Wechsel der Kfz-Versicherung bis 30. November Spartarife können teuer werden

Wer noch heute oder spätestens morgen die Autoversicherung wechselt, kann sparen - aber auch viel Geld verlieren. Doch Vorsicht: Vermeintlich billige Spartarife werden oft zur teuren Mogelpackung.

Uwe Schmidt-Kasparek

Viel Geld können Autofahrer in diesem Jahr durch den Wechsel zu einer günstigen Autoversicherung sparen. Das ist sinnvoll, denn fast alle Autoversicherer erhöhen für 2013 die Prämien. Ordentlich kündigen kann man noch bis zum 30. November 2012. Teilweise müssen die Kunden mit zweistelligen Aufschlägen rechnen. Wer umsteigt, sollte aber dringend auf Leistung achten. Sonst gerät er schnell in einen gefährlichen Magertarif und zahlt drauf. Auch wenn die Preise steigen, gibt es weiterhin günstigere Angebote. Das Sparvolumen am Markt bei vergleichbaren Leistungen liegt bei 60 Prozent, wie Berechnungen der Unternehmensberatung Nafi aus Höxter zeigen.

Umsteiger können somit deutlich sparen. Doch der Preis ist nicht alles. "Die Kunden sollten unbedingt darauf achten, dass der Tarif grob fahrlässige Fehler weitgehend mitversichert", warnt Monika Maria Risch, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Versicherungsrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV). Unter Umständen kommen 100 Euro Ersparnis den Kunden später sehr teuer. So sollten Autofahrer sogenannte Basis-, Eco- oder Kompakt-Tarife unbedingt vermeiden. Vielfach dürfen die Versicherer bei diesen Tarifen die Leistung deutlich kürzen. Unter Umständen geht der Autofahrer sogar ganz leer aus. Denn bei diesen Tarifen ist entscheidend, wie schwer ein Richter das Verschulden des Kunden beurteilt. Insgesamt hat Nafi 24 Versicherer mit 36 gefährlichen Magertarifen gefunden. Darunter gibt es sogar ein Angebot des ADAC. "Unsere Mitglieder haben sich einen solchen Tarif gewünscht", verteidigt sich ADAC-Sprecher Jochen Oesterle. Der Club würde immer zu höherwertigen Tarifen raten.

Doch viele Kfz-Versicherungen werden heute über das Internet per Vergleichsportale abgeschlossen. Da gibt es keine Beratung. Zudem rechnen viele der Portale erst einmal den günstigsten Tarif aus. Viel besser wäre es umgekehrt. Dann müssten die Kunden die Leistungen, die sie bewusst nicht wollen, ausschließen. "Wer einen leistungsschwachen Tarif kauft, muss damit rechnen, bei einem einzigen Unfall 20.000 Euro zu verlieren", rechnet Expertin Risch vor. Bei einem Unfall mit Rotlichtverstoß muss der Kunde beispielsweise eine Kürzung von 50 Prozent hinnehmen. Hinzu kommt meist ein Rechtsstreit gegen die Assekuranz. "Man sollte darum kämpfen, von der groben Fahrlässigkeit wegzukommen oder die Abzüge zu senken", rät Risch. Ohne Rechtsschutzversicherung müssen Streit und entlastende Gutachten ebenfalls aus eigener Tasche gezahlt werden. Wer hingegen bei einem Versicherungsmakler oder -berater vor Ort kauft, kann ihn später möglicherweise für eine Falschberatung haftbar machen. Der Hinweis auf die grobe Fahrlässigkeit gehört zur Beratung dazu und sollte im Protokoll vermerkt sein. Schadenersatz dürfte man hingegen von Internetmaklern kaum einklagen können.

So können verschiedene Fahrertypen sparen.

(Foto: SZ Grafik)