Die E-Revolution lässt auf sich warten
Beim Ausrollen vor der Ampel kann der Motor noch früher abgeschaltet werden - weil er per Riemenstarter auch bei langsamer Fahrt sofort wieder zur Verfügung steht. Schon im nächsten Jahr gehen bei BMW und Audi zudem Acht-Gang-Automaten und entsprechende DSG-Getriebe in Serie, die gegenüber den aktuellen Sechsgängern mehr als fünf Prozent Kraftstoff sparen. Zusammen könnten diese Maßnahmen den CO2-Ausstoß um rund 20 Prozent senken.
Wird alles also gar nicht so schlimm? Gemach, noch ist nur von Vierzylinder-Motoren die Rede. Die spannende Frage ist, ob beim Übergang zum Sechszylinder ein Technologie-Sprung zum Hybridantrieb notwendig wird.
Sogenannte Micro-Hybride sind bei BMW schon jetzt Serie: Die Lichtmaschine lädt die Batterie vor allem in Schubphasen und wird beim Beschleunigen abgekoppelt. Dafür braucht man nur ein etwas intelligenteres Standardsystem inklusive Batteriesensoren. Richtig teuer wird es, wenn neben dem Verbrenner ein Elektromotor samt Hochspannungsbordnetz (180 bis 600 Volt) und Hochleistungsakkus zum Einsatz kommen. Auf Automessen kann man sich vor Hybrid- und Elektrofahrzeugen kaum retten, doch auf der Straße lässt die E-Revolution auf sich warten.
"Wir entwickeln mit Hochdruck Lithium-Ionen-Batterien. Aber wir sind vorsichtig", sagt Toyotas Entwicklungschef Kazuo Okamoto: "Die Produktion in kleinen Stückzahlen ist einfach. Bei der Massenproduktion sieht es anders aus. Die Lithium-Ionen-Batterie kann sehr viel Energie speichern, deshalb kann schon ein kleiner Fehler im Produktionsprozess schlimme Folgen haben."
Der Mann sollte es wissen, schließlich ist Toyota nach wie vor Hybrid-Trendsetter. Die deutschen Hersteller setzen bei ihrer Hybrid-Aufholjagd voll auf die kompakte Lithium-Ionen-Technik - die aber nicht vor 2012 reif für die Großserie sein wird.
Auch deshalb drängt der Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) auf eine spätere Einführung der neuen CO2-Limits. Bis 2015 könnten selbst große Diesel-Allradfahrzeuge mit der nächsten Hybridgeneration einen CO2-Ausstoß von rund 160 g/km erreichen. Wenn wir uns bis dahin die dicken Brummer überhaupt noch leisten wollen.
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