In den Weiten Kanadas sind Wasserflugzeuge oft die einzige Verbindung. Doch wie lange noch?
Ein Dorf am Ozean, weit draußen in der Wildnis der Nordwestküste Kanadas. Lax Kw'alaams, Roseninsel, nennen die Indianer diese einsame Siedlung. Port Simpson steht auf der Landkarte. Über dem Ort lastet eine seltsame Stille. Leer ist die Fischfabrik am Ufer, die staubige Straße führt nirgendwohin. Draußen auf dem Pazifik erkennt man winzige Boote. Plötzlich ein Brummen, das immer lauter wird. Ein Wasserflugzeug, North-Pacific-Flug 101. Die einzige Verbindung zur Außenwelt und damit eine unentbehrliche Nabelschnur. Dreimal täglich landen die Wasserflugzeuge aus der nur 15 Minuten entfernten Hafenstadt Prince Rupert - für gerade mal 1000 Einwohner.
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Fliegender Mythos: Für viele Menschen an Kanadas Westküste sind die Flugzeuge vom Typ DHC-2 Beaver die einzige Verbindung zur Außenwelt. (© )
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Gillie Sankey klettert aus der Maschine. Die hochbetagte Indianerin kauft zweimal monatlich in Prince Rupert ein, "weil mir der Laden von Port Simpson zu klein ist", sagt sie. Etwas wacklig geht sie zum Dorf hoch, hinter ihr Bob Bernhardt, ein Fachmann für Ungezieferbekämpfung, und zwei eingeflogene Elektriker. Der Pilot lädt die Fracht auf dem Holzpier ab, neue Passagiere steigen ein. Dann hebt die Maschine dröhnend nach Prince Rupert ab.
Dort, im Büro der kleinen Charter-Fluggesellschaft Inland Air, studiert Pilot Dave Norman die Wetterkarte auf dem Bildschirm. Er ist hoch konzentriert. Denn da draußen, an der nördlichen Küste British Columbias, ist alles möglich, da kann sich das Wetter in Minuten ändern. Wer nicht blitzschnell das Richtige tut, wenn unvermittelt Nebelwände auftauchen, die blind machen, wenn Winde ihre Stärke urplötzlich verdoppeln und die Maschine tanzen lassen, der sitzt in der Todesfalle. Das unberechenbare Wetter macht diese Gegend für einen Buschpiloten zu einer der schwierigsten überhaupt. Erfahrung ist alles.
Dave Norman, 56, fliegt seit 29 Jahren, seine Uniform besteht aus Jeans und Hosenträgern über den breiten Schultern. "Ein Pilot muss demütig sein", sagt er. "Wenn du denkst, dass du mit allem davonkommst, gehörst du nicht in ein Wasserflugzeug." Eine halbe Stunde später tuckert er mit seiner DHC-2-Beaver und drei Passagieren aus der Bucht von Seal Cove hinaus und lässt sie dröhnend in den Himmel steigen.
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...war und ist (Text) ein gutes Beispiel dafür, dass mit falsch verstandener, unkritischer Fortschrittsgläubigkeit oftmals annähernd perfekte Systeme von realitätsblinden Ingenieuren als "veraltet" ausgemustert werden, obschon die nachfolgenden Erfindungen in der Summe alles schlechter erledigen, auch wenn sie den Spezialisten in manch einzelnen Punkten weiter entwickelt scheinen.