Dass eine 64-Jährige ein Kind zur Welt bringt, mag im Hinblick auf die Entwicklung des Kindes ein gewisses Befremden auslösen. Doch die Frage, welche Menschen Eltern werden dürfen, lässt sich nicht gesetzlich regeln.
Die Nachricht, dass eine 64-jährige Frau in Aschaffenburg soeben ein Kind zur Welt gebracht hat, löst ein gewisses Befremden aus.
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Befruchtete Eizelle: In Deutschland ist die Eizellenspende verboten. Doch dieses Verbot lässt sich - wie im Fall in Aschaffenburg - leicht umgehen. (© Foto: ddp)
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Die Vorstellung macht Sorge, wie ein junges Mädchen die Wirren ihrer Pubertät mit einer dann fast 80-jährigen Mutter durchleben wird und in welchem Alter die Statistik erwarten lässt, dass das Kind zur Waise wird.
Steht hier der egoistische Kinderwunsch über dem Wohl des Kindes?
Nun, in gewissem Sinne ist diese Geburt das Extrembeispiel für den generell in Deutschland erkennbaren Trend zur späten Geburt.
Und: Gegen ältere Väter sagt auch niemand etwas.
Moralisch sollte hier zwischen Mann und Frau kein, nicht mal ein feiner, Unterschied gezogen werden. Die Frage, welche Menschen Eltern werden dürfen, lässt sich nicht gesetzlich regeln.
Wissenschaftlich gesehen liegt die Sache etwas anders, denn die Geburt von Aschaffenburg war nur mit einem medizinischen Kunstgriff möglich. Es brauchte eine gespendete Eizelle, die mit dem Sperma des Vaters befruchtet wurde.
Die Mutter ist also nur in einem mechanischen Sinne Mutter, das Erbgut des Kindes stammt von der Spenderin der Eizelle und vom Vater. Das raubt zumindest der Mutter einen Teil der Rechtfertigung für den außergewöhnlichen Eingriff.
Aber auch dieser Weg zur Elternschaft lässt sich nicht nach objektiven Kriterien verurteilen. Was bleibt, ist die Frage nach den rechtlichen Kriterien. In Deutschland sind Eizellspenden verboten, doch der Aschaffenburger Fall zeigt, wie leicht dieses Verbot umgangen werden kann: Die Frau hatte sich die Eizelle im Ausland befruchten und einpflanzen lassen. Es wäre gut, zumindest die EU würde in dieser heiklen Frage eine einheitliche Rechtslage schaffen.
(SZ vom 04.12.2007/gba)
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ok, 65 ist schon ein wenig heftig. Aber mir persönlich macht es Mut, mich doch noch mit einer ev. über 40-jährigen Frau auf ein gemeinsames Kind einlassen zu können.
Und prinzipiell halte ich es für das Kind wesentlich besser und gesünder, beide Eltern zu haben, auch wenn sie älter sind. "Bauch und hirnfreie" alleinerziehende Mütter, die selber noch nur grün hinter den Ohren sind, gibt es ja leider viel zu viele...
es wundert mich, dass Sie meinen blöden Beitrag kommentieren und nicht einfach drüber gelacht haben. Natürlich habe ich das ironisch gemeint, ich bin über die Aussage (politisch korrekt, immerhin) im Artikel gestolpert, und um die späte Uhrzeit ist mir nichts besseres eingefallen.
Selbstverständlich gibt es mehr als nur physische und "messbare" Unterschiede zwischen Mann und Frau, genausogut wie zwischen jungen und alten Eltern.
Der technologische Fortschritt erlaubt aber praktisch jedem der es will, künstliche Experimente und Eingriffe vorzunehmen, dessen Ergebnisse und Nebenwirkungen allerdings nicht immer ganz bekannt sind.
In meinen Augen haben da die Eltern einfach egoistische Wünsche über das Wohl des Kindes gestellt.
Ich finde es unverantwortlich.
Zu den Argumenten hier, auch Hörgeräte seien unnatürlich muss ich sagen, dass dies nicht vergleichbar ist und an den Haaren herbei gezogen.
Denn in diesem Fall geht man fahrlässig und leichtsinnig mit dem Leben und den Gefühlen des Kindes um.
Wenn sich die alte Dame ein Hörgerät einsetzt, schadet sie damit wenigsten nicht ihren Kindern, wo ist da also der direkte bezug um dies zu vergleichen.
Hier tun mir beide Leid - die Eltern und das Kind. Ich stelle mir gerade vor, wie die Mutter zum Elternabend geht - einfach nur traurig!
Dass man als Eltern lange lebt ist auch in jungen Jahren nicht sicher. Oder, noch größeres Risiko: die Ehe geht in die Brüche, das Kind wächst nicht mit beiden Elternteilen auf.
Sollte doch jedem selber überlassen werden, wann er wie Kinder bekommt.
Ich für meinen Teil bin 45 Jahre und möchte absolut kein Kind mehr in meinem Alter. Bin froh, dass mein Sohn schon erwachsen ist, und ich Oma bin.
Paging