Serienversion des Mission E Porsche will Tesla Konkurrenz machen

Die Elektroauto-Studie Porsche Mission E debütierte im September auf der Frankfurter IAA.

(Foto: AFP)
  • Der Porsche-Aufsichtsrat hat den Bau eines Autos mit reinem Elektroantrieb beschlossen.
  • Die Serienversion der IAA-Studie "Mission E" soll spätestens 2019 auf den Markt kommen, 600 PS haben und in 3,5 Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigen.
  • Porsche will mehr als eine Milliarde Euro investieren und im Stammwerk Zuffenhausen 1000 neue Arbeitsplätze schaffen.
Von Max Hägler

Der Stuttgarter Autobauer Porsche plant eine deutsche Antwort auf den US-Sportwagen Tesla. Die Kalifornier sind erst seit wenigen Jahren mit ihren teuren Autos auf dem Markt, doch sind sie das, was manche "ökoschick" nennen: teuer, schnell - und vor allem elektrisch angetrieben und deswegen ziemlich angesagt.

Nun hat der Porsche-Aufsichtsrat grünes Licht für das "Mission E" genannte Konkurrenz-Projekt gegeben. Etwa eine Milliarde Euro sollen für die Entwicklung und den Start dieser siebten Baureihe investiert werden, die am Stammwerk in Zuffenhausen vom Band laufen soll. In dem Werk sollen mehr als 1000 neue Arbeitsplätze entstehen, eine Lackiererei und eine Montagehalle werden gebaut und das bestehende Motorenwerk wird erweitert. Der Bau des Viertürers wird dem Vernehmen nach spätestens im Jahr 2019 starten.

Die Anforderungen an den Wagen seien hoch, deswegen brauche man noch ein wenig Zeit zur Entwicklung, heißt es bei Porsche: Das Auto wird 600 PS stark sein, aus dem Stand in weniger als 3,5 Sekunden auf 100 Kilometer pro Stunde beschleunigen und mit einer Ladung mehr als 500 Kilometer weit fahren können.

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Ladezeit von wenigen Minuten

Die deutschen Autobauer haben lange gezögert, im Luxussegment Elektroantriebe anzubieten. BMW und Mercedes setzen etwa immer noch meist auf Hybrid-Lösungen, also Elektrowagen, die mindestens einen kleinen Verbrennermotor mit an Bord haben; Tesla ist hingegen rein elektrisch angetrieben. Auch Porsche war lange zögerlich; dort gilt, was der langjährige Chef Matthias Müller - seit September Volkswagen-Vorstandsvorsitzender - einst als Losung ausgegeben hat: Ein Elektro-Porsche muss "mindestens von München bis zum Gardasee" kommen ohne Nachladen, sonst bringt das nichts. Dies scheint nun geklärt.

Zudem will Porsche unter dem neuen Vorstandschef Oliver Blume bei seinem wohl mindestens 100 000 Euro teuren Elektrowagen auch das schwierige Problem des Ladens komfortabler gestalten: Mit einer eigens entwickelten Ladeeinheit sollen die im Unterboden des Fahrzeugs verbauten Lithium-Ionen-Batterien schon nach 15 Minuten Ladezeit wieder für 80 Prozent der Reichweite zur Verfügung stehen - und sie lassen sich gegebenenfalls kabellos per Induktion "betanken".

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