Der bayerische Landwirschaftsminister Helmut Brunner kritisiert seine Amtskollegen und fordert, die Milchproduktion zurückzufahren.
So katastrophal die Lage der Milchbauern ist, die Politik ist nicht gewillt, die Milchproduktion einzuschränken, damit sich der Preis stabilisieren kann. Am Mittwoch lehnten die Agrarminister der anderen Bundesländer die Forderung ihres bayerischen Amtskollegen Helmut Brunner (CSU) ab, europaweit die Produktion um fünf Prozent zu kürzen. Bayern will, dass nicht noch mehr Milch auf dem Markt die Preise sinken lässt.
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Der bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU) freut sich, dass die Kanzlerin die Milchkrise zur Chefsache macht. (© Foto: dpa)
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SZ: Herr Brunner, wie sauer sind Sie auf Ihre Ministerkollegen in den anderen Bundesländern?
Brunner: Ich bin Realist, ich habe nicht erwartet, dass meine Ministerkollegen in den anderen Ländern einen radikalen Schwenk vollziehen. Was mich wirklich zutiefst ärgert, ist, dass meine Kollegen nicht einmal auf die einprozentige Produktionserhöhung verzichten wollten, die in diesem Jahr ansteht - so wie das Frankreich und Österreich tun, um damit ihren Bauern zu helfen. Der Verzicht würde uns nichts kosten, keinen Cent, und er wäre zumindest ein Signal, dass es nicht so weitergehen kann.
SZ: Warum sperren sich ihre Ministerkollegen denn so?
Brunner: Die halten eisern an der völligen Liberalisierung des Milchmarktes nach 2015 fest, sie wollen offenkundig um keinen Preis den Eindruck erwecken, sie würden womöglich in eine neue Regulierung des Marktes einsteigen wollen. Dabei haben Aigners und meine Forderungen ja damit nichts zu tun. Das sind kurzfristige Maßnahmen gegen die aktuelle Krise.
SZ: Im Prinzip wollen die anderen Bundesländer also das Ende der bäuerlichen Milchwirtschaft und stattdessen eine industrialisierte Produktion in Großbetrieben, wie sie in der Geflügelwirtschaft längst die Regel ist.
Brunner: Sie setzen zumindest auf den Strukturwandel. Die Starken werden schon überleben, sagen meine Länderkollegen immer, einige reden auch schon relativ offen über Programme für ausstiegswillige Milchbauern.
SZ: Also ganz auf der Linie des Bauernverbands und seines Präsidenten Gerd Sonnleitner?
Brunner: Ich kenne zumindest keine gegenteilige Stellungnahme des Deutschen Bauernverbands.
SZ: Verstehen Sie es, wenn die Milchbauern resignieren und sagen, die CSU hilft uns auch nicht weiter, die ist nur ein ohnmächtiger Papiertiger?
Brunner: Nein, denn wir haben uns immer für die Milchbauern positioniert. Und wir haben auch Erfolge. Seit Wochen fordere ich, Kanzlerin Merkel soll die Milchkrise zur Chefsache machen, jetzt tut sie es. Und wir haben konkrete Maßnahmen eingeleitet - die Steuererleichterungen beim Agrardiesel etwa, die Merkel jetzt offenbar noch einmal ausweiten will, oder die Kuhprämie. Und es war Ministerpräsident Horst Seehofer, der auf dem Milchgipfel vor einem Jahr erreicht hat, dass alle, auch Einzelhandel und Molkereien, faire Preise für die Bauern versprochen haben. Die Preissenkungen der Discounter sind eine Brüskierung der Politik.
SZ: Das hilft den Bauern nichts. In ihrer Verärgerung rufen sie jetzt sogar zu einem Haberfeldtreiben gegen die CSU und Parteichef Horst Seehofer auf.
Brunner: Das sind nicht die Bauern, das ist eine Randgruppe. Sowohl der Bundesverband der Deutschen Milchviehhalter als auch der Bauernverband distanzieren sich davon. Das Haberfeldtreiben ist eine Attacke weit unter der Gürtellinie, die von der großen Mehrheit der Bauern in keinster Weise gutgeheißen wird.
SZ: Das hat auch der Bauernverband vor dem Haberfeldtreiben gegen seinen Chef Sonnleitner im November 2008 gesagt. Dann haben 2500 Bauern ihrem Frust über Sonnleitners Politik Luft gemacht - viermal so viele wie erwartet.
Brunner: Ich bleibe dabei, das ist eine unwürdige Aktion. Ausgerechnet gegen Seehofer, der sich wie kein zweiter für die Bauern einsetzt. Ich bin überzeugt, da beteiligen sich ganz wenige.
SZ: Warum sollten die Bauern eigentlich noch die CSU wählen?
Brunner: Die CSU hat stets bewiesen, dass sie die Partei ist, die in allen Bereichen die Interessen der ländlichen Bevölkerung vertritt - von Eigentumsfragen über soziale Fragen bis zu unzähligen Förderprogrammen. Die Politik hat keinen Einfluss auf Preisverhandlungen. Das ist das Grundübel der aktuellen Milchkrise. Wir können nur versuchen, die Rahmenbedingungen zu verbessern. Ich weiß, dass ich damit die Misere unserer Bauern nicht beheben kann.
SZ: Also sind Sie doch ein ohnmächtiger Minister?
Brunner: So sehe ich das nicht. Es will mir nicht in den Kopf, dass man den Verfall des Milchpreises nicht stoppen könnte, indem man die Milchproduktion verringert. Die Autoindustrie tut das ja auch, wenn sie jetzt die Produktion drastisch zurückfährt, weil sie keine Autos mehr verkauft. Ich kämpfe weiter für eine Verringerung der Milchproduktion.
