Tankstellen-Streik in Italien "Jetzt bis nach Rom - da wäre mir unwohl"

Noch bis Freitag streiken italienische Tankstellenbetreiber. Manuela Silja arbeitet an der österreichischen Tankstelle Brennersee, der letzten vor der Grenze. Dort holen sich Urlauber, die über den Brennerpass in den Süden wollen, den wohl letzten Sprit für viele Kilometer.

Ein Interview von Martin Zips

Schon im Jahr 1430 sollen jährlich 6500 Frachtwagen diesen Weg über die Ostalpen genommen haben. Heute wälzen sich in der Ferienzeit täglich Zehntausende Urlauber über den Brenner. Wer allerdings nicht spätestens an der Tankstelle "Brennersee" seinen Tank aufgefüllt hat, dem könnte diesmal der Sprit ausgehen. Entlang der italienischen Autobahnen nämlich streiken noch bis Freitagmorgen die Tankstellenbetreiber. Manuela Silja arbeitet an der Tankstelle Brennersee, der letzten vor der Grenze nach Italien.

SZ: Frau Silja, merken Sie am Brennersee schon etwas von dem Streik?

Manuela Silja: Allerdings. Sie glauben gar nicht, wie viel hier gerade los ist. Es bilden sich Schlangen. Das kommt bei uns sonst selten vor. Gut, es heißt ja, dass in Italien eine Art Notversorgung an ausgewählten Tankstellen bis Freitagmorgen um 6 Uhr sichergestellt ist. Dann soll der Streik wieder beendet sein. Und auch vier Autobahntankstellen in Südtirol sollen verpflichtet worden sein, während des Streiks zu öffnen. Aber wenn ich jetzt nach Rom oder noch weiter südlich runterfahren müsste, dann wäre mir schon ein bisschen unwohl.

Was ist der häufigste Satz, den Sie von deutschen Touristen hören?

Generell? Am häufigsten höre ich den Satz: "Warum ist das Benzin so teuer bei Euch?"

Aha. Und was antworten Sie?

Na, dass das Benzin in Italien noch teurer ist. Deshalb streiken die Kollegen dort ja. Sie wollen, dass die Mineralölsteuer gesenkt wird. Und sie sind gegen den Urlaubs-Aufschlag, den die italienischen Mineralölkonzerne verlangen. Gut, im Vergleich zu Österreich kostet der Liter gut 30 Cent mehr.

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Und wo tanken Sie?

Immer in Österreich. Aber wohnen tu ich schon auf der italienischen Seite, unten in Sterzing. Heute, da alles Europa ist, kann man sich das ja aussuchen. Erinnern Sie sich noch, wie es früher war? Wo man stundenlang vor dem Schlagbaum warten musste, bis man von den Zöllnern endlich durchgewunken wurde?

Stimmt. Und das in einer Gegend, in der der Winter neun Monate dauert.

So ist das auf 1300 Metern Höhe.

Heute kann man einfach durchfahren, ans Meer.

Volltanken bitte nicht vergessen.