Von Roman Deininger

Etwa 300 Passagiere sind nur knapp einer Katastrophe entgangen: Bei Gröbenzell ist ein Intercity bei Tempo 200 von den Gleisen abgekommen.

Intercity entgleist bei Tempo 200 GröbenzellGrossbild

Intercity liegt neben den Gleisen (Foto: dpa)

Bei einem Zugunfall sind am Dienstag in Gröbenzell acht Menschen verletzt worden. Ein Intercity, der mit mehr als 300 Passagieren von Salzburg nach Frankfurt unterwegs war, fuhr um 12.10 Uhr zwischen Lochhausen und Gröbenzell auf einen unbekannten Gegenstand auf.

Der Steuerwagen kippte nach rechts von den Gleisen, fiel aber nicht ganz um. Die übrigen acht Wagen blieben in der Spur. 300 Meter weiter kam der Zug zum Stehen. Der Sachschaden liegt nach Auskunft der Bahn bei mehr als einer Million Euro.

Die Verletzten erlitten nach Angaben eines Notarztes Schocks und Abschürfungen, aber auch Prellungen, Gehirnerschütterungen und Knochenbrüche. Sie wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht.

Unter den leichter Verletzten sind nach Angaben der Bahnpolizei auch der Lokführer und eine schwangere Frau. Ein Mann wurde mit Verdacht auf Herzinfarkt behandelt, über seinen Zustand war am Dienstag nichts bekannt.

Ursache noch unklar


Mehr als hundert Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks sowie verschiedener Polizeidienststellen und Rettungsdienste waren vor Ort, die ersten innerhalb weniger Minuten. Ein Polizeihubschrauber kreiste über der Unfallstelle.

Von einer nahegelegenen Brücke aus beobachteten Schaulustige, wie die Helfer die Passagiere mit Leitern aus dem Zug holten und über die Gleise auf ein Grundstück in der Gröbenzeller Industriestraße begleiteten.

Welcher Gegenstand den Unfall ausgelöst hat, blieb zunächst noch unklar. Die Bahnpolizei hält einen Anschlag für unwahrscheinlich, schließt die Möglichkeit aber nicht aus. Die Fürstenfeldbrucker Polizeidirektion bestätigte, dass der Zug zum Zeitpunkt des Unglücks eine Geschwindigkeit von knapp 200 Stundenkilometern erreicht hatte, laut Bahn das zulässige Tempo auf dieser Strecke.


Spezialkran für Bergung notwendig


Die Insassen berichteten von Steinschlag gegen die Zugfenster im Moment des Unfalls. Die unversehrten Fahrgäste wurden mit Bussen nach Augsburg gebracht, von wo sie ihre Reise fortsetzen konnten.

Das betroffene Gleis ist nach Auskunft der Bahn auf einer Länge von mehreren hundert Metern stark beschädigt und wird voraussichtlich eine Woche gesperrt bleiben. Der verunglückte Zug muss mit einem Spezialkran geborgen werden.

Die S-Bahnen der Linie S4 wurden am Dienstagmittag für mehr als drei Stunden durch Busse ersetzt. Der Bahnverkehr zwischen München und Augsburg wurde umgeleitet.

(SZ vom 25.7.2007)

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Leserkommentare (2)



25.07.2007 11:30:21

hamilton-operator: Schaulustige

Dazu wäre auch noch zu sagen, daß Schaulustige anscheinend gestern abend auch noch ca. eine Stunde lang den Verkehr nochmals lahmlegten... Sehr lustig dann in einer S-Bahn festzusitzen, weil irgendwelche Gaffer auf den Gleisen rumhampeln müssen und extra von der Polizei entfernt werden müssen.


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