Der Landesvorsitzende der bayerischen SPD, Ludwig Stiegler, will sich aus der Politik zurückziehen. Er kündigte an, im Jahr 2009 nicht mehr für den Bundestag zu kandidieren.

Stiegler, dpa

Ludwig Stiegler: In Zukunft will er sich mehr seiner Familie und seiner Bibliothek widmen. Foto: dpa

Der SPD-Politiker Ludwig Stiegler, seit 1980 Abgeordneter und seit zehn Jahren Fraktions-Vize, kandidiert 2009 nicht mehr für den Bundestag. Auch den Landesvorsitz der bayerischen SPD werde der 64-Jährige abgeben. "Die Entscheidung ist getroffen", sagte Stiegler der Zeitung Der neue Tag. Mit dann 65 Jahren und über 40-jähriger politischer Arbeit habe er das Recht, das "Reich der Freiheit" in Anspruch zu nehmen. Er wolle sich mehr seiner Familie und seiner Bibliothek widmen.

Als Nachfolger habe der Jurist den Weidener Werner Schieder auserkoren. Der 59-Jährige beendet im Herbst seine Landtagstätigkeit und wollte sich eigentlich auch aus der Politik zurückziehen.

Wunschkandidat braucht Bedenkzeit

Stiegler bezeichnet ihn als „ökonomisch kompetent“, mit breiter parlamentarischer Erfahrung, der gut in die SPD-Bundestagsfraktion passen werde. „Auch wenn er ein kritischer Geist ist.“ Stiegler geht davon aus, dass sich Schieder dem Wunsch nicht verschließen wird.

Der aber braucht noch Bedenkzeit. "Ich hatte andere Pläne", sagte er gegenüber Der Neue Tag. Allerdings sehe er sich auch in der Pflicht, das Bundestagsmandat in der nördlichen Oberpfalz zu halten. Nach Pfingsten will der Noch-Landtagsabgeordnete seine Entscheidung dem Unterbezirksvorstand seiner Partei mitteilen.

Stiegler bezeichnete ihn als "ökonomisch kompetent", mit breiter parlamentarischer Erfahrung, der gut in die SPD-Bundestagsfraktion passen werde. Stiegler hatte ursprünglich vor, den früheren bayerischen Juso-Vorsitzenden Thomas Goger zu gewinnen. Der Franke aber verfolge beruflich andere Ziele. Auf Landesebene solle sein Stellvertreter Florian Pronold "den Karren weiterziehen".

(ddp/bön)