VW Beetle Mit Spoiler, ohne Vase

Volkswagen bringt zum zweiten Mal einen Retro-Käfer auf den Markt. Der neue Beetle ist sportlicher und teurer - und soll den Weg an die Weltspitze ebnen.

Von Kristina Läsker

Der Herr neben dem silberfarbenen VW-Käfer strahlt. In schwarzer Hose, schwarzem Hemd und mit randloser Brille steht Klaus Bischoff auf einer Bühne in einem Pavillon in Berlin-Mitte und schwärmt. "Hier diese silberne Linie", sagt Bischoff: "Das ist eine Reminiszenz an das legendäre Trittbrett."

Der neue Beetle ist da - und diesmal, so hofft VW, soll der Durchbruch gelingen. Immerhin haben sich die Wolfsburger für die Neuauflage 13 Jahre Zeit gelassen.

(Foto: dapd)

Der Mann muss so sprechen. Er ist einer der Chefdesigner von Volkswagen, und neben ihm steht eines der wichtigsten Produkte seiner Karriere: der neue Beetle. Das Auto ist der Enkel des Käfers, mit dem VW einst sein Image als volksnaher Konzern begründete. Von Herbst an wird Europas größter Autobauer den Käfer in Deutschland, den USA und Asien auferstehen lassen.

Das ist mehr als Nostalgie. In Hoffnungsmärkten wie China und Amerika soll der Beetle die Käufer begeistern und dem Konzern den Weg an die Weltspitze ebnen. Sein direkter Vorgänger, der New Beetle von 1998, konnte aus dem Nimbus des Käfers allerdings wenig Profit schlagen - das neue Modell muss es da besser machen.

Ansonsten wird es deutlich schwerer für die Wolfsburger, die ehrgeizigen Ziele zu erreichen. Spätestens 2018 will Volkswagen die Nummer eins der Autowelt sein. Momentan gelingt tatsächlich einiges: Am Montagabend konnte VW-Chef Martin Winterkorn erneut Rekorde melden. Dieses Jahr will der Mehr-Marken-Konzern, zu dem neben VW unter anderem Seat, Audi und MAN gehören, erstmals mehr als acht Millionen Fahrzeuge verkaufen. "Ich gehe mal davon aus", sagt Winterkorn mit Blick auf diese Zahl knapp, nachdem er den Beetle in Berlin vorgestellt hat.

Der Neo-Käfer soll beim Sturm an die Spitze voranrollen - und Sympathien wecken: "Dieses Fahrzeug steht in einer legendären Tradition", sagt Winterkorn. "Es ist das Herz von Volkswagen."

Tatsächlich galt der Originalkäfer mit der runden Haube als günstig und robust, und er wurde geliebt. Ob Fusca, Maggiolino, Vocho oder Coccinelle - für kaum ein anderes Auto gibt es weltweit so viele Kosenamen. Und bis heute trumpfen ältere Fans damit auf, dass ein gerissener Keilriemen beim Käfer mit der Strumpfhose der Liebsten ersetzt werden konnte.