Skoda Yeti 1.8 TSI Der Berg ruft

Skoda gönnt sich zur Abwechslung mal ein Spaß-Auto: Der Yeti könnte VW Tiguan und Konsorten das Leben schwer machen.

Von Sebastian Viehmann

Niemand weiß, was sich hinter dem geheimnisvollen Schneemenschen verbirgt. Eines ist der Yeti aber gewiss nicht: Eitel. Statt für Touristen zu poussieren, bemüht er sich, nicht gesehen zu werden. Wäre der Yeti ein Skifahrer, würde er nicht zu denen gehören, die sich nach zwei Abfahrten schon in Schale werfen und in der Bergdisco durchfeiern. Er würde wohl eher bis zum letzten Lift auf der Piste bleiben und dann in eine kleine gemütliche Hütte einkehren.

Wäre der Yeti ein Skifahrer, würde er wohl bis zum letzten Lift auf der Piste bleiben und dann in eine kleine gemütliche Hütte einkehren.

(Foto: Foto: Škoda)

So gesehen hat der neue Škoda einen durchaus passenden Namen, fernab aller durchgestylter Kunstwörter. Der Wagen wirkt bodenständiger als viele SUV-Panzer, guckt mit seinen Kulleraugen auch nicht allzu aggressiv in die Welt - und doch ist er Škodas erster Ausflug ins Lifestyle-Segment. "Dieses Auto ist nicht unbedingt nur auf die Grundbedürfnisse des Fahrers ausgerichtet", sagt Škoda-Chef Reinhard Jung. Dass er für mehr taugt als fürs urbane Cruisen, zeigen schon die stattliche Bodenfreiheit von 18 Zentimetern und die Schutzbeplankungen rundum.

Dass der neue Škoda statt dramatischer Rundungen ein eher nüchternes, fast schon kastenförmiges Design aufweist, kommt den Passagieren zugute. Sowohl vorn als auch auf der Rückbank ist das Platzangebot üppig. Die Rücksitze lassen sich umklappen, in Querrichtung verschieben und auf einer Raste auch in der Länge verstellen, so dass man den Gepäckraum erweitern kann - freilich auf Kosten der Kniefreiheit im Fond. Der Laderaum variiert damit von nicht gerade üppigen 405 Litern bis zu 510 Litern. Die Sitze lassen sich auch ganz ausbauen, dann stehen bis unters Dach 1760 Liter Gepäck zur Verfügung. Ärgerlich ist die hohe Ladekante, über die man das Gepäck wuchten muss.

Mit vier Personen an Bord kann man den mittleren Sitz nach vorn klappen und hat dann eine Kombination aus gepolsteter Armlehne und Becherhaltern. Die vordere Mittelkonsole ist allerdings nicht sehr praktisch. Die Getränkehalter sind so schmal, dass nur kleine Fläschchen hinein passen, und der Zigarettenanzünder ist so weit von der Windschutzscheibe entfernt, dass man das Kabel für ein mobiles Navigationssystem am Ganghebel entlang führen muss.