Von Marion Zellner

Temposünder können kaum noch entkommen: Wer zu schnell unterwegs ist, wird von der Polizei auch immer schneller erwischt - dank ausgefeilter digitaler Technik.

Die einen erfahren es beim Ausleeren ihres Briefkastens zu Hause. Die anderen wissen es gleich - in Form eines hellen roten Blitzes oder dank der Information durch einen Beamten. Man war schneller unterwegs, als die Polizei erlaubt und wurde dabei erwischt. Alltägliche Praxis. Somit eigenen sich Tempokontrollen bestens für Stammtischgespräche: Dort wird geredet über "Kavaliersdelikte", "Abzocke" und "eben Pech gehabt", aber auch von "gerechter Strafe", "zu niedrigen Bußgeldern" und "wer sich an die Regeln hält, muss nichts befürchten" ist die Rede - je nach persönlicher Einstellung und eigenen Erfahrungen.

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Zu den neuen Überwachungssystemen gehört der Eso 3.0. Durch die flache und kleine Bauart kann er unter einer Leitplanke stehen, in eine Hecke integriert oder in Kurven verwendet werden. Und die Fotos sind gestochen scharf. (© Foto: oh)

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Wie auch immer, zwei Dinge sind unumstritten: "Nicht angepasste Geschwindigkeit", wie zu schnelles Fahren offiziell heißt, gehört zu den Hauptunfallursachen in Deutschland. Im vergangenen Jahr rangierte sie auf Platz drei, nach Fehlern beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren sowie Missachtung der Vorfahrt. 2008 wurden bei 55.071 Verkehrsunfällen mit Personenschaden, deren Grund zu schnelles Fahren war, 1703 Menschen getötet; 74.564 Personen wurden verletzt.

Und zweitens: Die Polizei hat immer bessere und vielseitig, weil mobil einsetzbare Technik zur Verfügung, um Temposünder belangen zu können. Die Messmethoden basieren dabei auf verschiedenen Lichttechniken: Radar, Laser und Lichtschranke. Zudem kann der Impuls durch Induktionsschleifen oder speziellen Sensoren in der Fahrbahn ausgelöst werden. Zu den neuen Systemen, die jetzt auch in Bayern eingesetzt werden, gehört der Einseitensensor Eso 3.0. Die mobile Anlage mit digitaler Technik wurde seit seiner Einführung im Jahr 2006 bundesweit bereits 190 Mal verkauft, so Christoph Münz, Geschäftsführer von Eso-Elektronik in Tettnang. Je nach Ausführung und Umfang kostet so eine Anlage zwischen 40.000 und 80.000 Euro.

Lichtschrankenmessgeräte basieren auf einer Weg-Zeit-Berechnung. Das Tempo eines Fahrzeuges ergibt sich dabei aus der Messbasis und der Zeit, in der das Fahrzeug die Messbasis durchfährt. Das Gerät verfügt über fünf Senoren mit einem Gesamtabstand von 50 Zentimeter, angeordnet zum Beispiel in der Reihenfolge 1-4-2-5-3, wenn die zu messende Fahrt von links nach rechts erfolgt. Das heißt, das Auto fährt an den fünf Sensoren vorbei, diese erzeugen nacheinander sogenannte Triggersignale - also Impulse, die einen Schaltvorgang auslösen. Die Sensoren erfassen Helligkeitsprofile des Fahrzeugs, diese werden digitalisiert und gespeichert. Aus den Profilen der drei parallel angeordneten Sensoren 1-2-3 wird die vergangene Zeit ermittelt, um das Tempo auszurechnen. Die beiden anderen Sensoren messen den Abstand zum Fahrzeug.

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