Nun stehen die Sicherheitsmaßnahmen an der Schule in der Diskussion. Schüler hatten kritisiert, dass zwar ein Feueralarm zu hören gewesen sei, sie aber nicht über einen Amoklauf informiert wurden.

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Das Carolinum gilt als eine der besten Schulen in Ansbach. (© Foto: dpa)

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"Nicht auszudenken ist, wenn Lehrer und Schüler die Klassenzimmer verlassen und dem Amokläufer ins Schussfeld geraten", teilte die innenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Helga Schmitt-Bussinger, mit. Ob im konkreten Fall richtig gehandelt worden sei, müsse anhand des Notfallplans der Schule überprüft werden.

Polizeigewerkschaft fordert Frühwarnsystem

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) kritisierte Versäumnisse bei der Schulsicherheit und forderte ein flächendeckendes Frühwarnsystem gefordert. "Die schreckliche Tat von Ansbach belegt leider einmal mehr, dass Deutschlands Schulen keine sicheren Orte sind", sagte DPolG-Chef Rainer Wendt der Neuen Osnabrücker Zeitung. Er ergänzte: "Wir brauchen endlich ein flächendeckendes Frühwarnsystem für Schulen."

Trotz aller politischen Versprechen nach den Amokläufen von Erfurt und Winnenden fehle es aber nach wie vor massiv an Schulpsychologen und Sozialarbeitern, die Probleme der Schüler frühzeitig erkennen könnten. "In jede Schule in Deutschland gehören mindestens ein Sozialarbeiter und ein Psychologe", forderte Wendt.

Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) reagierte ratlos auf den Amoklauf. Der Fall zeige "uns Grenzen unserer Möglichkeiten auf", sagte Merk der Nachrichtenagentur ddp. Merk lehnte es strikt ab, Schulen nach dem Amoklauf in "verschlossene Trutzburgen" zu verwandeln. Zunächst gelte es, die Hintergründe zu eruieren. Allerdings müsse sich die ganze Gesellschaft fragen, wodurch Georg R. zu dieser Tat veranlasst wurde.

Herrmann: Starke Familien nötig

Zu der Frage, wie solche Gewalttaten künftig zu verhindern seien, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) dem Fernsehsender Phoenix: "Wir brauchen starke Elternhäuser, wir müssen Familien in ihrer Erziehungskompetenz stärken." Wo Familien versagten, müssten staatliche Angebote wie Ganztagsschulen helfen. Generell müsse es zudem darum gehen, Gewalt im Alltag wieder zu tabuisieren, sagte Hermann. "Wir finden uns insgesamt in unserer Gesellschaft viel zu sehr mit Gewalt in den verschiedensten Alltagssituationen ab."

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  1. Polizei findet Beweismaterial
  2. Sie lesen jetzt Justizministerin: Schulen sind keine Trutzburgen
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(AP/dpa/ddp-bay/mati/bavo)