Weltspiegel (3): Autoland Marokko Mit Allah auf die Überholspur
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1991 fuhren in Marokko eine Million Autos, heute sind es mehr als doppelt so viele. Der Fuhrpark wird von deutschen Sternträgern und französischen Oldies dominiert. Und immer noch leben Eselskarren und Autos einträchtig nebeneinander.
Haben Sie sich schon einmal gefragt, wo all die betagten Mercedes W123 eigentlich geblieben sind? Bis weit in die achtziger Jahre hinein prägten die großen rundlichen Benze das deutsche Straßenbild - als Taxi, Streifenwagen, Ambulanz, Familienkutsche oder Rentner-Mobil. Wir haben sie gefunden: Viele 123er leben immer noch und sind in Ländern wie Marokko als Sammeltaxen unterwegs.
Peugeot Pick-up: ein Arbeitstier in Marokko. Das andere ist nach wie vor der Esel.
(Foto: Foto: Pressinform)Anzeige
"Allah wird es richten"
Die Ex-Schwaben werden geschunden, bis sie auseinanderfallen. Theoretisch zumindest, denn das germanische Altmetall weigert sich beharrlich, das Zeitliche zu segnen. "Mein Auto wird mich wahrscheinlich überleben", scherzt Taxifahrer Mohammed aus Fes. Sein Mercedes 240 D hat die Ein-Million-Kilometer-Marke längst hinter sich gelassen - und ist damit keine Ausnahme. Die Motoren scheinen ewig zu halten und können, noch unbefleckt vom elektronischen Overkill moderner Aggregate, von jedem Mechaniker repariert werden.