Allgäu Kempten will nächtlichen Döner-Verkauf verbieten

Auch die Stadt Augsburg hatte es einmal mit einem Döner-Verbot versucht; der Erlass hielt vor dem Verwaltungsgericht aber nicht stand.

(Foto: ag.dpa)

Wer in der Stadt Döner essen möchte, muss das künftig vor 22 Uhr tun. Und das ist nicht die einzige Neuerung.

Kolumne von Christian Rost

Dass sich manche Leute beim Essen eines Döners überhaupt noch unterhalten können, ist kaum erklärbar. Schließlich braucht es vollkommene Aufmerksamkeit, um das randvoll gefüllte Pide unfallfrei zu verspeisen. Ein Augenblick der Unachtsamkeit genügt, und schon tropft die Joghurt-Knoblauch-Sauce übers Hemd, oder die Tomatenscheibe fällt klatschend auf den Schuh, was wenig dekorativ aussieht. In Kempten scheint man sich an solchen Kleckereien nicht zu stören. Dort soll es vor einem Döner-Laden in der Altstadt dermaßen laut zugehen, dass sich die Anwohner beschweren und die Stadt nun ein nächtliches Verkaufsverbot durchsetzen will.

Damit war Augsburg in einem ähnlichen Fall gescheitert. Der sogenannte Döner-Erlass, eine Verordnung der Stadt, hielt vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof nicht stand. Kempten probiert es deshalb auf Umwegen über das Baurecht. Der Betreiber des Döner-Ladens will innerhalb des Hauses umziehen und sich damit vergrößern. Dazu braucht er eine Baugenehmigung, und für die macht ihm das Rathaus eine Beschränkung des Straßenverkaufs nach 22 Uhr zur Auflage.

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Bislang hatte der Laden an manchen Tagen bis 5 Uhr geöffnet. Nach den Angaben der Anwohner fuhren die Kunden auch gerne noch spätnachts vor und ließen ihre Autos laufen, während sich die Döner-Käufer vor dem Imbiss laut beim Essen unterhielten. Künftig sollen sie ihren Döner nicht mehr mit vor die Tür nehmen dürfen. Die Stadt kündigte jedenfalls an, genau zu kontrollieren, ob die Kunden das Fladenbrot auch brav an Ort und Stelle verzehren, also im Laden. "Döner zum nicht Mitnehmen" - mit diesem Werbespruch könnte sich der Ladenbesitzer von der Konkurrenz absetzen. "Döner nur noch ohne scharf", wäre die logische Weiterentwicklung des Konzepts.

Apropos Logik: Am bisherigen Döner-Standort soll nun ein Pizzadienst einziehen. Die Stadt hat das schon genehmigt, wobei das nicht weniger Ärger bedeuten könnte. Kunden, die sich ihre Pizzen holen, verspeisen diese möglicherweise ebenfalls auf der Straße vor dem Laden. Und beim Pizzaessen kann man sich noch viel besser unterhalten als mit einem Döner in der Hand.

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