Der Krise entgegen: Beim Autohersteller Opel gibt es Pläne, ein Billigauto auf den Markt zu bringen - ein heißer Kandidat ist der Auto-Klassiker Wartburg.

Wartburg Coupé; dpa

Bis zur Produktionseinstellung im Jahr 1991 sind in Eisenach rund 1,7 Millionen Wartburgs produziert worden. (Foto: dpa)

Bei Opel gibt es Pläne, die Ostmarke Wartburg wiederzubeleben, das bestätigte der Autohersteller sueddeutsche.de. Ähnlich wie bei Dacia im Renault-Konzern könnten unter diesem Namen Billigfahrzeuge verkauft werden. Der neue Wartburg soll Medienberichten zufolge auf einer technisch abgespeckten Version des Corsa basieren und für 7000 Euro angeboten werden. Auf Anfrage von sueddeutsche.de hieß es bei Opel: "Wir dementieren diese Meldung nicht. Es ist sicherlich eine Idee, über die man sprechen kann. Es gibt verschiedene Pläne für eine gute Zukunft von Eisenach und ein deutsches Preiswert-Auto ist da im Gespräch."

Der Plan von GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster sei aus Verhandlungskreisen in Eisenach durchgesickert, nachdem am vergangenen Montag SPD-Kanzlerkandidat und Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier das dortige Opel-Werk besucht hatte, hieß es. Es sei ein alternativer Geheimplan zu den Verkaufsgesprächen mit Magna und Fiat.

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Nach Angaben eines Sprechers von General Motors Europe ist die Entscheidung über den Namen des Billigautos jedoch noch nicht gefallen. "Eisenach ist Wartburg. Aber es gibt noch keine konkreten Gespräche zur Revitalisierung der Marke." Die Sache hat auch einen Haken: Opel hat nicht die Rechte an der Automarke Wartburg, so der Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe Wartburg GmbH, Matthias Launert. Die Markenrechte seien im Besitz seines Unternehmens, das sich die Rechte Anfang der 1990er-Jahre beim Deutschen Patentamt in München gesichert hat.

Im Jahr 1896 begann in Eisenach die Fertigung des Wartburg-Motorwagens, 1928 übernahm die BMW AG das Werk. Nach dem Krieg und der Rückgabe aus sowjetischer Verwaltung produzierte hier kurzzeitig EMW - das Eisenacher Motorenwerk - Fahrzeuge. Der seit 1956 im Automobilwerk Eisenach gebaute Zweitakt-Wartburg wurde in Varianten bis 1988 gefertigt und in über 50 Länder exportiert. Bis zur Produktionseinstellung des Viertakt-Modells im Jahr 1991 sind in Eisenach rund 1,7 Millionen Wartburgs produziert worden.

Opel hatte den Produktionsstandort Eisenach 1990/91 nach und nach übernommen; das Automobilwerk Eisenach selbst wurde 1991 von der Treuhandanstalt abgewickelt. 1992 nahm das neu errichtete und damals modernste Autowerk des Opel-Konzerns seine Arbeit in Eisenach auf. Derzeit wird in Eisenach der Kleinwagen Corsa gebaut.

(sueddeutsche.de/dpa/jw/cat)

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Leserkommentare (29)



08.05.2009 11:47:19

E30: Weitere Neuauflagen

Wenn schon Neuauflage, dann aber richtig.

Ich wäre zB. für folgende Neuauflagen:

- VW Käfer

- Porsche 911 (sog. Faltenbalgversion, bis ca. 1988)

- BMW 02-er Reihe

- Audi A2

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