterer Alleingang Mixas für Unruhe in der Diözese gesorgt: Für den Sommer hat er eine große Feier seines 40-jährigen Priesterjubiläums geplant - ausgerechnet in der umstrittenen Gebetsstätte Wigratzbad bei Lindau, in der die erzkonservative Petrusbruderschaft ansässig ist.
Weihbischof Josef Grünwald, der das Bistum vorübergehend leitet, musste ein Machtwort sprechen, um die Mixa-Feier zu verhindern. Ursprünglich war eine Jubiläumsfeier am 18. Juli im Augsburger Dom geplant, doch dieser Termin wurde im Zuge der Prügelaffäre abgesagt.
Viele Priester fragen sich kopfschüttelnd, warum Mixa angesichts der Vorkommnisse um seine Person nicht auf eine Feier verzichten will - zumal der 40.Jahrestag der Weihe viel weniger Bedeutung hat als der 25. oder 50. Doch die Bistumsleitung scheint sich damit abgefunden zu haben, dass sich Mixa als emeritierter Bischof seine Feier nicht nehmen lassen wird. "Wo und wann das Jubiläum gefeiert wird, ist noch nicht entschieden", sagt Prälat Knebel. Nur eines sei sicher: "Nicht in Wigratzbad."
Offenbar befürchtet die Bistumsleitung ein großes Fest mit zahlreichen Solidaritätsbekundungen für Mixa, dessen Anhänger nach wie vor zahlreich sind. Weihbischof Grünwald hat deshalb alle Hände voll zu tun, um eine weitere Spaltung des Bistums zu verhindern - und die vorhandenen Gräben nicht allzu deutlich in Erscheinung treten zu lassen.
Dies war wohl auch seine Motivation dafür, dass er sich am Dienstag von der sogenannten Augsburger Pfingsterklärung in Teilen distanzierte. In dem Papier fordern Geistliche und Laien einen Neuanfang im Bistum, eine kritische Analyse der Missstände auf Führungsebene sowie Rücknahmen von umstrittenen Personalentscheidungen Mixas.
Nach Angaben der Initiatoren haben bislang 1600 Menschen unterschrieben, darunter vier Regionaldekane und etliche Dekane. Doch Weihbischof Grünwald kann sich die Erklärung nach eigenen Angaben "nicht zu eigen machen". Sie enthalte zwar "durchaus positive Anregungen", doch er kritisiert auch: "So kann kein Weg der inneren Heilung und des Neuanfangs beginnen."
Einen kleinen, versöhnlichen Hoffnungsschimmer gibt es jedoch aus Kempten: Dort hat Dekan Michael Lechner inzwischen seinen Rücktritt zurückgenommen. Er hatte sein Amt aus Protest gegen die "erschreckend perspektivlose" Wahl von Grünwald zum Diözesanadministrator niedergelegt. Auch die Zahl der Kirchenaustritte geht langsam zurück: Im April hatten sich in Augsburg 289 Christen von der Kirche abgewendet - das war neuer Rekord. Im Mai waren es "nur noch" 249 Austritte. Das sind aber immer noch 160 mehr als im Vorjahr.
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(SZ vom 02.06.2010)
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Soll das eine objektive Berichterstattung sein? Gespickt mit unbewiesenen Vermutungen und Unterstellungen!
Wenn am Arbeitsplatz sich die Angestellten über einen ihrer Kollegen solche Gedanken ins Ohr flüstern wie diese Zeitung es hier ganz offen tut, so nennt man das Mobbing.
Mixa in Rom! Welche Schlagzeile! Welch konsequente Entwicklung!
Ratzinger ist alt und gebrechlich, Mixa wird sein Nachfolger.
Er hat alles, was die beiden letzten Päpste "auszeichnete" und damit im Mainstream der römischen Kurie liegt:
Er ist dogmatisch bis auf die Knochen.
Er ist abgehoben; scheint immer 20 Zentimeter über dem Boden zu schweben.
Er ist arrogant bis zur Gott-Ähnlichkeit.
Er ist stock-konsevativ im schlechtest-möglichen Sinne.
Er ist dem Heiligenschein nahe (scheinheilig).
Er trägt Purpur auch inwendig.
Nur ganz so gecheit wie die beiden letzten ist er nicht.
Der Teppich lag als 'Altarteppich' in der Kirche. da freute sich auch der HERR :)
Die Kunstwerke, ob echt oder gefälscht, hat er ausgelöst und anderen Krempel hat er auch übernommen, als die Stiftung den Vorgang monierte. Den Wein können viele getrunken haben.
Ich habe in meinem Leben auch viele Belege abgezeichnet für die Buchhaltung, hatte aber selbst rein garnichts davon. Da könnte nun auch einer kommen und die 650 Steinhäger/Schinken Kisten von Weihnachten 1985, Kostenbeleg von mir abgezeichnet, als von mir verköstigt hinstellen. Das Solarium stand ja auch nicht beim Bischof sondern beim Heimleiter, war aber von Mixa abgezeichnet und wurde ihm jetzt munter zugerechnet. Sowas ist einfach nicht in Ordnung.
Nicht persönlich bereichert? Mixa musste kein Geld beiseite schaffen, er saß im gemachten Nest, bestellte sich reichlich vom guten Tröpfchen, besorgte sich edle Teppiche und kaufte von fremdem Geld überteuerte Kunstwerke fürs Privatgemach, denn - abgesehen vom üppigen Gehalt auf Staatskosten - er hatte freien Zugriff auf Stiftungsgelder; da brauchte er kein Nummernkonto!
Und was Mixas "reines Gewissen" angeht: Angesichts der Sachlage, angesichts der Reaktionen höchster kirchlicher Würdenträger, fehlt mir jedes Verständnis für diese Art der Generalabsolution!
Das ich das noch erleben darf. Langsam, aber dafür um so sicherer macht sich dieses Blatt lächerlich. Wen soll denn bitteschön interessieren, was man in in den Kreisen der Anti-Mixa-Verschwörer für geradezu neurotische Ängste und Befürchtungen entwickelt??
Das es nun als gesichert gilt, dass Mixa als Kuratoriumsvorsitzender für Unregelmäßigkeiten in der Buchführung als Verantwortlicher den Kopf hinhalten muss ist auch so eine spaßige Geschichte. Das bedeutet nämlich durchaus NICHT, dass er sich persönlich bereichert hätte. Das hat ihm noch keiner nachweisen können-bis heute!
Ich wünsche Herrn Bischof Mixa einen wunderschönen Urlaub. Ein gutes Gewissen ist ja bekanntlich ein sanftes Ruhekissen...
Paging