Landtagspräsident Alois Glück ist bekannt für seine offenen Worte. Jetzt greift er Edmund Stoiber an und macht ihn mitverantwortlich für das Wahldebakel der CSU.
Der scheidende bayerische Landtagspräsident Alois Glück (CSU) hat den früheren CSU-Chef und Ministerpräsidenten Edmund Stoiber mitverantwortlich für den Verlust der absoluten Mehrheit in Bayern gemacht. Die Ursachen lägen nicht allein im vergangenen Jahr, sondern in der gesamten Legislaturperiode seit 2003, sagte Glück dem Berliner Tagesspiegel.
Landtagspräsident Alois Glück (links): Edmund Stoiber trage eine Mitverantwortung am Wahldebakel der CSU. (© Foto: dpa)
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Selbst CSU-Wähler fänden es inzwischen "ganz gut, dass wir nicht allein regieren". Die Darstellung, dass Stoiber daran die Alleinschuld trage, sei zwar "zu einseitig", aber auch Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) und CSU-Chef Erwin Huber, die beide ihren Rücktritt angekündigt haben, seien "nicht die Hauptschuldigen". Er wünsche sich, "dass alle zu ihrer Verantwortung stehen und wir jetzt nicht in Sündenbock-Manier diskutieren", sagte Glück.
Er fügte hinzu: "Wenn sich keiner aus seiner Verantwortung stiehlt, können wir auch über nötige Konsequenzen diskutieren."
Der Erfolg der CSU wird nach Ansicht von Glück nun "ganz wesentlich von der Qualität der Teamführung" abhängen. Es komme darauf an, dass die in der Partei vorhandene Kompetenz genutzt und auch Jüngeren die Chance gegeben werde, sich zu profilieren. Zwar sei es "ganz natürlich, dass man sich nach einer derart massiven Lektion nach starker Führung sehnt".
Der designierte CSU-Chef und Ministerpräsident Horst Seehofer habe aber "selber betont, dass er nicht alles allein leisten kann und nicht der Heilsbringer ist". Die Schwäche von Seehofers neuer Doppelrolle sieht Glück darin, dass dieser nun nicht die Liste zur Bundestagswahl anführen kann. "In dieser Rolle fällt er als Lokomotive aus", betonte Glück.
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(ddp-bay/bica/gal)
Wirbel um Obama-Biographie
Die neueste Antwort
So wie es jetzt ausschaut haben bei der CSU weiterhin die Kopfnicker und Ja-und-Amen-Sager weiterhin das große Sagen und keiner hat den Mut den eigetlichen Verursacher der Misere zum Teufel zu jagen. Wie man aus den letzten Tagen sieht geht es den CSU-Granden nur um ihren Machterhalt (warum denn sonst diese Kandidatur zum Ministerpräsidenten der Herren Hermann und Goppel - doch nur um ihren Kopf zu retten.) Mit den wahren Ursachen der Wahlschlappe setzt sich keiner auseinander - sonst müsste nämlich Herr Schneider auch seine Ämter niederlegen. Mit Herrn Glück verabschiedet sich ein CSU-ler, der dem "Basta-Stil" des Herrn Stoiber 2003 - wenn auch nur behutsam - widersprochen hat und einen "menschlichen" Politikstil pflegte.
Da hat der Seehofer Glück.
Derselbe hat nämlich ein gerechtes Einsehen und macht gute Miene zum Bösen Spiel.
Regeln werden neu erklärt,
Stoiber hat das Falsch-Spiel angefangen und
jetzt muss aber wieder gerechter gespielt werden. Dank dem Glück der CSU!
Damit hätte die SPD ihr zentrales Wahlziel erreicht: "Bayern aber gerechter!"
Und das mit 18,6% - Respekt!
Alois Glück war für mich schon immer DER Mann in der CSU. er war kein machtpolitiker, kein Show-star. Für Ihn waren die Inhalte und das zusammenspiel der unterschiedlichen Kräfte wichtiger als Außendarstellung. Dass er, der nun aufhört, die Analyse der wahlschlappe angeht, kann der CSU nur guttun.
Natürlich hat Stoiber mit der 2/3 Mehrheit die Bodenhaftung verloren. Er ist es, der mit der "bastapolitrik" eines Gerhard schröder die Bayern manipulieren wollte.
Dass die beiden nachfolger ihn (Stoiber) weggemobbt haben, und dafür nun die Quittung bekamen ist ebenso richtig.
Für mich stellt sich die Frage: hat die CSU einen Menschen in ihren Reihen, der alois Glück nachfolgt? denn dieser Mensch ist für die CSU lebensotwendig.
fehlt der Mannschaft jetzt. Der hat menschliche Qualitäten, die vielen Haifischen fort fehlen...
Nun ja: Schönheit und glück entstehen immer im Auge des Betrachters:
Für Stoiber ist - rückbetrachtet - der Januar 2007, ein Glücksfall. Er hatte damals den Schwarzen Peter und hat ihn raffinierterweise nicht abgegeben wollen, weshalb sich Huber und Beckstein mit Seehofer darum gerauft haben, wer dem Stoiber die Quartettkarte abnehmen darf. Als Huber und Beckstein den Schwarzen Peter hatten, haben sie erstmal nicht glauben wollen, das er es ist - weil: hätte der Seehofer sonst mit daran gezogen? Nur langsam dämmerte es ihnen, das sie gleich zweimal reingelegt und wegen erwiesener Blödheit noch ein drittes Mal hereingelegt werden sollten. Da rissen sie das Spiel aus einander, schmissen die Karten dem Seehofer hin und standen von Tisch auf, das hatten sie ja von Stoiber gelernt.
Herrmann und Goppel konnten nur mit Mühe überzeugt werden, ebenfalls aufzustehen - so sind sie nun mal, der eine zu eitel, der andere zu langsam.
Und jetzt hat der Seehofer Glück. Derselbe hat nämlich ein gerechtes Einsehen und macht gute Miene zum Bösen Spiel, indem er zu einem die Regeln neu erklärt, zweitens sagt, dass Stoiber das Falsch-Spiel angefangen hat und jetzt aber wieder gerechter gespielt werden muss.
Damit hätte die SPD ihr zentrales Wahlziel "Bayern, aber gerechter!" erreicht - und das mit 18%.
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