Die vielerorts mit dem Konzept verbundenen Hoffnungen sieht Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer (UDV) des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft, dagegen äußerst kritisch: "Shared Space ist ein politischer Modebegriff", es gäbe in Deutschland nicht einmal einheitliche Kriterien. Außerdem sei Bohmte ein schlechtes Beispiel, weil es eine viel befahrene Durchgangsstraße ist: "Die Autos sind nicht nur Gast im Straßenraum, wie es das Konzept verlangt."

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... Verkehrsschilder haben ausgedient. (© Foto: dpa)

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Tatsächlich werden in Bohmte täglich 12.300 Fahrzeuge gezählt, knapp zehn Prozent davon sind Lkw. Und keineswegs teilen sie sich, wie erwünscht, den neu gestalteten Raum mit den Fußgängern - wie zuvor benutzen die Autos die Mitte der Straße, Fußgänger und Radfahrer sind nach wie vor nahe der Hauswände unterwegs. Und Brockmann weist auch auf Gefahren für Kinder und Senioren hin; Blindenverbände kritisieren das Konzept grundsätzlich, weil blinde und sehbehinderte Menschen sich dort nicht mehr orientieren könnten.

Bei vielen Bürgern von Bohmte dagegen sind die Bedenken gewichen. Als Monderman seine Idee vor gut fünf Jahren vorstellte, zweifelte Gastwirt Friedrich-Wilhelm Asshorn noch: "Ich war skeptisch, ob Unsicherheit mehr Sicherheit bringen kann." Heute ist er überzeugt: "Es funktioniert, weil alle mehr aufeinander achten."

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  1. Sicherheit durch Verunsicherung
  2. Sie lesen jetzt Fast alle Bedenken sind gewichen
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(SZ vom 30.11.2009/gf)