US-Automarkt Aufschwung trotz Hurrikan "Sandy"

"Sandy" konnte den Aufschwung des US-Automobilmarktes nicht stoppen, deutsche und amerikanische Autobauer steigerten ihre Absätze sogar. Japanische Hersteller verkauften allerdings weniger Autos und Elektroauto-Pionier Fisker musste einen schweren Rückschlag wegen des Hurrikans hinnehmen.

Von Wolfgang Gomoll

Trotz des Unwetters wurden im Oktober in den USA knapp 1,1 Millionen Autos verkauft. Allerdings brach der Absatz in der letzten Oktoberwoche vor allem im Nordosten der USA ein. Mit mehr als 225 Händlern ist Nissan in dieser Region besonders gut vertreten. Die Japaner verbuchten im Vergleich zum Vorjahr im Gesamt-Monat einen Rückgang um 3,2 Prozent auf 79.685 Autos.

Hart traf es auch Toyota: Eine Halde mit 4500 Autos in Newark wurde überflutet. Noch ist das Ausmaß der Schäden nicht bekannt. Immerhin legten die Asiaten um fast 16 Prozent zu und brachten im Oktober 155.242 Autos an den Mann. Honda konnte sich zwar über einen Zuwachs von neun Prozent freuen, aber mit 106.973 Autos wurden im Oktober weniger Modelle an den Mann gebracht, als erwartet. Wesentlich schlimmer erging es Fisker: Im Hafen von Newark brannten 16 Karmas zum Preis von je 95.000 Dollar ab.

In den deutschen Konzernzentralen sieht man "Sandy" als eher regionales Problem. Zwar ist ein Viertel aller VW-Händler von den Auswirkungen des Wirbelsturms betroffen, aber die Wolfsburger schafften mit 34.311 Autos (22,4 Prozent mehr als im Vorjahr) den besten Oktober seit fast 40 Jahren. BMW ist traditionell stark in den USA und deswegen legten die Münchener mit 32.339 verkauften Einheiten ebenfalls einen Top-Monat hin. Mercedes-Benz verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr bei Pkws und Kleinlastern ein Plus von neun Prozent. Porsche legte um fast 40 Prozent zu, Audi immerhin um 14,5 Prozent.

Die amerikanischen Hersteller konnten ebenfalls mit dem abgelaufenen Monat zufrieden sein. Chrysler veräußerte im Oktober 126.185 Autos, die meisten seit 2007. Das bedeutet einen Zuwachs um 10,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch GM freut sich mit 195.764 Verkäufen über ein Fünfjahres-Hoch. Lediglich Ford blieb mit 167.947 Modellen bei einem Zuwachs von unter einem Prozent.

Dodge nutzt das Unwetter für PR-Zwecke und spendet dem amerikanischen Roten Kreuz 20 Ram-Trucks. Noch sind nicht alle Trümmer weggeräumt, schon starten Hersteller wie Ford, Chevrolet oder Infiniti eine Preis-Offensive, um den Menschen, deren Autos überflutet oder von umstürzenden Bäumen beschädigt wurden, den Kauf eines Neuwagens schmackhaft zu machen. GM legt noch 500 Dollar zu den bestehenden Rabatten drauf. Das Kalkül: Nach dem verheerenden Unwetter brauchen viele Menschen ein neues Auto. Die Regierung hat schnelle und unbürokratische Hilfe zugesagt.