Pfiffiges Design und Allradantrieb zu Preisen ab 25 000 Mark

(SZ vom 24.02.1993) Seit dem Abgang des Turismo vom deutschen Markt klafft im Modellprogramm von Subaru seit Jahren genau dort eine Lücke, wo die Absatzchancen am größten sind: in der Golf-Klasse. Der Justy spricht die Kleinwagenfahrer an, der Legacy tritt in der gehobenen Mittelklasse an - und der Sportwagen SVX teilt mit nur wenigen Hundert verkauften Exemplaren das Schicksal eines Mauerblümchens. Im Marktsegment, in dem sich Golf, Opel Astra, Honda Accord oder Fiat Tipo tummeln, meldete Subaru bislang Fehlanzeige - doch das wird sich im Mai ändern, wenn der Impreza auf Käuferfang geht. Die 4,35 Meter lange Karosserie kommt zwar modisch gerundet daher, ohne sich jedoch zu sehr am vermeintlichen Geschmack der Zeit anzubiedern. Er ist in zwei Varianten erhältlich: als konventionelle Stufenhecklimousine oder als Fließheck-Variante, die allerdings wie ein Kombi aussieht.

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Als Antriebsquellen stehen zwei Motoren zur Wahl: ein 1,6-Liter-Vierzylinder, der 66 kW (90 PS) leistet, und ein 1,8- Liter-Aggregat, das 76 kW (103 PS) mobilisiert. Beide Maschinen sind keine kompletten Neuentwicklungen, sondern vom 1,8-Liter-Motor abgeleitet, der im Legacy seit Jahren Dienst tut. Bei der Frage nach einem Dieselmotor gehen bei den japanischen Technikern die Mundwinkel nach unten - sie halten Selbstzünder für zu wenig sportlich. PS-Fetischisten könnte Subaru mit der in Japan angebotenen Turbo-Version bedienen, die 176 kW (240 PS) leistet. Allerdings ist man sich bei Subaru Deutschland bewußt, daß dieses Auto nicht unbedingt imageförderd ist: 'Hoffentlich läßt die deutsche Markteinführung noch möglichst lange auf sich warten,' hofft Geschäftsführer Bernd Schoder. 3500 Einheiten möchte Subaru noch heuer in Deutschland verkaufen.

Wie fährt sich nun der Impreza? Auf ersten, kurzen Fahrten erwies er sich als problemloses Auto, das auch mit dem 1,6- Liter-Motor völlig ausreichend motorisiert ist. Die erzielbare Höchstgeschwindigkeit beträgt 166 km/h, wenn es unbedingt sein muß, sprintet der Impreza in 13,6 Sekunden von Null auf 100 km/h. Der Kraftstoffverbrauch beträgt nach Werksangaben 8,5 Liter auf 100 Kilometer im Drittelmix, während sich der 1,8-Liter- Motor 0,3 Liter mehr gönnt. Die optional erhältliche Automatik ermöglicht zwar ein besonders entspanntes Fahren, hinterläßt aber insgesamt einen etwas trägen Eindruck. Besonderen Wert haben die Konstrukteure auf die Lärmdämmung gelegt - und diese ist in der Tat gut gelungen: Auch bei Autobahntempo kann man sich unterhalten, ohne die Stimme anheben zu müssen. Die Kraft wird mit einem permanentem Allradantrieb auf die Straße gebracht. Weniger gefallen hat uns, daß ein Airbag erst Anfang 1994 erhältlich sein wird und daß ABS aufpreispflichtig ist. Die genaue Summe steht noch nicht fest - ebenso wenig wie die endgültigen Preise. Die Spanne reicht je nach Motorisierung und Ausstattung von etwa 25 000 bis 33 000 Mark.

Ob sich der Impreza (der Name ist ein Kunstwort und soll etwas mit beeindrucken zu tun haben) zu einer beeindruckenden Größe entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Nur in Israel hat sich Subaru nicht selbst unter Erfolgszwang gesetzt: Dort heißt der Impreza Grand Leone.

Von Otto Fritscher

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