Peugeot und Renault haben es bereits. Ford, Opel und Volvo werden es demnächst einführen. Nur bei VW klemmt es sozusagen noch. Die Rede ist vom versenkbarem Hardtop, der Synthese aus Coupé und Cabriolet.
Wolfgang Bernhard, der neue Markenchef, nennt die Gründe für den verspäteten Produktionsstart des viersitzigen Eos: "Die Autos waren zum geplanten Termin nicht in Ordnung. Selbst wenn von zehn Fahrzeugen nur eines Probleme macht, gibt es von mir keine Freigabe: Qualität geht vor Stückzahl und Ergebnis."
Wolfgang Bernhard, der neue VW-Markenchef, stellte den Eos auf der IAA 2005 vor. (© Foto: AP)
Anzeige
Liegt der schwarze Peter etwa beim Zulieferer Webasto, der die einbaufertigen Dachmodule in Portugal produziert? "Das kann man so nicht sagen", verneint Projektleiter Frank Welsch. "Schließlich treffen hier zwei Elemente aufeinander: das vormontierte Dach und die Rohkarosse. Um die unvermeidlichen Toleranzen auszugleichen, haben wir ein neues flexibles Aufnahmesystem entwickelt, das aus insgesamt acht fein justierbaren Anlenkpunkten besteht. Verspannungen, Klemmstellen und Quetschungen sind dadurch kein Thema mehr."
An Marktbedürfnisse angepasst
Warum aber wechselt VW vom klassischen Softtop zu einer Dachkonstruktion, die verschiedene Nachteile mit sich bringt: weniger Platz im Fond und im Kofferraum, ungeklärte Dauerhaltbarkeit, hoher Schwerpunkt? "Weil der Markt es so will", antwortet der Vorstandsvorsitzende Bernd Pischetsrieder und fügt hinzu: "Obwohl wir mit leichter Verspätung in dieses Segment einsteigen, wollen wir mit unserer überlegenen Dachlösung vom Start weg punkten."
Das VW-Hardtop öffnet und schließt vollautomatisch in 25 Sekunden und es besitzt als einziges seiner Art serienmäßig ein integriertes Glasschiebedach samt stufenlos verstellbarer Sonnenschutzjalousie. Dadurch bietet der Eos, der nach der Göttin der Morgenröte benannt wurde, verschiedene UV-Positionen: Coupé mit geschlossenem Glasdach oder offenem Schiebedach, Cabriolet mit geschlossenen oder voll versenkten Seitenscheiben. Es zieht? Dann klappen Sie bitte die Windabweiser hoch. Der vordere ist im Preis inbegriffen, der hintere kostet 290 Euro extra.
Das Eos-Dach ist also ein selbstverliebtes theatrum mobile mit hohem Schwierigkeitsgrad und hoher Komplexität. Der von acht Hydraulikzylindern angetriebene Apparat wiegt 90 Kilogramm, und die Einzelteile bewegen sich in derart engen Toleranzen zueinander, dass es selbst ausgebufften Qualitätskontrolleuren schwarz vor Augen wird. Trotzdem beherrscht dieses Verdeck ohne Beanstandungen sogar die schwierigste aller Cabrio-Übungen, den Schließprozess mit einem Rad auf dem Bürgersteig und drei Rädern auf der Straße.
Anlaufschwächen
Geschlossen stören uns allerdings die Windgeräusche an der Trennfuge der Seitenfenster und die Zugluft im Bereich der Heckscheibe. Begründung: noch nicht serienfällige Dichtungen, zu große Toleranzen im Auflagebereich zwischen Dach und Karosserie. Änderungen seien eingeleitet, heißt es.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite