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Zuwachs in der Van-Gemeinde
Dacia Logan MCV
15.01.2007, 15:10
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Abgesehen vom Kombi-Heck unterscheidet sich der Logan MCV von der Limousine unter anderem durch seitliche Schutzleisten aus Kunststoff. Im Vergleich zur Limousine hat der MCV eine höhere Bodenfreiheit und zudem sehr kurze Überhänge. (Foto: press-inform)
Wenn die Haushaltskasse keine großen Sprünge erlaubt, aber eine neue Familienkutsche fällig ist, bleibt nur der Gang zum Gebrauchtwagenhändler? Nicht mehr: Der Dacia Logan Kombi bietet für weniger als 10.000 Euro ein vollwertiges Reisemobil - nagelneu und mit Garantie. "Kombi" darf der Wagen in Deutschland nicht heißen – "MCV" (Multi Convivial Vehicle) lautet die etwas sperrige Bezeichnung des Franko-Rumänen aus dem Renault-Konzern.
Abgesehen vom Kombi-Heck unterscheidet sich der Logan MCV von der Limousine äußerlich nur durch den leicht veränderten Grill und seitliche Schutzleisten aus Kunststoff.
Auch im Cockpit gibt es keine nennenswerten Änderungen. Es bleibt einfach und übersichtlich, manche Teile kennt man aus dem Renault-Regal.
Leider übernimmt der MCV auch die Mängel des Limousinen-Cockpits: Die unpraktischen Griffmulden in den Türen und das nervige Pieps-Geräusch des Blinkers stören vielleicht nicht jeden. Aber ein höhenverstellbares Lenkrad sollte selbst in dieser Preisklasse drin sein. Die Polster sind eine Spur zu weich, der Seitenhalt eher bescheiden.
Raum-Gleiter
Ein echtes Versteckspiel treibt Dacia mit den Schaltern für die elektrischen Fensterheber. Vorn muss man sie im senkrechten Teil der Mittelkonsole suchen, hinten ganz unten im Fußraum zwischen den Vordersitz-Lehnen. Die hinteren Fensterheber kosten übrigens auch dann noch 150 Euro Aufpreis, wenn man das 300 Euro teure Elektro-Pakt bestellt.
Dafür versöhnt der MCV mit einem überragenden Platzangebot. Der Kombi ist 27 Zentimeter länger und 11,5 Zentimeter höher als die Limousine. Kopf-, Knie- und Beinfreiheit teilt er mit der Kelle aus. Im Vergleich zur Limousine sitzen die Fond-Passagiere etwas höher als Fahrer und Beifahrer, ähnlich wie im Skoda Roomster. Für 100 Euro Aufpreis gibt es eine Ablagen-Galerie über den Fond-Sitzen. Die hinterließ bei uns ein etwas mulmiges Gefühl, denn große Passagiere haben die harte Plastikkante ziemlich dicht vor dem Kopf.
Auch in der letzten Sitzreihe (500 Euro Aufpreis) haben wir uns für eine längere Strecke niedergelassen – und waren angenehm überrascht. Selbst lange Lulatsche bis 1,90 Meter bekommen auf den Plätzen sechs und sieben keine Probleme mit der Kopf- oder Kniefreiheit. Der Einstieg nach ganz hinten ist unkompliziert, da sich die Fond-Bank in zwei Stufen komplett umlegen lässt. Braucht man die zweite Sitzbank nicht, lässt sie sich komplett ausbauen.
Lastenträger
Beim Aussteigen aus der zweiten Reihe muss man aufpassen, dass die Knie keine unangenehme Begegnung mit dem Arretierungsstift der Fond-Sitze haben: Der Metallzapfen sitzt an der C-Säule und ragt ziemlich weit in den Innenraum.
Beim Familienurlaub oder Einkauf zählen allerdings nicht die Details, sondern der Stauraum. Als Fünfsitzer bietet der MCV satte 700 Liter und kann es so mit einer Menge Minivans mühelos aufnehmen. Der Opel Zafira etwa bringt es nur auf 654 Liter, der Renault Scénic auf 431, der Skoda Roomster auf 450 und der Seat Altea XL auf 532 Liter.
Klappt man die Rückbank komplett nach vorn und baut die zweite Bank aus, verschlingt der Dacia MCV sogar 2350 Liter. Erst große Vans oder Kasten-Kombis wie der Fiat Doblò können den MCV beim Platzangebot toppen. Die lange Ladefläche des Dacia könnte man zur Not sogar als Schlafplatz benutzen.
Das Beladen wird wie beim Renault Kangoo durch eine zweigeteilte Hecktür erleichtert, deren Flügel sich in drei Positionen (40, 90 oder 180 Grad geöffnet) feststellen lassen. Allerdings ist die Ladekante des MCV nicht ganz so niedrig wie beim Kangoo.
Gut unterwegs
Dacias Kombi fährt sich genauso unproblematisch wie die Limousine. Die hohe Sitzposition sorgt für eine gute Übersicht. Im Vergleich zu vielen Minivans behält man im MCV auch beim Rangieren stets den Überblick - die klar gezeichnete Karosserie mit den schmalen Säulen und dem senkrechten Heck machen es möglich.
Die Federung ist ziemlich straff. Vor allem die Fond-Passagiere bekommen Unebenheiten der Straße zu spüren. Die Kurvenlage ist zufriedenstellend, in schnellen Biegungen untersteuert der Dacia. Im Vergleich zur Limousine hat der MCV eine höhere Bodenfreiheit und zudem sehr kurze Überhänge. Damit gibt der Rumäne selbst auf unbefestigten Pisten eine gute Figur ab.
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