Im Bistum Passau wächst unter Priestern der Widerstand gegen die Politik der katholischen Amtskirche. Egal ob Mann oder Frau, verheiratet oder geschieden - eine Gruppe von Priestern fordert eine rigorose Überholung der vatikanischen Werte. Bischof und Papstverehrer Schraml ist die Revolte der Priester ein Dorn im Auge.
Die Feier muss warten, und sie wird auch nur im kleinen Kreis stattfinden: An diesem Donnerstag, auf den Tag genau vor zehn Jahren, hat Wilhelm Schraml den Bischofsstuhl im Bistum Passau bestiegen. Gewürdigt wird das Jubiläum aber erst im März, wenn Domkapitel, Ordinariatsrat und Dekane zu einer Konferenz zusammenkommen. Überraschungen, wie sie bei großen Anlässen üblich sind, scheinen damit ausgeschlossen.
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Gegen den Passauer Bischof Wilhelm Schraml - hier mit der Altöttinger Madonna - rebellieren die Priester. Seit zehn Jahren ist er bereits im Amt. (© dapd)
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Schraml, 76, dürfte darüber kaum traurig sein, denn Überraschungen in seinem Bistum bedeuteten für ihn zuletzt selten Gutes, im Gegenteil: Die Unruhe unter Laien und Priestern wächst trotz einer passablen Reform in den Pfarrgemeinden, die der Bischof zum 1. März in Kraft setzen will.
Etwa zwei Dutzend Pfarrer haben sich vor zwei Jahren zur Gruppe "Passauer Priester im Dialog" zusammengeschlossen. Diesen Dialog pflegten die Priester am vorvergangenen Montag im Vilshofener Pfarramt nun erstmalig mit dem Abgesandten einer Initiative aus Österreich. Diese wird von konservativen Kirchenkreisen wegen ihrer revolutionären Ideen argwöhnisch beäugt.
Der Name der Initiative - "Aufruf zum Ungehorsam" - ist Programm: "Die römische Verweigerung einer längst notwendigen Kirchenreform und die Untätigkeit der Bischöfe erlauben uns nicht nur, sondern sie zwingen uns, dem Gewissen zu folgen und selbständig zu werden", heißt es im Leitsatz der Priesterbewegung, die in Österreich 400 Anhänger hat.
In sieben Punkten kratzt die Initiative an Eckpfeilern vatikanischer Überzeugungen: Unter anderem lässt sie Geschieden-Wiederverheiratete und Mitglieder anderer christlicher Kirchen an der Eucharistie teilhaben; ihre Priester wollen an Sonn- und Feiertagen nicht mehrfach zelebrieren ("besser ein selbstgestalteter Wortgottesdienst als liturgische Gastspielreisen"); ein Wortgottesdienst mit Kommunionspendung soll künftig als priesterlose Eucharistiefeier anzuerkennen sein; und jede Pfarrei soll einen eigenen Vorsteher haben, "aber nicht durch Pfarrzusammenlegungen, sondern durch ein neues Priesterbild - egal, ob Mann oder Frau, verheiratet oder unverheiratet".
Der Referent sei nach seinem Vortrag mit lautem Applaus bedacht worden, berichtet der Ruhstorfer Pfarrer Andreas Artinger, einer der Sprecher der "Passauer Priester im Dialog", die den Kontakt zu ihren österreichischen Kollegen nun intensivieren werden.
Auch die Passauer Priestergruppe tritt für die Abschaffung des Zölibats ein, vor allem aber für ergebnisoffene Diskussionen. Nur dann könne Kirche lebendig sein, sagt Artinger. Diesen Eindruck hat er im Moment nicht, obwohl doch jeder wisse, dass theologisch keinerlei Notwendigkeit bestehe, Frauen oder Verheiratete von der Leitung von Pfarreien auszuschließen.
Und doch geschieht es - trotz des bedrohlichen Priestermangels. Im Bistum Augsburg kursieren momentan Pläne, die mehr als 1000 Seelsorgeeinheiten bis zum Jahr 2025 auf 200 zu reduzieren. Damit mache man "alles kaputt", sagt Artinger. Seine Erfahrung: "Die Menschen identifizieren sich mit ihren Gemeinden. Die Lösung kann nicht sein, die Einheiten größer zu machen."
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Die neueste Antwort
Es ist sicher so, dass die EKD viel Geld zur Verfügung hat, aber .... das wird gewiss nicht für Äußerlichkeiten rausgeschmissen, was dem Wesen und der Einstellung der Protestanten nicht entspricht.
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Nun ja - den Aufbau der Frauenkirche in DD hat sie nicht bezahlt und grad schlicht ist der Sakralbau auch nicht. Und die Bischofsgehälter sind auch nicht der Ausbund von Bescheidenheit.
"Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten."
Auch wenn Ihnen die Argumente ausgehen, nachdenkliche, sollten Sie sich nicht der Lüge bedienen, wie: "Dies mag damit zusammenhängen, dass Sie ein Gesperrter reloaded sind, "
Aber warum wundert mich diese Art von Diskussion bei Ihnen nicht?
An Ihnen kann man in der Tat erkennen, was Toleranz und Gerechtigkeitssinn bedeuten. Ironiemodus aus.
Eigenartigerweise haben Sie nichts am Post vom Kleinen Fisch moniert, der doch sehr deutlich aufzeigt, was er als Katholik von den Protestanten hält. Das ist natürlich für Sie in Ordnung, und daher ist es in der Tat so, dass Sie mit MIR Streit suchen.
Dies mag damit zusammenhängen, dass Sie ein Gesperrter reloaded sind, Sie erinnern mich auch vom Duktus her an einen früheren User hier, insofern lasse ich mich mit Ihnen gewiss nicht auf einen weiter gehenden "Diskurs" ein!
Schon wieder eine Priestertruppe, die versucht, mit Hilfe der Süddeutschen einen Bischof abzusägen.
Hat die Süddeutsche diese Woche keine Themen mehr. Oder gefällt man sich hier in der Rolle des Seelentrösters für Priester, die von ihrem Bischof (zu recht) einfach ignoriert werden
Ja, dann weint mal schön weiter...
Aber schaut mal bei Gelegenheit zu evangelisch.de. Da steht gerade ein netter Artikel über den Pfarrermangel. Seltsam, wo die doch alles haben und alles dürfen. Sogar Frauen dürfen dort Pfarrer werden. Sooo liberal sind die.
Leider wollen jetzt dort aber keine Männer mehr Pfarrer werden, weil ihnen das Berufsbild zu "weiblich" ist ... Tja, man kann eben nicht alles haben.
Deshalb hat der Papst recht, wenn er sich nach dem Wort unseres Herrn richtet und die Frauen vom Weiheamt fernhält.
Denn manchmal hat sogar der alte Luther recht, wenn er sagt:
"Der Weiber Regiment nimmt selten ein gutes End".
LOL
"Ach, wir in der evangelischen Kirche haben auch ein paar Probleme, aber ihr bei den Katholiken ihr seid doch schlimmer und dauernd am Protzen." überhaupt nicht.
Und gerade da ich Ihre Kommentare hier gelesen habe, nachdenkliche, kann ich sehr wohl beurteilen, ohne Streit suchen zu wollen, dass Sie bewusst oder unbewusst so argumentieren.
In der Bibel steht was von "Versöhnung" und nicht von "Verhöhnung".
Lesen Sie noch einmal bei sich selbst nach und unterstellen Sie mir nicht, ich hätte nicht gelesen.
Paging