35. Bayerischer Filmpreis Wer welchen Preis gewonnen hat

Loben und loben lassen

Schauspielerin Brigitte Hobmeier lässt das Publikum rätseln, Intendant Christian Stückl erzählt, wie sie einst eine Quarktasche ans Volkstheater brachte: Die deutsche Filmbranche feiert in München sich und die Gewinner des Bayerischen Filmpreises - und mancher Nachwuchspreisträger ist ziemlich aufgeregt. mehr...

14 Gewinner: Der Publikumspreis geht in München an den Film "Fack ju Göhte". Edgar Reitz bekommt für "Die andere Heimat" gleich zwei Auszeichnungen. Die Gewinner des Bayerischen Filmpreises.

Von Philipp Crone

Der mit 200 000 Euro dotierte Produzentenpreis geht an Edgar und seinen Sohn Christian Reitz für den Film "Die andere Heimat - Chronik einer Sehnsucht". Laut der elfköpfigen unabhängigen Jury ist der vierstündige Film ein "epochales Werk".

Den Regiepreis erhält in diesem Jahr Andreas Prochaska für den Film "Das finstere Tal" über verfeindete Familienclans in einem Alpen-Hochtal.

Als beste Darstellerin wird Theaterschauspielerin Brigitte Hobmeier ausgezeichnet für ihre Rolle im Kinofilm "Ende der Schonzeit" von Franziska Schlotterer, in dem Hobmeier mit Verhärmtheit, entdeckter Lust, Verletztheit, Härte und Verrat einen großen Gefühlsbogen spannt, schreibt die Jury.

Tobias Moretti erhält den Preis des besten Darstellers gleich für zwei Rollen. Zum einen in "Das finstere Tal" und in "Hirngespinster." Moretti ist, so die Jury, ein gefragte Charakterdarsteller, ein eigenwilliger Star, der immer leidenschaftlich auf der Bühne und vor der Kamera sein höchst differenziertes Spiel zum Besten gibt.

Edgar Reitz wird ein zweites Mal ausgezeichnet, zusammen mit Gert Heidenreich. Die beiden erhalten den Drehbuchpreis für "Die andere Heimat - Chronik einer Sehnsucht", in dem vier Stunden lang in original Hunsrücker Dialekt gesprochen wird - für die Jury "nicht nur ein Wagnis, sondern auch ziemlich außergewöhnlich".

Michael Wiesweg wird mit einem Porzellan-Pierrot für die beste Kamera ausgezeichnet für den Film "Die geliebten Schwestern". Seine Bilder blätterten in unaufgeregter, sanfter Weise, aber umso genauerer Beobachtung die Liebesgeschichte Friedrich Schillers zu den "Geliebten Schwestern" auf, befindet das Filmpreisgremium.

Den Dokumentarfilmpreis erhalten Leopold Grün und Dirk Uhlig für ihren Film "Am Ende der Milchstraße".

Als beste Nachwuchsdarstellerin wird in diesem Jahr Liv Lisa Fries geehrt, die die Jury in ihrer Rolle in "Und morgen bin ich tot" überzeugte.

Der beste Nachwuchsdarsteller ist Jonas Nay. Der 23-Jährige spielt in "Hirngespinster" die Rolle eines Sohnes, der eine große Verantwortung für die Familie übernehmen muss.

Der Pierrot für die beste Nachwuchsregie geht an Katrin Gebbe für ihren Film "Tore tanzt".

Regisseurin Katja von Garnier wird für "Ostwind" mit dem Preis des besten Kinder- und Jugendfilms ausgezeichnet. Ein weiterer Nachwuchspreis wird von der Verwertungsgesellschaft für Nutzungsrechte an Filmwerken (VGF) vergeben. Die mit 60 000 Euro dotierte Auszeichnung geht an Iris Sommerlatte und Ali Saghri für den Film "Am Himmel der Tag".

Der diesjährige Publikumspreis, gewählt von Zuschauern von "Kino Kino" und Hörern von Bayern 3 geht an den Film "Fack ju Göhte" von Regisseur Bora Dagtekin. Der Regisseur gewinnt damit nach "Türkisch für Anfänger" zum zweiten Mal den Publikumspreis.

Armin Mueller-Stahl erhält den diesjährigen Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten. Der 83-Jährige sei eine einzigartige Künstlerpersönlichkeit, ein Alleskönner, der in keine Schublade passt, urteilt die Jury.

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