Dass im vergangenen Jahr die Zahl der Verkehrstoten weiter sank, ist noch lange kein Grund zum Jubeln. Von politischer Seite muss noch mehr getan werden: Wie man zusätzlich einige Leben retten könnte.
Die Zahl der 2005 auf deutschen Straßen getöteten Personen betrug im Vergleich zum Jahr 1970 nur noch ein Viertel. In die Freude über diese Entwicklung mischt sich Entsetzen.
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Dass damals mehr als 21.000 Menschen im Verkehr ihr Leben hingaben, wurde weitgehend als zu tolerierende Kehrseite der Auto-Mobilität angesehen. Der vom Statistischen Bundesamt für das Vorjahr veröffentlichte Wert von 5361 Toten ist denn auch noch lange kein Grund zum Jubeln.
Hinter solchen Zahlen stehen Zehntausende Menschen, die später den Folgen ihrer Verletzungen erliegen oder zeitlebens unter ihnen leiden.
Zu der positiven Tendenz hat auch beigetragen, dass das Rettungswesen besser organisiert ist als früher und die Unfallmedizin große Fortschritte gemacht hat. Zudem kann sich die immer weiter zunehmende Dichte des Autoverkehrs punktuell als Geschwindigkeitsbremse, also auch unfallverhütend auswirken.
Kinder besonders gefährdet
Überhöhte Geschwindigkeit ist zwangsläufig die größte Gefahr, das liegt schlicht an physikalischen Gesetzen und den Grenzen der menschlichen Reaktionsfähigkeit. Ein Tempolimit auch auf Autobahnen könnte zusätzlich einige Leben retten, haben bisher alle Tests ergeben.
Dass zunehmend Kinder mit dem Fahrrad verunglücken, muss zu denken geben. Generell und für alle Altersgruppen gilt, dass der Radverkehr größere Förderung verdient - aus gesundheitspolitischen Gründen, aber auch, weil das Auto in den Städten längst an seine Grenzen stößt.
Dabei zeigt sich immer mehr, dass die Trennung von Auto- und Radverkehr kontraproduktiv ist. Die abgetrennten Radwege gefährden Fußgänger und führen für Autofahrer oft zu unübersichtlichen Situationen.
(SZ vom 14.07.2006)