Augsburg Dicke Luft in Bayern

Die Feinstaubwerte im Freistaat waren im ersten Quartal sehr hoch

Trotz einer leichten Entspannung durch das Frühlingswetter haben stark erhöhte Feinstaubwerte in den ersten drei Monaten des Jahres für dicke Luft in Bayerns Städten gesorgt. Gleich an fünf Stationen im Freistaat wurde der Grenzwert von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft von Januar bis Ende März an mehr als 18 Tagen überschritten, wie das Landesamt für Umwelt am Samstag in Augsburg bilanzierte. Das ist eine Verschlechterung gegenüber dem Vorjahr, die Werte schnellten geradezu nach oben.

Trauriger Spitzenreiter war die Messstation in Würzburg (Stadtring-Süd), wo der Grenzwert gleich an 23 Tagen übertroffen wurde. Damit gab es dort im ersten Quartal 2017 bereits fast zwei Drittel der pro Jahr erlaubten 35 Überschreitungen. Nicht viel besser sah es in Nürnberg (Von-der-Tann-Straße) aus, wo der Grenzwert an 22 Tagen überschritten wurde.

An der Messstation München (Stachus) wurde der Grenzwert an 21 Tagen übertroffen, an der Münchner Messstation Landshuter Allee an 20 Tagen und in Augsburg (Karlstraße) an 19 Tagen. In Würzburg (Stadtring Süd) wurde am 16. Februar sogar ein Tagesmittelwert von 115 Mikrogramm registriert - Luftgüteklasse "sehr schlecht".

Seit 2005 gelten zum Schutz der Gesundheit europaweit Grenzwerte für Feinstaub. Der Tagesgrenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft darf nicht öfter als 35 Mal im Jahr überschritten werden. Im gesamten Jahr 2016 hatte die Münchner Station Landshuter Allee die meisten Überschreitungen im Freistaat aufzuweisen, an 15 Tagen lag die Feinstaubbelastung über dem Grenzwert. Diesen Wert haben nach nur drei Monaten in diesem Jahr aber bereits neun Messstationen erreicht und überschritten.

Besonders hoch war die Feinstaub-Belastung im kalten Januar: Vor allem die sogenannten Inversionswetterlagen, bei denen wärmere Luftmassen über kälteren liegen und so verhindern, dass Feinstaub aus der tieferen Schicht sich mit der freien Atmosphäre austauschen kann, waren für die hohen Belastungen mitverantwortlich. Im Februar und März sorgte dagegen stürmisches Frühlingswetter verstärkt für Entlastung - und auch für befreites Durchatmen.