Von Klaus C. Koch

Die Verkehrsprojekte Deutsche Einheit sollen Schiene, Straße und Wasser enger verknüpfen und so den Osten stärken. Sie stehen aber in der Kritik.

Eine dichte Staubwolke folgte dem Donnergrollen, das lautstark das Ende der Vortriebsarbeiten in der sechseinhalb Kilometer langen Röhre am Saubach verkündete. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) persönlich drückte den roten Knopf, um im Beisein eines Sprengmeisters den letzten Durchschlag in der Weströhre des Bibratunnels zu vollziehen. Beim offiziellen Termin vor wenigen Tagen ging nichts daneben. Überschattet wurden die Feierlichkeiten trotzdem - vom Einsturz eines 1000 Tonnen schweren Betonvorschubteils auf einer 50 Kilometer entfernten Baustelle der selben ICE-Trasse. An der Saale-Elster-Brücke wurden zwölf Arbeiter zum Teil schwer verletzt.

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Großer Plan: Ziel der Verkehrsprojekte Deutsche Einheit ist es, die Verkehrsträger Schiene, Straße und Wasser enger miteinander zu verknüpfen. (© SZ-Grafik: Alper Özer)

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Deutschlands derzeit größtes Infrastrukturprojekt - die mit 27 Tunnelbauwerken und 35 Brücken 500 Kilometer lange ICE-Neubaustrecke von Berlin über Leipzig/Halle und Erfurt nach Nürnberg - wird zehn Milliarden Euro kosten. Viel Arbeit und viel Geld. Aber in der Liste der Verkehrsprojekte Deutsche Einheit (VDE), die kurz nach dem Mauerfall 1991 in Angriff genommen wurden, firmiert diese Hochgeschwindigkeitstraße als Nummer Acht. Diese fortlaufende Nummerierung dürfte aber auch schon das einzige sein, was hier der Einfachheit gezollt wurde. Denn gut die Hälfte der Strecke besteht aus Brücken und Tunnels.

Vom Jahr 2016 an sollen dann zwischen München und der Hauptstadt die Züge mit bis zu 300 Kilometer pro Stunde unterwegs sein. Was entlang der Trasse nicht nur Begeisterung auslöst, denn: Ein einstmals von Bundesverkehrsminister Günther Krause lanciertes Beschleunigungsgesetz betraf weniger das Tempo der Züge, sondern eher die Geschwindigkeit, in der Einsprüche von Bürgern abgeschmettert werden konnten.

Hinter dem Kürzel VDE verbergen sich groß angelegte Bauprojekte für Verkehrsverbindungen zwischen Ost- und Westdeutschland, von denen man sich positive Auswirkungen auch auf die Regionalplanung und Infrastruktur auf dem Gebiet der ehemaligen innerdeutschen Grenze versprach; enger verknüpft werden sollen die unterschiedlichen Verkehrsträger Schiene, Straße und Wasser.

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