Nichts scheint so schwer, wie der Ursache eines Staus auf den Grund zu gehen. Verkehrsforscher haben nur einen Rat parat: zügig auf den Stau zufahren.
Nur die wenigsten wissen, dass sie, wenn sie auf der Autobahn dahinfahren, auch wissenschaftlich arbeiten. Sie sind winzige Rädchen (metaphorisch gesprochen, das hat nichts mit der Reifengröße ihres Hobels zu tun) einer Maschine namens Nagel-Schreckenberg-Modell. Das ist keine richtige Maschine, sondern eine von den Festkörperphysikern Kai Nagel und Michael Schreckenberg vor Jahr und Tag ersonnene Computersimulation.
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Die Festkörper, die sich darin tummeln, sind die Autos, und da das Modell den Zusammenhang zwischen Dichte und Fluss des Straßenverkehrs mathematisch darstellt, ist es auch in der Lage, den Stau zu erklären. Weil er, wie alle bezeugen können, aus dem Nichts kommt, hat man ihn lange für etwas Schicksalhaftes, Numinoses gehalten. Seit Nagel/Schreckenberg weiß man's besser: Staus rühren daher, dass ganz vorn einer bremst, der hinter ihm ebenfalls, nur schärfer, und so fort, bis sie im Radio sagen, dass von Würzburg-Randersacker bis Würzburg-Heidingsfeld rein gar nichts mehr geht.
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@paul2001: Meine Behauptung, ein Tempolimit wäre hilfreich ist nicht (allein) meine Meinung. Sehen Sie sich einfach mal ein wenig (oder besser auch genauer) die Ergebnisse des Lehrstuhls für die Physik von Transport und Verkehr der Uni Duisburg-Essen an. Und ja: Auf den ersten Blick klingen Ihre Argumente schlüssig (wenn nicht, hätten wir längst ein Tempolimit).
@michaweiss: Ja, Straßentransporte sind zu billig. (Und das ist jetzt meine Meinung, wissenschaftliche Daten DAZU müsste ich erst recherchieren).
die nicht unerhablich zu Staus beitragen. Kolonnen blockieren die rechte Fahrbahn auf Kilometer, bei 2-spurigen Bahnen bleibt dem PKW nur die rechte Spur. Bei einem hohen Verkehrsaufkommen ballt sich logischerweise der Verkehr auf dieser Bahn. Kommt dann noch ein unsägliches Elefantenrennen dazwischen ist es aus mit dem fliessenden Verkehr.
Es ist unbedingt nötig mal darüber nachzudenken, wie man den LKW Verkehr von der Strasse bringt. Es ist völliger Blödsinn, dass ein Tieflader mit 6 gebrauchten PKW´s von österreich nach Portugal fährt. Die PKW´s können sehr gut mit der Bahn verfrachtet werden. So gibt es tausende von unnötigen LKW-Fahrten jeden Tag, einschließlich der umweltverschmutzenden Warteschleifenfahrerei aus SIcherheitsgründen bei Just-In-Time Anlieferungen.
Das gesamte Konzept in diesem Bereich muss überarbeitet werden. Anscheinend scheint aber die LKW-und SPeditionslobby sehr mächtig zu sein, denn dieses Thema scheint unsere Verkehrspolitiker und Verbände wenig zu kümmern.
LKW´s auf Landstrassen im Transit gehören verboten. LKW´s in Ballungsräumen während der Rushour ebenso. Transit gehört auf die Bahn, dazu muss das Bahnnetz entsprechend geändert werden.
Natürlich wird das Geschrei groß sein, aber es wird funktionieren, denn der Markt regelt sich immer aus. Die Schweiz und österreich machen es ja teilweise vor. Erst ein rießen Geschrei der Speditionen, jetzt läufts doch.....
.. aber wie gesagt: ich glaube nicht dass wir eine LKW-Diskussion in Gang bekommen die nachhaltige drastische änderungen mit sich bringt. Wir werden uns weiterhin mit LKW´s auf Autobahnen rumschlagen und stauen müssen.
Is ja lustig wie immer das Neidargument ausgepackt wird... hammer... ihr seid lustig...
Ja... wir Kleinwagenfahrer wünschen uns ein Tempolimit auf Deutschen Autobahnen, weil es uns stinkt das die BMW´s immer viel schneller an uns vorbeiziehen als wir je fahren könnten... mhhhhm.... wir sind jaaaa soooo Rücksichtslos und wollen den richtigen Autofahrern den spass rauben.
O.K. deal: Ihr dürft so schnell fahren wie ihr wollt, dafür zieht ihr nicht mehr von der Linken Spur auf die Autobahnausfahrt, schneidet keine Leute und drängelt nicht mehr euren Vordermann, worauf dann ein riskantes Landstrassenüberholmanöver folgt weil ihr findet der vor euch ist jetzt 10 Km/H zu langsam ist.
Von wegen Fahren mit Rückspiegel. Ihr würdet doch am liebsten an der Ampel die Tür aufreissen wenn ein Moped an euch vorbeituckert.
Aber denkt euch nichts, wenn ich mich aufs Motorrad setze, ärgere ich mich auch über eure Langsamkeit und das ihr chronisch versucht zu verhindern das ihr überholt werdet. Oder noch schöner, ihr uns garnicht bemerkt, weil ihr gerade beschäftigt seid euren Vorderman zu gängeln.
Ihre Meinung:
" Ein Tempolimit ist hilfreich, so dass (möglichst) alle gleich schnell fahren. Im Durchschnitt wären alle viel früher am Ziel, obwohl viele etwas und einige deutlich langsamer fahren müssten."
Ihre Meinung grenzt an Wunderglauben,
wenn alle (im Schnitt) langsamer fahren kommen natürlich alle später ans Ziel.
Limitierend und staubildend ist immer das langsamste Fahrzeug auf der linken Spur.
Diese simple Weisheit ist der einzige Grund für ein LKW-Fahrverbot, bzw. LKW-Überholverbot.
Tempolimits ohne Not, wie immer wieder gefordert wird, halte ich für ein eher spychologisches Phänomen einer Mehrheit gegenüber einer Minderheit, vulgo Neidreflex,
der mit allerlei wissenschaftlichen Scheinargumenten verschleiert wird.
Ich fahre auch auf der Autobahn mit Rückspiegel und wenn da ein schnelleres Fahrzeug kommt, habe ich nicht das geringste Problem so schnell wie möglich nach rechts Platz zu machen, selbst wenn ich dafür meinen Fuß mal vom Gas nehmen muß.
... ja freilich. Naheliegend, jedem (bei Nachdenken) eigentlich klar und längst erforscht: Homogener Fluss ist (in diesem Fall) am effizientesten. Also: Ein Tempolimit ist hilfreich, so dass (möglichst) alle gleich schnell fahren. Im Durchschnitt wären alle viel früher am Ziel, obwohl viele etwas und einige deutlich langsamer fahren müssten. Aber darum geht es beim Verkehr ja wohl nicht - so zumindest mein Eindruck auf den Straßen. Es geht um Ersatzbefriedigung, Verschiebung, Rangkämpfe und andere archaische Verhaltensweisen, die uns seit Freud so schön erklärt werden. Und: es geht auch um Gewinnmaximierung der Autowirtschaft. Zu viele Lobbies, zu viel Urinstinkt. Vergesst effizientes Fahren ...
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