Nach vielen Diskussionen korrigiert Bayern nun die Stoffmenge des achtjährigen Gymnasiums. Der Opposition gehen die Änderungen des Kabinetts jedoch nicht weit genug.

Das bayerische Kabinett hat eine Stoffreduzierung im Lehrplan des achtjährigen Gymnasiums sowie eine moderate Kürzung der Pflichtstunden beschlossen. Kultusminister Siegfried Schneider (CSU) sagte, mit den Beschlüssen könnten die Schüler entlastet werden, "ohne auf Qualität verzichten zu müssen". Er wolle, dass gut zwei Drittel der Unterrichtszeit dafür aufgewendet würden, um Wissen und Kenntnisse zu vermitteln und ein knappes Drittel dazu, sie einzuüben und zu festigen.

Bayerns Kultusminister Siegfried Schneider will im kommenden Schuljahr insgesamt 63 Millionen Euro zusätzlich für neue Lehrer ausgeben. (© Foto: dpa)

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Zudem würde die Anzahl der Nachmittage mit Pflichtunterricht künftig begrenzt, kündigte Schneider an. In der fünften Jahrgangsstufe werde es keinen Pflichtunterricht am Nachmittag geben.

In den Jahrgangsstufen sechs bis acht sollen der Mittwoch- und Freitagnachmittag frei von Pflichtunterricht sein. An Tagen mit Nachmittagsunterricht dürfe den Schülern der Unter- und Mittelstufe zudem keine schriftliche Hausaufgabe bis zum nächsten Tag aufgegeben werden.

Ministerpräsident Günther Beckstein sagte, er wolle keine Kuschelpädagogik, aber Kinder müssten Zeit für Sport, Musik, Jugendarbeit und Hobbys haben. "Es gilt: die Qualität des Lernens ist wichtiger als die Quantität des Stoffes."

Für die Grünen im Bayerischen Landtag ist das heute vorgestellte Maßnahmenpaket zur Weiterentwicklung des achtjährigen Gymnasiums "kein großer Wurf". "Wir hätten uns einen beherzteren Befreiungsschlag gewünscht," sagt die bildungspolitische Sprecherin Simone Tolle. Desweiteren ermessen die Landtags-Grünen die Ernsthaftigkeit des Beschlusses daran, ob der Bildungshaushalt noch einmal aufgeschnürt wird. "Das G8 ist eine Ganztagsschule und muss auch als solche organisiert werden und die entsprechenden Mittel bekommen."

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(ddp/dgr/bica)