Allgäu Wie der Flughafen Memmingen eine Zukunft bekommen soll

Ständig in wirtschaftlichen Schwierigkeiten: der Allgäu Airport in Memmingen.

(Foto: dpa)
  • Die Betreiber des Flughafens in Memmingen kämpfen mit massiven Finanzproblemen. Nun gibt es einen neuen Rettungsvorschlag.
  • Das Unternehmen soll in drei Einzelfirmen aufgespalten werden, zwei davon sollen Grundstücksgeschäfte machen.
  • Die Idee löst ein geteiles Echo in der Region aus.

Bayerns drittgrößter Flughafen in Memmingen soll in drei Einzelgesellschaften aufgespalten werden. Zwei dieser Töchter sollen Grundstücke als Gewerbeflächen verwerten - und damit zusätzliche 24 Millionen Euro von Kommunen, Landkreisen und vom Freistaat einsammeln. Dies sieht ein Rettungskonzept des ehemaligen Oberallgäuer Landrats Gebhard Kaiser (CSU) vor.

Alleine von den Städten, Gemeinden und Landkreisen aus dem Allgäu will Kaiser weitere Geldspritzen in Höhe von 8,2 Millionen Euro eintreiben. Der Allgäu Airport benötigt dieses Geld laut Kaiser dringend, um den Ausbau zu einem langfristig wettbewerbsfähigen Flugplatz zu stemmen. Kaisers Konzept stößt auf geteiltes Echo.

Welche Reaktionen der Plan auslöst

"Das Papier ist eine Frechheit", sagt der Oberallgäuer Grünen-Kreisrat Thomas Frey. "Es wäre abenteuerlich, wenn der Landkreis Oberallgäu im Landkreis Unterallgäu eine Fläche kauft, auf der sogar noch Altlasten sind." Für Frey wäre ein Kauf eine "versteckte Subventionierung des Flughafens - oder sogar von Ryanair." Die Billigfluglinie zahle in Memmingen keine kostendeckenden Gebühren, "deshalb sollen wir jetzt dem Airport helfen."

Allgäu Airport vorerst gerettet

"Jetzt geht's aufwärts": Die Gesellschafter des Memminger Flughafens stimmen einer Kapitalerhöhung um fünf Millionen Euro zu. Doch der Ausbau des Flughafens ist noch ungewiss. Von Stefan Mayr mehr...

Die Unterallgäuer Kreisrätin Christa Plail (Freie Wähler) bezeichnet das Konzept als "Super-Deckmäntelchen": "Wir spülen dem Airport Millionen in die Kasse und wissen gar nicht, was wir kaufen." Vor Inbetriebnahme habe der Staat den privaten Betreibern das ehemalige Bundeswehr-Areal für 1,50 Euro pro Quadratmeter verkauft. "Und jetzt soll der Staat das für 50 Euro wieder zurückkaufen?", fragt Bail.

Markus Ferber, Vorsitzender der CSU Schwaben, bezeichnet das Kaiser-Konzept als "schlüssig" - und als gute Grundlage für einen weiteren Zuschuss des Freistaates.

Ob der Ausbau so kommt wie geplant, wird der Bayerische Verwaltungsgerichtshof am 14. Juli verkünden. Anwohner und Nachbar-Gemeinden hatten gegen die Verbreiterung der Startbahn und die Ausweitung der Nachtflüge geklagt. Am letzten Verhandlungstag am Donnerstag zeichnete sich ab, dass das Gericht die Genehmigung wohl bestätigen wird. Allenfalls bei den Nachtflugzeiten können die Kläger auf eine Einschränkung hoffen.