25. Todestag Politisch daheim in Nürnberg-Nord

Vor 25 Jahren starb Petra Kelly. Ihr Andenken wird noch gewahrt.

(Foto: Imago)

Die bayerischen Grünen reklamieren die Leitfigur Petra Kelly für sich. Zu ihrem 70. Geburtstag wird eine Gedenktafel in Gostenhof enthüllt

Von henz, Nürnberg

In den Anfangsjahren ihrer Partei war sie eines der prominentesten Mitglieder: Petra Kelly, Gründungsmitglied der Grünen und eine ihrer ersten Vorsitzenden. Auch wenn ihr Einfluss in der Partei schon Ende der Achtzigerjahre schwand, ist die Friedensaktivistin für viele Grüne bis heute eine Leitfigur. Das parteinahe Bildungswerk Heinrich-Böll-Stiftung verleiht zu ihrem Andenken den Petra-Kelly-Preis, zudem wurde der bayerische Ableger des Bildungswerks nach der Politikerin benannt. In diesem Jahr ist das Gedenken an Petra Kelly so intensiv wie lange nicht. Denn am kommenden Mittwoch, 29. November, wäre sie 70 Jahre alt geworden. Im Oktober jährte sich außerdem der Tag zum 25. Mal, an dem ihr Partner, der ehemalige General Gert Bastian, Petra Kelly und sich erschoss - vermutlich ein erweiterter Suizid, was jedoch nie vollständig aufgeklärt wurde.

Kellys bewegtes Leben führte sie in die USA, nach Brüssel und nach Bonn. Trotzdem können die bayerischen Grünen sie zu Recht für sich reklamieren, nicht nur, weil sie in Günzburg geboren und in Würzburg begraben wurde. Vor allem war sie Bundestagsabgeordnete für Nürnberg. Die dortigen Grünen sehen ihren Kreisverband als politische Heimat der prominenten Politikerin - sofern man das bei einer so international aktiven Person überhaupt sagen könne, schränkt Paul Müller ein. Er ist Sprecher des Grünen-Ortsverbands im Nürnberger Stadtteil Gostenhof und hat es sich zur Aufgabe gemacht, "dass diese Person nicht verloren geht". Kelly habe "die grüne Seele ganz stark gelebt", sagt er.

Der Nürnberger Kreisverband hatte Kelly einst als Direktkandidatin aufgestellt. Und auch wenn sie über die Liste in den Bundestag einzog, habe sie doch in ihrer Zeit als Abgeordnete von 1983 bis 1990 den Wahlkreis Nürnberg-Nord vertreten, erklärt Müller. "Sie war eine internationale Person, die in Nürnberg ihren Lebensmittelpunkt hatte." Die Verbindung nach Franken war Kunigunde Birle, Kellys Großmutter und schon in ihrer Jugend die wichtigste Bezugsperson. In Nürnberg erinnert man sich noch daran, wie Birle die Enkelin als "grüne Omi" auf Demonstrationen und Blockaden begleitet hat.

2011 hat der Stadtrat auf Initiative Müllers und der grünen Stadtratsfraktion einen Platz in Gostenhof nach Petra Kelly benannt. Am Mittwoch werden die Grünen dort noch eine Gedenktafel anbringen. Neben den Lebensdaten ist auf der Metalltafel ein Zitat Kellys zu lesen: "Gewalt hört da auf, wo die Liebe beginnt." Zur Enthüllung haben sich neben Parteifreunden einige alte Weggefährten angekündigt.