Verkehrsprojekt Grüne Welle für Fahrräder

Dauerhaft grüne Ampeln an den Fahrradwegen: In der dänischen Stadt Aarhus gibt es ein Pilotprojekt, das das ermöglicht.

(Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa)
  • Die dänische Stadt Aarhus testet derzeit ein Projekt, das Radfahrern eine grüne Welle durch die Innenstadt ermöglicht.
  • Die Fahrräder werden dafür mit RFID-Transpondern ausgestattet, mit deren Signalen sie sich lokalisieren lassen.
  • Sobald ein Empfänger die Signale erfasst, schaltet die nächste Ampel auf grün.
Von Thomas Harloff

Radfahren in Innenstädten könnte viel angenehmer sein, wenn nicht ständig eine rote Ampel zum Anhalten zwingen würde. Das Warten kostet Zeit, das ständige Anfahren kostet Kraft, und der Aufenthalt in unmittelbarer Umgebung ist der Gesundheit auch nicht gerade zuträglich. Eine grüne Welle wäre ideal, aber aus mehreren Gründen schwer umzusetzen. Dass verschiedene Radfahrer ihre Velos unterschiedlich schnell durch die Straßen steuern, ist nur einer davon. Doch genau diese grüne Welle versucht man nun in Aarhus umzusetzen.

Dänemarks zweitgrößte Stadt will wie die Hauptstadt Kopenhagen zu einem Vorbild werden, was die Förderung des Radverkehrs angeht. Elementare Bestandteile dieser Strategie sollen nicht nur breite, gut ausgebaute Radwege sein, sondern auch ein wenig Hightech, die derzeit im Rahmen eines Verkehrs- und Umweltprojektes der EU getestet wird.

RFID-Transponder in den Speichen, Empfangsstation am Streckenrand: Mit dieser Technologie gewährleistet Aarhus die grüne Welle für Radler.

(Foto: Radical/Aarhus Living Lab)

Die Technologie, die Radlern ein flüssiges Fortkommen sichern soll, basiert auf RFID-Systemen. Dabei wird ein Signale sendender Transponder in die Speichen geklemmt, der entsprechende Empfänger befindet sich neben dem Radweg. Wenn eine bestimmte Anzahl an Radfahrern den Empfänger passiert hat, meldet sich dieser bei der 50 bis 100 Meter entfernten Ampel an der folgenden Kreuzung und schaltet diese auf Grün, bis die Gruppe auf der anderen Seite der Straße angekommen ist. Die Autofahrer müssen währenddessen warten, auch wenn sie ohne die RFID-Chips an den Fahrrädern selbst an der Reihe wären.

Ein Gewinn für Verkehrsfluss und Sicherheit

Die grüne Welle für Fahrräder soll aber nicht nur den Verkehrsfluss optimieren. Auch Sicherheitsaspekte spielen bei der Idee eine Rolle. Denn die Initiatoren stufen jene Situationen, in denen sich viele Fahrradfahrer auf wenig Platz vor einer roten Ampel ballen, als besonders gefährlich ein. Außerdem soll diese Lösung deutlich günstiger sein als etwa in den Asphalt eingelassene Induktionsschleifen, die man aus dem Autoverkehr kennt.

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"In Aarhus haben wir die Vision, den Radfahrern zu helfen und Autos mehr und mehr aus der Innenstadt verschwinden zu lassen", wird Louise Overgaard, eine Mitarbeiterin des verantwortlichen Projektes namens "Radical", beim Blog Co.Exist zitiert.

Doch es wird selbst in Aarhus noch eine Weile dauern, bis das RFID-System flächendeckend eingeführt ist. Bislang sind lediglich die Fahrräder von 200 Freiwilligen mit den Sendern ausgestattet, und Empfänger gibt es nur an einer mittelgroßen Kreuzung. Aber Overgaard zufolge stehen die Chancen gut, dass das Projekt bald auf mehr Radfahrer und weitere Stadtteile ausgedehnt wird.

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