Der japanische Autobauer zwängt seinen Bestseller Yaris in einen Trainingsanzug, päppelt ihn mit 133 Pferdchen hoch und nennt das Ganze dann TS: Toyota Sport. Doch der Kompakt-Japaner hat keinen echten Spaß an der Turnstunde.
Wenn auf einer Pressekonferenz Sätze fallen wie "Dieser Wagen ist weniger ein Bodybuilder, sondern eher ein Athlet", dann beginnt man schnell zwischen den Zeilen zu lesen. Übersetzt heißt das ungefähr: "Wir wissen ja selber, dass der Motor keine Wucht ist, aber jetzt ist das Ding nun mal da." Also sprachen die Toyota-Leute bei der Vorstellung des neuen TS lieber über die Verkaufszahlen des Yaris in Deutschland. Und die können sich sehen lassen - fast 32.000 der knuffigen und praktischen Kompakt-Japaner fanden im vergangenen Jahr ihre Käufer.
Der Toyota Yaris TS bleibt auch in schnellen Kurven gut beherrschbar. (© Foto: Toyota)
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Dem neuen Top-Modell TS fehlt dagegen schlicht und einfach der Biss. Er schöpft aus 1,8 Litern Hubraum 133 Pferdestärken und bietet 173 Newtonmeter Drehmoment, die bei 4400 Touren anliegen.
Der Peugeot 207 THP zum Beispiel schafft mit seinen 150 - allerdings Turbo-geladenen - Pferdchen ein Drehmoment von 240 Newtonmetern, das deutlich früher anliegt und über ein breites Drehzahlspektrum zur Verfügung steht. Dabei verbraucht der Turbo-Franzose nicht mehr als der Yaris TS und stößt genau so viel CO2 pro Kilometer aus (zwei Gramm weniger, um genau zu sein). Sogar der Suzuki Swift Sport mit seinen 125 PS und weniger Drehmoment als der Yaris liefert beim Gasgeben mehr Dampf.
Sportsgeist hat es schwer
Erst wenn der Toyota auf Touren gebracht wird, ist so etwas wie Durchzug zu spüren. Für den Sprint von Null auf 100 km/h nimmt sich der Japaner 9,3 Sekunden Zeit.
Das ESP klopft dem Fahrer recht früh auf die Finger. In flotten Kurven verlieren die Vorderräder gelegentlich kurz die Traktion. Beim Anfahren lässt sich die Kraft dagegen gut auf die Straße bringen.
Auf einen kernigen Motorensound muss man leider komplett verzichten. Dafür hält sich aber die Lautstärke in Grenzen, und die 1,8-Liter-Maschine erfreut mit einer großen Laufruhe.
Einen sechsten Gang sucht man vergebens. Die Kraftübertragung läuft über ein manuelles Fünfganggetriebe, das mit seinen langen Wegen allerdings kaum sportliche Ambitionen weckt.
Wenig zu meckern gibt es am Fahrwerk. Der TS ist etwas tiefer gelegt und straffer abgestimmt als der normale Yaris. Er bleibt auch in schnellen Kurven gut beherrschbar. Gleichzeitig ist die Federung nicht so hart, dass jeder Ausflug über eine Bodenwelle zur Qual würde.
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