Diese Autos verbrauchen weniger Sprit und schonen mit neuer Technik die Umwelt - und kommen so gut wie nie aus Deutschland.
Der weiße Polo hat einen Spoiler wie ein Sportwagen, doch seine wahre Stärke ist unsichtbar. Es ist nicht entstandenes Kohlendioxid, es ist Sprit, den keiner tanken musste. Der weiße Polo, Typ "1,2 TDI Bluemotion", ist eines der sparsamsten Autos Deutschlands: 3,3 Liter Verbrauch auf 100 Kilometer, dabei nur 87 Gramm CO2 je Kilometer - das schafft kein anderer Fünfsitzer im Land. "Und wir sind noch nicht am Ende der Entwicklung", heißt es bei Volkswagen.
Bild vergrößern
Noch Mangelware in Deutschland: umweltschonende Autos. (© SZ-Grafik)
Anzeige
Im deutschen Fahrzeugpark allerdings bleibt der Sauber-Polo eine große Ausnahme. Einzig der Zweisitzer "Smart fortwo cdi" glänzt mit ähnlichen Verbrauchswerten. Ansonsten kommen die Spitzenreiter unter den sauberen Automobilen fast ausschließlich aus dem Ausland. Das geht aus der aktuellen Auto-Umweltliste hervor, die der Verkehrsclub Deutschland (VCD) am Mittwoch in Berlin vorlegte. Demnach haben abermals die japanischen Hersteller Toyota und Honda die umweltfreundlichsten Autos entwickelt. Wie schon im Vorjahr schnitten die Hybrid-Fahrzeuge von Toyota am besten ab; der Auris und der Prius rangeln um Platz eins.
Beide Autos verfügen neben dem Verbrennungsmotor auch noch über einen Elektroantrieb. Eine Batterie fängt überschüssige Energie auf, der Elektromotor schaltet sich gelegentlich zu. Vor allem im Stadtverkehr sparen die Autos so Kraftstoff. Auch Honda schafft es mit einem Hybrid-Fahrzeug unter die ersten Fünf. Nur bei Familienkutschen mit sieben Sitzen liegen Volkswagen und Opel vor der Konkurrenz - wie in den Vorjahren auch. Neben den Verbrauchswerten prüft der Verkehrsclub auch Lärm- und Schadstoffbelastung der Autos.
Nach Auffassung des VCD schöpfen die Hersteller längst nicht alle Potentiale aus. "Der Fortschritt in der Automobilindustrie ist eine Schnecke", sagt der Verkehrsexperte des Verbandes, Gerd Lottsiepen. Immerhin aber sei die Auswahl gewachsen. "Niemand muss ein Auto kaufen, das mehr als fünf Liter verbraucht", sagt Lottsiepen. Auf Elektroautos allerdings sollten sich die Käufer noch nicht freuen: Die seien kaum verfügbar - und wenn doch, viel zu teuer. So wie vor zehn Jahren der Drei-Liter-Lupo von VW. Der war sogar sparsamer als der Polo von heute.
- Thema
- Hybridantrieb RSS
- Xprice: Autorennen für Spritsparer Kampf der Öko-Boliden 17.08.2010
- BMW-Studie Weißblaue Visionen 04.09.2009
- BMW-Studie Weißblaue Visionen 04.09.2009
- VCD-Umweltliste 2009 Deutsche Autos schlucken mehr 19.08.2009
- Alternative Antriebe Der Zirkus mit der Zukunft 28.07.2009
- Alternative Antriebe Der Zirkus mit der Zukunft 28.07.2009
- Mercedes Concept Blue Zero Vitamin E 27.07.2009
(SZ vom 19.08.2010/kaeb)
Rein auf den europäischen Fahrzyklus und das CO² bezogen, das den Auspuff verlässt, mag die Wertung gerechtfertigt sein. Aber ist das alles? Betrachtet doch bitte mal die vollständige CO²-Bilanz, in der auch die Herstellung der Batterie und zusätzlicher Komponenten im Hybrid-Fzg. Rechnung getragen wird. Und vergesst bitte auch nicht die nach ein paar Jahren fällige Entsorgung des sündhaft teuren Lithium-Akkus, wenn die Reichweite beim rein elektrischen Fahren von (neu) 2km auf wenige Hundert Meter gesunken ist ;-). Und nicht zuletzt: Ein praxisnaher Fahrzyklus mit mehr Überland- u. Autobahnfahrten würde für eine objetive Betrachtung sicherlich nicht hinderlich sein. Der Hybrid ist in meinen Augen nur eine Modeerscheinung aus den Staaten, und nutzt nur wenigen Fahrern, die oft in verstopften Städten mit viel Stop and Go unterwegs sind. Auf Langstrecken wird der Hightech-Ballast dann nur uneffezient mit geschleppt.
Wer's gern bebildert hat: http://bit.ly/9qi4Kt #Mobilität
Wirkliche Anwärter, je nach Maßstab: Unimog, PzH 2000, VW Käfer, Trabi, Lada Niva, Lanz Bulldog, Braunkohlebagger, BMW Isetta, Opel Manta, ...
wenn der VCD seinen CO2-Ausstoß im Verhältnis zur möglichen Leistung und dem daraus resultierenden Verbrauch, Langlebigkeit und Qualität (Made in Germany) und Umweltfreundlichkeit (Haltedauer bei guter Pflege locker 50 Jahre!) berücksichtigt. Auch eine Sichtweise, die in eine "Auto-Umweltliste" gehört, Herr Lottsiepen.
Vom täglichen Fahrspaß und vom realen Wiederverkaufswert wollen wir an dieser Stelle gar nicht reden...
Lieber Herr Bauchmüller, vielleicht lesen Sie die Studie des VCD noch einmal, dann merken Sie, dass Sie teilweise ziemlichen Unfug geschrieben haben. Und vielleicht merken Sie dabei auch, dass die Studie an sich fragwürdig ist, weil verschiedene Kriterien wie z.B. Lärm in undurchsichtiger Weise reingerechnet wurden, andere Faktoren wie z.B. Entsorgung aber keinen Eingang gefunden haben. Sich damit auseinanderzusetzen und die Ergebnisse des VCD mit anderen Studien z.B. des ADAC zu vergleichen, na, das wäre doch einmal ein vernünftiger Artikel gewesen! Schade.
Paging