Weltspiegel (29): Automarkt China Der Drache fliegt voran

Europas Autoindustrie kämpft sich langsam aus der Krise, doch China ist längst weiter: Wer heute im Reich der Mitte den Ton angibt und wie sich der Markt entwickelt.

Von S. Viehmann

Die Redaktion von sueddeutsche.de sieht sich um - im "Weltspiegel": Welche Autos fahren die anderen? Wie reagieren andere Länder und Hersteller auf den Klimawandel und die Krise? Wer steigt auf alternativ angetriebene Fahrzeuge um?

Automartk China

Für den Automarkt in China wohl die perfekte Namensgebung ...

(Foto: Foto: Pressinform)

Der chinesische Automarkt ist im Lauf des vergangenen Jahrzehntes geradezu explodiert. Wurden im Jahr 2000 noch rund 614.000 Autos verkauft, waren es 2009 schon fast 8,4 Millionen. Für 2010 prognostiziert das Forschungsinstitut Center Automotive Research (CAR) mehr als zehn Millionen Verkäufe, für 2015 sogar 15 Millionen. "Die Dynamik der Chinesen ist beispiellos. Noch nie gab es in der Geschichte des Automobils einen Markt, der so stürmisch und schnell gewachsen ist", sagt Ferdinand Dudenhöffer, CAR-Direktor sowie Professor für Betriebswirtschaft und Automobilwirtschaft an der Universität Duisburg-Essen.

Allein im ersten Quartal 2010 lag das Plus im Vergleich zum Vorjahresquartal mit 2,77 Millionen Verkäufen bei 77 Prozent.

Dementsprechend hoch ist der Stellenwert der Messe Auto China in Peking, bei der sich neben Firmen aus Japan, Korea, den USA und Europa rund 30 chinesische Unternehmen präsentieren. Wenn der Aufwärtstrend der chinesischen Wirtschaft weiter anhält - Skeptiker befürchten immerhin schon eine mögliche "China-Blase" - dann dürfte es nicht mehr lange dauern, bis die Automessen in Shanghai und Peking den Shows von Detroit, Frankfurt oder Genf den Rang ablaufen.