In den nächsten Jahren sollen nun insgesamt weitere rund 370 Kilometer Autobahn an Privatinvestoren gehen, darunter Strecken in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Das Bauvolumen beträgt knapp 1,4 Milliarden Euro. Zunächst müssten aber die Voraussetzungen für die private Beteiligung, insbesondere die Wirtschaftlichkeit der Strecken, geprüft werden, kündigte Tiefensee an. Entscheidend ist dafür die Höhe der Mauteinnahmen, die wiederum abhängig ist vom Lkw-Verkehr auf der jeweiligen Strecke. Der Ausbau der A 9 in Thüringen gilt Unterlagen aus dem Verkehrsministerium zufolge schon jetzt als "Projekt mit geringem Verkehrsrisiko".

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(© SZ-Grafik)

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Die Spielräume des Bundes für solche Projekte waren zuletzt noch gewachsen. Erst vergangene Woche hatte das Kabinett eine deutliche Anhebung der Mautsätze beschlossen. Statt durchschnittlich 15 Cent kostet die Nutzung deutscher Autobahnen für schwere Lastwagen vom kommenden Jahr an 16,2 Cent je Kilometer. Je nach Schadstoffklasse und Größe kann dieser Tarif stark schwanken. Zugleich vereinbarte Tiefensee mit Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD), dass er die Mehreinnahmen komplett in den Ausbau von Verkehrswegen stecken darf. Zuletzt spielte die Lkw-Maut 3,3 Milliarden Euro im Jahr ein. Der Lkw-Verkehr nimmt seit Jahren stetig zu.

Allerdings würden auch weiterhin die Autobahnen überwiegend im Auftrag des Bundes gebaut, sagte Tiefensee. Für den Autofahrer werde nicht spürbar sein, ob die Autobahn von einer regulären Autobahnmeisterei oder von einem Bauunternehmen instand gehalten wird. Die Bauindustrie wartet schon lange auf weitere Projekte dieser Art. "Es wird höchste Zeit, dass man über die Pilotstrecken hinausgeht", sagte der Vizegeschäftsführer des Branchenverbandes, Heiko Stiepelmann.

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(SZ vom 26.06.2008/gf)