Deine Krankheit kam schleichend, fast unbemerkt. Irgendwann übernahmen die Größenwahnsinnigen von General Motors die Verantwortung für Dein Wohl und Wehe - und fast sofort nistete sich der Infekt der Ideenlosigkeit ein, der im Laufe der Zeit zur alles beherrschenden Krankheit in Dir mutierte. Dass das nicht sofort erkannt wurde, lag an Deinen früheren Modellen, deren Komfort- und Technikerfolge lange Zeit alles überstrahlten.
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Wie unter guter Schminke verbargst Du auch dank eines clever weiterentwickelten Designs lange Jahre, wie inhaltsleer Deine blecherne Hülle darunter geworden war. Werbe-Gurus, Chefredakteure und Architekten aber hielten Dir weiter die Treue.
Gerne hätte wir gesehen, dass Du Dich aufbäumst gegen die Krankheit - doch ein starkes Medikament in Form von intelligenter neuer Technik oder neuen Eigentümern war nicht zu haben. Was blieb, bis zum Schluss, sind Deine kleinen Gesten und Liebkosungen, an die wir uns immer gerne erinnern werden. An Dein nostalgisch verbrämtes Zündschloss zwischen den Vordersitzen, an Deine herrlich intelligent und sekundenschnell aufklappenden Becherhalter und an Dein Nightshift-Panel, mit dem Du nachts fast alle Lichter des Cockpits löschtest. Ein letzter Gruß an Deine Herkunft aus dem Flugzeugbau. Der Rest Deines einst herrlich gestalteten Autokörpers war da aber schon längst ausgehöhlt und bar jeder Kraft.
Es war schön, Dich gefahren zu haben. Friede Deines Blechs.
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(sueddeutsche.de)
Wirbel um Obama-Biographie
An carlotta:@,Leider konnte ich am Freitag, mich nicht meht korriegieren. Es stimmt,der Fehler lag bei mir,nun der Groschen ist Pfennigweise gefallen. Danke.
...kriegt hier ja ganz schön auf die Mütze. Auch ich habe mir zuerst die Haare gerauft und aufgeheult, als ich diese Überschrift las.
Es dürfte aber klar sein, wie der Fehler zustande kommen konnte: in den gängigen Trauer- und Beileidsformeln, von denen die Überschrift dieses Artikels eine verunglückte Parodie ist, kommen meist nur weibliche Substantive im Dativ vor, genauer gesagt zwei, nämlich "Asche" und "Seele". Und bei weiblichen Substantiven gibt es im Singular halt keinen formalen Unterschied zwischen Dativ und Genitiv. Es muss beim Autor kein grobes Unverständnis der deutschen Deklination vorliegen; es genügt, wenn er in seinem Leben tausendmal die Formeln "Friede deiner Seele" usw. gelesen hat, ohne sie je zu verstehen. Zum Nachplappern kann man das Denken ja ruhig bleiben lassen, aber wenn man dann kreativ werden will, muss man es wieder einschalten, sonst geht's in die Hose.
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josss
WEM (nicht wessen) soll denn der Frieden gelten? Doch DEM (nicht wessen) Blech.
Nicht der Friede des Blechs soll über uns kommen.
Sondern Friede sei DEM Blech des Saab.
Bei aller Wertschätzung für Bastian Sick halte ichs mit dem Satz:
*Rettet dem Dativ!*
Der ist nämlich tausend mal gefährdeter als der modische Genitiv (siehe z.B. entlang des Flusses (hört man sogar in der Tagesschau), obwohl es entlang DEM Fluss heißt.
Danke, carlotta.v! Ich habe auch Zahnschmerzen bekommen, als ich die Überschrift gelesen habe.
"Friede seiner Asche" ist ein frommer Wunsch: "Wir wünschen seiner Asche Frieden"!
Folgerichtig wünschen wir also auch dem Saabschen Blech Frieden.
Hochdeutsch ist schon verzwickt, da wird so viel gegen den armen Dativ gewettert, aber manchmal ist er eben doch richtig am Platz.
Paging