40 Kilometer östlich der deutschen Grenze könnte ein tschechisches Atomendlager entstehen. Die CSU - in Deutschland für Atomkraft - ist entsetzt.
Tschechien erwägt nach Informationen der Passauer Neuen Presse den Bau eines Atomendlagers in Südböhmen unweit der deutschen Grenze.
Möchte kein atomares Endlager nahe der bayerischen Grenze: Manfred Weber auf einem Archivbild (© Foto: ddp)
Anzeige
Der Direktor des tschechischen Amts für Nuklearabfallentsorgung, Vitezslav Duda, bestätigte der Zeitung entsprechende Überlegungen.
Seine Behörde wolle der Regierung in Prag in den nächsten Tagen eine geologische Analyse vorlegen, nach der zwei bisherige Militärsperrgebiete als mögliche Standorte in Frage kämen: Hradiste bei Karlsbad sowie Boletice nahe Krumau, das nur rund 40 Kilometer von der Grenze entfernt liegt.
Die Regierung müsse dann entscheiden, ob sie die Tauglichkeit der Standorte weiter prüfen werde.
Bei der in Bayern mitregierenden CSU sorgen die Planungen der tschechischen Behörden dem Bericht zufolge für Empörung. Der CSU-Europaabgeordnete Manfred Weber äußerte sich "verärgert" über den tschechischen Alleingang: "Hier müssen die Nachbarn bei den Überlegungen beteiligt werden", sagte er der Zeitung.
Gegen den Böhmerwald als Standort werde er in jedem Fall "erbitterten Widerstand leisten", kündigte Weber an. In Tschechien gebe es durchaus andere Endlagermöglichkeiten.
Webers Partei, die CSU, engagiert sich gegen den Ausstieg aus der Atomkraft in Deutschland.
(AFP/odg/woja)
Grammy-Verleihungen
Die neueste Antwort
...ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob WIR so gute Nachbarn sind.
Finde ich echt toll, die CSU will an der Grenze zu Bayern kein 'Atomendlager'. Aber mal ehrlich, was ist so schlimm, wenn Atome endgelagert werden?! ;-)
Endlager werden immer gerne an die Grenzen gebaut, siehe Gorleben. Dummerweise kam dann die Wende...
@Olmiro - Bayern gehört übrigens zu den ganz großen Subventionsempfängern in Europa. So ist das Agrarbudget das größte Budget der EU und Bayern ganz groß gegen die Offenlegung der Subventionsströme.
Ein Land, das noch immer an den Bensch-Dekreten festhält, wird doch seinen Nachbarn nicht um Erlaubnis fragen ob und wo es ein Endlager errichten kann.
Das wäre eine Europaangelegenheit, aber darum scheren sich die neuen Mitglieder aus dem Osten nicht besonders. Für die ist Europa Subventionen kassieren.
Paging