Gesundheitsminister Söder und andere Politiker reagieren mit Unverständnis auf die Provokation von 38 Rosenheimer Fachärzten: Diese haben Kurzarbeitergeld für ihre Helferinnen beantragt.
Mit Unverständnis reagieren Bayerns Politiker auf Provokationen der Rosenheimer Fachärzte. Die Süddeutsche Zeitung hatte am Donnerstag berichtet, dass 38 Mediziner Kurzarbeit für ihre Helferinnen betragt hatten.
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Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder (CSU) (© Foto: dpa)
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Die Ärzte argumentierten, durch die Honorarreform hätten sie massive Einnahmeverluste, weshalb sie ihre Mitarbeiter nicht mehr entsprechend bezahlen könnten. "Das ist das falsche Signal", sagte Gesundheitsminister Markus Söder (CSU). Zwar sei es so, dass durch die Reform den Haus- und Fachärzten "massive finanzielle Einbußen" drohten. "Die Bundesagentur für Arbeit könne dieses Problem allerdings nicht lösen."
Söders Kabinettskollegin Christine Haderthauer (CSU) äußerte zwar "Verständnis". Die Sozialministerin betonte allerdings, dass das Instrument der Kurzarbeit "nicht für eine persönliche Unmutsbekundung gedacht" sei.
Scharfe Kritik an der Aktion kommt von Ulrike Mascher, Vorsitzende des Sozialverbandes VdK. "Die Praxis zusperren und sich dafür finanzielle Hilfe in Form von Kurzarbeitergeld zu holen ist dreister Missbrauch von Sozialleistungen." Offenbar würden immer mehr Ärzte und ihre Berufsverbände jedes Maß verlieren und nur noch ihren eigenen Vorteil im Blick haben, sagte Mascher.
Auch Otto Bertermann, gesundheitspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Landtag, verurteilte die Anträge auf Kurzarbeit. "Als Werbeaktion finde ich das in Anbetracht der gesamten wirtschaftlichen Lage nicht hilfreich", sagte Bertermann, der selbst Allgemeinmediziner ist. Die aktuellen Honorarzahlen lägen zudem noch gar nicht auf dem Tisch. Und wenn es bei manchen Fachärzten tatsächlich zu Mindereinnahmen komme, werde dies zuerst innerhalb der Ärzteschaft ausgeglichen.
Die Aktion verhöhne alle Arbeitnehmer, die in der aktuellen Krise Angst um ihren Arbeitsplatz und die nackte Existenz ihrer Familien hätten, sagt die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Kathrin Sonnenholzner. Und auch die Grünen kritisieren die Mediziner scharf. "Wenn Ärzte, die durchschnittlich 10.000 Euro im Monat verdienen, so tun, als stünden sie kurz vor dem finanziellen Ruin, dann ist das purer Zynismus", sagte Landeschefin Theresa Schopper. Die Ärzte müssten aufpassen, nicht ihr Ansehen zu verspielen.
Die Krankenkasse AOK kritisiert die Rosenheimer Mediziner ebenfalls. "Sie nehmen damit die Sorgen der echten Kurzarbeiter nicht ernst und schaden ihrem eigenen Anliegen", betonte AOK-Sprecher Michael Leonhart.
Angesichts der heftigen Reaktionen ging auch der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung (KVB), Axel Munte, vorsichtig auf Distanz zu den Rosenheimer Ärzten. "Die gescheiterte Honorarreform verursacht panische Reaktionen in der Ärzteschaft, die möglicherweise zum Großteil unbegründet sein werden", sagte er der SZ. Aktionen wie in Rosenheim seien auch geeignet, dem Berufsstand zu schaden, warnte Munte. Allerdings hatte die KVB die Ärzte selbst darüber informiert, wie und wann sie Kurzarbeitergeld beantragen können.
- Rosenheim Ärzte beantragen Kurzarbeitergeld 27.05.2009
- Gesundheitsminister Markus Söder Der Ärzteversteher 14.04.2009
- Proteste der Ärzte "Wir sind dann mal weg!" 24.03.2009
- Streit um Honorarreform Der falsche Adressat 05.03.2009
(SZ vom 29.05.2009/aho)
Gewalt in Syrien
Die neueste Antwort
...diese sind meistens nett,kompetent,laufen in Schlappen rum,haben Kugelschreiber der Pharmaindustrie,schlafen nur wenig,weil sie rund um die Uhr für die Wehwehchen der Leute sich krumm legen.Kaum einer will mit Ihnen tauschen,aber man möchte manchmal einfach draufschlagen,diese als unethisch brandmarken und für umsonst arbeiten lassen.
STIMMMT ES ODER HABE ICH RECHT?
wohl war, dass die KVen längstens eliminiert gehören. Das lesen Sie im ersten meiner hier getätigten Kommentare.
noch der eindruck, dass die ärzte auf hohen niveau jammern! was soll diese aktion bewirken? wollen ärzte etwas ändern an dem system - was ihn jeder zusteht - dann müssen sie bei den wurzeln des übels anfangen, nämlich bei ihrer eigenen standesvertretung mit namen. KVB
sachliche argumentation ist gefragt und keine polemik und es helfen auch keine zahlenspielereien die hier zu lesen sind.....
also biite ran die lobbyisten, politiker - gleich welcher partei - und genau diese in die oflicht nehmen, aber nicht den patienten (kunden....)
Ist ja interessant. Würde diese Situation Ihre Berufsausübung und deren Salaire betreffen garantiere ich Ihnen, Sie würden sich dagegen verwahren und würden Alles daransetzen, damit Ihre "Besitzstandswahrung" gesichert ist.
Wenn die Ärzte die inzwischen entstandenen Voruteile nehmen wollten, sollten sie sich verantwortungsvoll zeigen und nicht immer neue Gehaltsforderungen stellen. Besitzstandwahrung ist nicht mehr möglich, die Verdienste von früher nicht mehr bezahlbar.
Paging