Von Georg Kacher

Mit der Ein-Liter-Studie XL1 für zwei Insassen zeigt Volkswagen, was in Sachen Minderverbrauch derzeit technisch möglich ist. Nur wie fährt er sich? Die erste Ausfahrt.

2013 ist es soweit: VW montiert die ersten 50 bis 100 Ein-Liter-Autos. Ein Jahr später soll eine Kleinserie mit 5000 Stück folgen. Wir haben das Stromlinienmodell, das in der Anlaufphase mehr als 30.000 Euro kosten dürfte, im Berufsverkehr von Doha einem ersten Härtetest unterzogen. Vorläufiges Fazit: Die erstaunlich ausgereifte silberne Zigarre knausert am Sprit, nicht aber am Fahrspaß.

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Ausreichend klimatisierter Platz für zwei Personen, von null auf 100 km/h in 11,9 Sekunden, 160 km/h Spitze und trotzdem nur 0,9 Liter Diesel auf 100 km - das kann doch nicht mit rechten Dingen zugehen. Gut, die zum Laden der 5-kWh-Batterie benötigte Energie fällt bei diesem Messverfahren unter den Tisch. Trotzdem sind knapp ein Liter Sprit ein Fabelwert für ein komplett ausgestattetes und 795 Kilo schweres Automobil.

Der erste Golf konsumierte bei ähnlichem Gewicht und vergleichbaren Fahrleistungen rund das Achtfache. Selbst wenn man den 27-PS-Akku abkoppeln würde und die Arbeit allein dem 48 PS starken 0,8-Liter-Zweizylinder-Diesel überließe, läge der Durchschnittsverbrauch gerade mal um zwei Liter.

Keine Frage: Dieser hoch effiziente Plug-in-Antriebsstrang wird auch ohne die extrem windschnittige Leichtbaukarosse aus Kohlefaser seinen Weg machen, zum Beispiel in der Blue-E-Motion-Variante des neuen VW Up!.

Um in der Studie zu sitzen, muss ein groß gewachsener Fahrer den Kopf einziehen und die Beine anwinkeln, denn der Wolfsburger Tropfenwagen ist ein Kind des Windkanals. Obwohl der cw-Wert von 0,186 fast alle Rekorde bricht, versprechen die Aerodynamiker Abtrieb in allen Lebenslagen und keine übermäßige Seitenwindempfindlichkeit.

Im Gegensatz zur allerersten Ein-Liter-Zigarre sitzen Fahrer und Beifahrer jetzt nebeneinander. Allerdings sind die Insassen leicht versetzt zueinander untergebracht.

Auf Kommando schmatzen die beiden Flügeltüren ins Schloss, hinter der Schottwand knistert die Leistungselektronik, seitlich bilden die Polycarbonatfenster körpernahe Seh- und Durchgreifschlitze, nach vorne bestimmen der schmale Fußraum, das schlichte Armaturenbrett und die Panorama-Windschutzscheibe aus Dünnglas das Bild.

Achtung, Start! Einmal den roten Knopf drücken, auf das Ready-Signal warten, nochmal Knopf drücken, Siebengang-DSG-Wählhebel in D, und los geht's.

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