Von Lars Wagner

Auf Deutschlands Straßen starben im vergangenen Jahr so wenig Menschen wie seit fünfzig Jahren nicht mehr. Für Kinder und Fahrradfahrer ist das Risiko allerdings gestiegen.

5361 Autofahrer, Motorradfahrer, Radfahrer und Fußgänger kamen ums Leben, das sind 8,2 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Jeder fünfte Verkehrstote ist dabei zwischen 18 und 25 Jahren alt.

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Dies geht aus der neuen Unfallstatistik hervor, die der Präsident des Statistischen Bundesamts, Johann Hahlen, am Donnerstag in Berlin vorstellte.

Während die Zahl der Verkehrstoten insgesamt sank, ist die Anzahl der tödlich verunglückten Kinder um vier Prozent gestiegen: 159 Kinder starben im vorigen Jahr auf Deutschlands Straßen.

Besonders groß ist das Todesrisiko für Kinder, die Fahrrad fahren: Im vorigen Jahr starben dabei 41 junge Menschen unter 15 Jahren, ein Plus von 78 Prozent.

"Positive Halbzeitbilanz"

Die Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen, dass das Todesrisiko in den einzelnen Bundesländern höchst unterschiedlich verteilt ist. In Berlin war es am niedrigsten, dort kamen auf eine Million Einwohner zwanzig Tote, im benachbarten Brandenburg dagegen 105.

Hahlen sagte, Deutschland könne das Ziel der Europäischen Union erreichen, die Zahl der Verkehrstoten in der Zeit von 2000 bis 2010 zu halbieren. So sei die Zahl der Toten in den letzten fünf Jahren um 2142 zurückgegangen, was einem Minus von 29 Prozent entspricht.

Dies sei eine "positive Halbzeitbilanz". Im EU-Vergleich steht die Bundesrepublik damit an sechster Stelle. Insgesamt gab es in Deutschland im vergangenen Jahr 2,25 Millionen Verkehrsunfälle, bei 330.000 kamen Menschen zu Schaden.

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(SZ vom 14.7.2006)