Ein pfeifender Turbolader und viel Platz für das Gepäck
(SZ vom 10.02.1993) Ein deutliches Nord-Süd-Gefälle hat Subaru zu verzeichnen: Im Süden Deutschlands, besonders in Bayern, werden erheblich mehr Fahrzeuge dieser Marke, die sich den Allradantrieb auf die Fahnen geschrieben hat, verkauft als in den nördlichen Gefilden der Republik. 17 000 Autos konnte Subaru im vergangenen Jahr in Deutschland absetzen - etwa die Hälfte davon entfielen auf die Limousine Legacy, 25 Prozent auf den Kleinwagen Justy. Der Rest verteilte sich auf den Kleinbus Libero, die L-Serie und das Sportcoupé SVX, das Subaru eher als Imageträger denn als Massenware sieht. Vom SVX wurden auch nur 300 Exemplare verkauft, heuer sollen es 100 mehr werden. Von diesem Jahr an will Subaru auch die Golf-Klasse mit dem Impreza besetzen (siehe den Kasten unten.
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Pompöser Name
Doch bis der demnächst auf die deutschen Straßen rollt, müssen wir mit den diversen Legacy- und Justy-Varianten Vorlieb nehmen. Gerne erinnern wir uns an den Legacy Turbo Super Station, hinter dessen pompösen Namen sich ein äußerlich schlichter, aber effektiver Kombi verbirgt. Die 147 kW (200 PS), die der 2,0-Liter-Motor entwickelt, werden von einem permanentem Allradantrieb auf die Straße gebracht. Damit sind fulminante Fahrleistungen möglich: Der Spurt von Null auf 100 km/h dauert gerade einmal 7,0 Sekunden, dem Vorwärtsdrang wird erst bei 220 km/h ein Ende gesetzt. Der Kraftstoffverbrauch beträgt nach Werksangaben im Drittelmix 9,6 Liter auf 100 Kilometer, was ein eher theoretischer Wert sein dürfte. Mit diesem Leistungspotential liegt der Legacy ganz im Trend der modernen Kombis, die mehr als nur Nutzfahrzeuge sein wollen - nämlich Imageträger.
Trotzdem: Der Kofferraum ist geräumig, eben und gut aufgeräumt, die Ausstattung funktionell und im großen und ganzen komplett. Alles paletti? Ja, wenn da nicht dieser Turbolader wäre. Nicht, daß er über das berüchtige Turboloch geböte - die Kraft wird von etwa 2800/min an zwar merklich heftiger, aber nicht unangenehm überraschend zur Verfügung gestellt. Was nervt, ist das pfeifende Geräusch des Laders - irgendwie wird man das Gefühl nicht los, mit einem Staubsauger unterwegs zu sein. Aber das ist ja nicht das Schlechteste, wenn man viele Kilometer 'schlucken' muß. Zu schlucken hat man allerdings auch am Preis von 56 500 Mark.
Von Otto Fritscher