(SZ vom 22.05.2009/jab)
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bei allem Verständnis für die üble Lage des einzelnen Bauern, aber man hat sich von Seiten der Agrarlobby viel zu lange darauf verlassen, dass der bäuerliche Kuhandel Wählerstimmen gegen EU-Subventionen bis in alle Ewigkeit funktioniert. Milch ist eine Ware wie jede andere auch und unterliegt den Gesetzen des Marktes. Wenn mehr produziert wird als benötigt wird muss zwangsläufig der Preis fallen wenn die Überschüsse nicht zu Lasten der Steuerzahler aufgekauft werden. Es wäre sinnvoll jetzt Gelder in einen Strukturwandel in der Landwirtschaft zu investieren um Alternativen zur Milchwirtschaft zu eröffnen. Eine Einschränkung der Viehhaltung würde auch unseren Klima gut tun und die Emissionen an Klimagasen reduzieren.
...der aktuellen Berichterstattung ist zu entnehmen, dass es nach der verlorenen Meisterschaft des FC Bayern im Bayerischen Kabinett zu einer Art umgekehrten Klinsmann-Effekt gekommen ist: Statt, dass der Bayerische Landwirtschaftsminister fordert, den Milchpreis jeden Tag ein Stückchen besser zu machen, fordert dieser, die Milchmenge jeden Tag ein bißchen weniger werden zu lassen.
Wir fordern die Auswechselung des obersten Landwirtschaftstrainers durch Jupp Heynkes.
Jupp Heynkes - als niederrheinischer Milchtrinker berühmt - wird den bayerischen Milchbauern durch seine Arbeit eine größere Milchzielgruppe erobern, die - flankiert durch die soeben gewählte Milchkönigin - mehr Milch trinkt, weil mehr Milch müde Männer morgens munterer macht.
Jupp Heynkes - schwarz-bunter Milchmixer - wird den bayerischen Milchbauern mithilfe der Melkerjungamateure vom AC (Alm-Club) Fuchsenbergsgreuth den Weg zu allen Bayerischen und internationalen Oktoberfesten freiräumen, um dort ein Milchzelt aufschlagen zu können, indem tausende Milchtrinker noch eine Maß Milch für 1 - in Worten: einen - Euro trinken können!
Jupp Heynkes - als nationaler Milch-Coach - wird die globale Milchleitkultur zum Erfolg führen.
Allergie, Hautausschlag, Asthma, Neurodermitis, Diabetes, Rheuma, MS, Gicht...(BSE etc.) Als Alternative zur "Tiermilch" gibt es außer Sojamilch (Sojaproteine senken Blutfette und schützen vor Arteriosklerose.) auch noch Hafer- und Reismilch.
Sobald die Produktivität der Milchkühe nachläßt, enden auch sie im Schlachthof. Eine Kuh, mit einer natürlichen Lebenserwartung von 14 Jahren, erlebt selten ihren 5.Geburtstag. Kühe produzieren Milch, um ihr Kalb zu ernähren, deswegen werden sie ab dem Alter von etwa 2 Jahren jedes Jahr künstlich befruchtet. Die Kälber werden nach der Geburt der Mutter entrisssen und in den Mastställen zur Schlachtreife gemästet. Oft schreien die Kühe tagelang nach ihren Kälbern. 20% der Kühe werden jedes Jahr aufgrund von Unfruchtbarkeit, Seuchen und niederer Produktionsleistung "ausgemerzt".
Mei, wenn i dann immer so durch den leer geräumten Gäubodn bei Straubing fahr, wo'st dein Nachbarn noch in 5 Kilometer Entfernung problemlos beoachten kannst, denk ich mir: was für eine wunderbare, ökologisch kaputte Kulturlandschaft doch unsere Bauern geschaffen haben....Respekt!
Das Horrorszenario von einer "verbuschten" und "verödeten" Landschaft malert doch der Bauernverband und andere Bauern-Lobbygruppen schon seit Jahrzehnten an die Wand, weil sie wissen, dass sie damit punkten können. Ich persönlich würde mir dieses Verbuschen und Veröden ja herbeiwünschen, denn so würden ökologisch wertvolle Inseln entstehen, wo natürliche Sukzession stattfindet. Nur passiert in dieser Hinsicht ja gar nix. Aufgegebene Höfe werden von anderen dazugepachtet, die dann immer größer werden- Fertig, das wars. Landwirtschaftliche Flächen werden ja gar nicht aufgegeben. Und was spielt in Reisbach (Vilstal), in Hinteralbenreuth (Oberpfalz) oder auf der Frankischen Platte der Tourismus für eine Rolle, genauso wie in den meisten anderen Gegenden Bayerns? Meist gar keine, vielmehr ist er auf relativ wenige Regionen beschränkt. Im übrigen: warum sollen größere Betriebe die Landschaft mehr verschandeln als kleinere Betriebe? Ein Vorurteil.
"Schon mal was von Landschaftspflege gehört ? Wir in Bayern haben übrigens eine Kulturlandschaft, die es zu pflegen gilt. "
Soso. Und die Kulturlandschaft wird also von den Milchbauern gepflegt? Durch bspw staendige, ausufernde "Ueberduengung" (eher Abfallbeseitigung)? Und die Touristen kommen nach Bayern damit sie mal so richtig aus naechster Naehe erleben koennen wie fluessiger Kuhmist stinkt?
Auf so eine "Kulturlandschaft" und ihre "Pflege" kann ich verzichten. Noch dazu wenn ich dafuer auch noch bezahlen soll.
Wer diese "Pflege" will sollte sie a) definieren, b) nicht von irgendwelchen Milchmengen abhaengig machen und c) Umweltstandards einfuehren denen auch die Bauern unterliegen.
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