Mit der Ein-Liter-Studie XL1 für zwei Insassen zeigt Volkswagen, was in Sachen Minderverbrauch derzeit technisch möglich ist. Nur wie fährt er sich? Die erste Ausfahrt.
2013 ist es soweit: VW montiert die ersten 50 bis 100 Ein-Liter-Autos. Ein Jahr später soll eine Kleinserie mit 5000 Stück folgen. Wir haben das Stromlinienmodell, das in der Anlaufphase mehr als 30.000 Euro kosten dürfte, im Berufsverkehr von Doha einem ersten Härtetest unterzogen. Vorläufiges Fazit: Die erstaunlich ausgereifte silberne Zigarre knausert am Sprit, nicht aber am Fahrspaß.
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Ausreichend klimatisierter Platz für zwei Personen, von null auf 100 km/h in 11,9 Sekunden, 160 km/h Spitze und trotzdem nur 0,9 Liter Diesel auf 100 km - das kann doch nicht mit rechten Dingen zugehen. Gut, die zum Laden der 5-kWh-Batterie benötigte Energie fällt bei diesem Messverfahren unter den Tisch. Trotzdem sind knapp ein Liter Sprit ein Fabelwert für ein komplett ausgestattetes und 795 Kilo schweres Automobil.
Der erste Golf konsumierte bei ähnlichem Gewicht und vergleichbaren Fahrleistungen rund das Achtfache. Selbst wenn man den 27-PS-Akku abkoppeln würde und die Arbeit allein dem 48 PS starken 0,8-Liter-Zweizylinder-Diesel überließe, läge der Durchschnittsverbrauch gerade mal um zwei Liter.
Keine Frage: Dieser hoch effiziente Plug-in-Antriebsstrang wird auch ohne die extrem windschnittige Leichtbaukarosse aus Kohlefaser seinen Weg machen, zum Beispiel in der Blue-E-Motion-Variante des neuen VW Up!.
Um in der Studie zu sitzen, muss ein groß gewachsener Fahrer den Kopf einziehen und die Beine anwinkeln, denn der Wolfsburger Tropfenwagen ist ein Kind des Windkanals. Obwohl der cw-Wert von 0,186 fast alle Rekorde bricht, versprechen die Aerodynamiker Abtrieb in allen Lebenslagen und keine übermäßige Seitenwindempfindlichkeit.
Im Gegensatz zur allerersten Ein-Liter-Zigarre sitzen Fahrer und Beifahrer jetzt nebeneinander. Allerdings sind die Insassen leicht versetzt zueinander untergebracht.
Auf Kommando schmatzen die beiden Flügeltüren ins Schloss, hinter der Schottwand knistert die Leistungselektronik, seitlich bilden die Polycarbonatfenster körpernahe Seh- und Durchgreifschlitze, nach vorne bestimmen der schmale Fußraum, das schlichte Armaturenbrett und die Panorama-Windschutzscheibe aus Dünnglas das Bild.
Achtung, Start! Einmal den roten Knopf drücken, auf das Ready-Signal warten, nochmal Knopf drücken, Siebengang-DSG-Wählhebel in D, und los geht's.
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Probleme beim Berliner Flughafen lange bekannt
Davon kann man sich ein tolles Bild machen, was?
Auch die angedachten 30.000,-- sind nicht zu realisieren, so wie das Auto derzeit konzipiert ist. Weiters ist auch da teuer für einen 2-Sitzer, in dem grosse Personen nur sehr schlecht und unbequem sitzen.
Und wer rechnet uns noch aus welchen Energieaufwand der Bau der Autos wirklich hat?
Kann meinenVorschreibern nur zustimmen: das hier ist kein Journalismus, das ist Hofberichterstattung!
VW konfektioniert also zugekaufte Teile / Technik zu einem Gesamtkunstwerk - wow!
Meies Wissens beschäftigt diese Firma tausende von Ingenieuren - und dann muss man alles Wesentliche zukaufen?
Hätte man den Urgolf mit Kohlefaserteilen und modernster Motoren / Antriebstechnik gepimpt, ich wette, er bräuchte keinen Tropfen mehr. Auch ohne Hybridglump.
Das vorgestellte Fhzg ist doch nur ein Feigeblatt nach dem Motto "Wir tun was". Und in Wirklichkeit wird an der nächsten Generation der übermotorisierten Fettquallen a la Blähton, Passat und Touareg gebastelt: nicht mehr lange, und die Spitzenmodelle durchbrechen die 3To-Schallmauer. Natürlich *trotz* exzessiver Verwendung von Leichtbaumaterialien.
Nein, liebe SZ: das ist wahrlich kein Grund zum Jubeln, eher zum Weinen...
Liebe SZ-Redaktion,
auch wenn dieses Auto (mit zugegeben äußerst geringem Nutzwert und vernachlässigbar geringer Alltagstauglichkeit) wenig Kraftstoff verbraucht, so ist nicht von der Hand zu weisen, dass sich ein praxisorientierter Verbrauch von 0,9 Litern auf 100 km Reichweite tatsächlich nur auf den ersten 100 km umsetzen lässt, wenn dabei 35 km rein elektrisch zurückgelegt werden.
Dabei werden zwei elementare Dinge vernachlässigt; wie der Autor im Artikel erwähnt, fällt die dazu benötigte elektrische Energie nicht in die Bilanz, rechnet man gar den Verbrauch (für einen direkten Vergleich mit heutiger Technik durchaus sinnvoll) auf die Gesamtreichweite um, kommt man auf knapp über 1,8 Liter/100 km.
Wenn man davon noch die rein elektrisch erzielte Reichweite abzieht, stehen für VW natürlich weitaus unangenehmere 1,95 Liter/100 km auf dem Papier, dieser Wert ist jedoch für jeden weitaus aussagekräftiger, der schon heute problemlos mit einem ausgereiften und voll alltagstauglichen Auto auch Langstrecken mit 5 Liter/100 km Verbrauch zurücklegen kann - solche Fahrzeuge gibt es übrigens auch seit Jahren bei VW im Konzernregal.
Wo ist hier also der wahre technische Fortschritt?
Ich würde es sehr begrüßen, wenn die Medien in der heutigen Zeit sich ihre Objektivität und Unabhängigkeit bewahren und alle Fakten auf den Tisch bringen würden. Fürs Marketing sollte einzig und allein der Hersteller verantwortlich sein.
Ich fahre seit Jahren ein Fahrzeug, mit dem man am Tag 1000km zurücklegen kann, mit 0 Emissionen ... mal abgesehen von Schweiß und verbrauchter Atemluft.
Ich brauche es aber zu 99% für nicht mehr als 15km Arbeitsweg. Damit liege ich schon über dem Schnitt der von den meisten gefahrenen Wege!
Dieses Fahrzeug gibt es seit 2000. Sein größter Mangel ... die fehlende Lobby.
800kg Fahrzeug für 80kg Fahrer sind ein Irrweg. Wenn man dann auch noch in diesem Artikel die Zukunftsvision der Macher des XL1 zu lesen bekommt ... schneller , stärker, größer ... wird klar, die lernen es in ihrem Leben nicht mehr.
Schade das die SZ sich da, wie leider alle anderen auch, regelmäßig vor den, gern auch als Zukunftsvision getarnten, Werbekarren spannen lässt.
Erst der Bericht über die Super-Werbung, dann dies hier und noch die Mitteilung zum Konzernergebnis pp.
Paging