Besonders im Winter sieht es mit der Sicherheit bei gemieteten Autos oft nicht gut aus. Nur jeder dritte Wagen ist mit Winterreifen ausgerüstet.
Mietwagen sind von unseren Straßen längst nicht mehr wegzudenken - für Mobilität am Urlaubsort, als Übergangsfahrzeug während der Inspektion oder schlicht als Verkehrsmittel zum Flughafen.
Gefährlich unterwegs: Mietwagenanbieter rüsten in der Regel nur einen Teil ihrer Fahrzeuge auf Winterreifen um. (© Foto: ddp)
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Jüngst untersuchte der Auto-Club Europa (ACE) die Mietwagenbranche und kam zu einem erschreckenden Ergebnis: Gerade einmal jeder dritte Mietwagen ist in der kalten Jahreszeit mit Winterreifen unterwegs. Die Vermieter verweisen auf eine fehlende gesetzliche Regelung und den logistischen Aufwand, der entsprechende Kosten verursache.
Bei der Buchung im Internet oder per Telefon wird auf die Ausstattung mit Sommerreifen meist nicht hingewiesen. Oftmals gibt es nicht einmal bei der Übernahme den wichtigen Hinweis. Wer auf Winterreifen besteht, schaut häufig in die Röhre.
Erhöhte Unfallgefahr
Egal, ob Miet-Konzerne wie Sixt, Europcar, Avis oder die kleine Mietfirma um die Ecke: Die meisten Leih-Autos rollen auf Sommerreifen. Und mit den sommerlichen Pneus gibt es bei Schnee und Eis meist kein Halten mehr.
Die Unfallgefahr steigt deutlich. Wer Winterreifen bestellt, kann nicht einmal sicher sein, welche zu bekommen. Schließlich ist die Option in den meisten Fällen nicht verbindlich. "Nach Verfügbarkeit" ist ein wenig Vertrauen erweckender Hinweis.
"Für Kunden, die eine Winterbereifung wünschen, ist eine vorherige Reservierung mit Bestätigung ratsam", zitiert der ACE Caroline Oberheide, Pressesprecherin der Firma Hertz.
Dass die Winterreifen zudem oftmals nur mit Aufpreisen von bis zu 15 Euro oder erst ab bestimmten Fahrzeugklassen geordert werden können, darf durchaus als dreist verstanden werden.
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Probleme beim Berliner Flughafen lange bekannt
Ein von einem professionellen Autoverleih zur Verfügung gestelltes Fahrzeug muss stets mit einer an die Jahreszeit angepassten Bereifung ausgestattet sein. Ein Aufschlag für Winterreifen ist nach einem Urteil des Amtsgerichts Landau unzulässig.
(Az.: 3 C 311/07)
In dem Streitfall forderte eine niederbayerische Autovermietung nach der Rückgabe eines Pkw zusätzliche 121,80 Euro für die Ausrüstungen des ausgeliehenen Wagens mit Winterreifen. Der Kundin war eine gesonderte Umrüstung nicht angeboten worden und ihr war die Zusatzleistung bei Vertragsabschluss auch nicht aufgefallen. In dem Formular der Verleihfirma tauchte dafür unter einer Ziffer 55 Div lediglich der Eintrag WR auf.
Nach Auffassung des Gerichts kann ein Kunde bei der Pkw-Anmietung im Januar im östlichen Niederbayern darauf vertrauen, dass das Fahrzeug mit einer ordnungsgemäßen, verkehrssicheren und der Jahreszeit angepassten Bereifung ausgestattet ist. Entsprechend müssen die Kosten für eventuell montierte Winterreifen bereits im Grundmietpreis enthalten sein und dürfen nicht zusätzlich in Rechnung gestellt werden.
Ich kann hier nur zustimmen. Habe bei Europcar eine Online-Buchung vorgenommen und am nächsten Tag einen freundlichen Anruf von einer Europcar-Mitarbeiterin erhalten mit der Frage: Ob ich denn wirklich mit Sommerreifen fahren will ? (aktuelles Wetter: -3° C, Schnee, glatte Straßen) Natürlich will ich nicht mit Sommerreifen fahren, was für eine blöde Frage !
Dass letztendlich 12 extra für Winterreifen ( Kompakt-Klasse) fällig werden, erfährt man erst am Telefon.
Auf der Webseite in der Buchungsmaske ist nirgends ein Hinweis für die notwendige Aufrüstung bzw. die Fährlässigkeit bei Unterlassung zu finden ! Das finde ich dreist und letztendlich eine Abzocke...