Dank Straßenzulassung darf man den Segway, ein vergnügliches Elektro-Mobil aus den USA, auch hierzulande fahren.
Erst mal herrscht Stillstand. Das muss so sein, denn: "Erst nach der Einweisung durch einen Instruktor dürfen Sie auf der Straße fahren", lautet die strenge Anweisung in den Betriebsunterlagen dieses auf den ersten Blick merkwürdigen Geräts. Der Instruktor in Gestalt einer freundlich lächelnden Dame nimmt dem Befehl aber gleich die Schärfe: "Keine Angst, es ist so einfach, als würden Sie auf eine Treppenstufe steigen."
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So dynamisch und elegant kann Segway-Fahren aussehen. (© Foto: Segway)
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Eine Treppenstufe mit zwei Rädern
Die hat gut reden, denn das ist leichter gesagt als getan. Denn diese Treppenstufe hat zwei große Räder und heißt Segway Personal Transporter - ein Hightech-Roller mit Elektroantrieb. Das Versprechen des Herstellers besagt, dass sich das Gerät selbst ausbalanciert und jeder Körperbewegung des Fahrers intuitiv folgt; trotzdem drängt sich die Frage auf: Muss nicht doch ich das Gleichgewicht halten? "Nein", so die Instruktorin, "das macht das Gerät für Sie. Einfach aufsteigen, gerade stehen, der Technik vertrauen und losrollen." Und tatsächlich: Kaum ist die Körperspannung aufgebaut und sind die Knie durchgedrückt, stehen der Segway und ich völlig stabil. Dafür sorgen fünf Gyroskope und zwei Kreiselsensoren, die 100 Mal pro Sekunde die Körperposition und den Untergrund während der Fahrt messen.
Zum Fahren - und jetzt geht es wirklich los - beuge ich mich leicht nach vorne; und so intuitiv wie versprochen folgt der Segway meiner Körperbewegung und rollt los. Ich lehne mich leicht nach hinten, und schon bremst er. Lehne ich mich stärker nach hinten, bremst er auch stärker. Zum Lenken reichen leichte Körperneigungen nach links oder rechts.
Nach wenigen Minuten beherrsche ich die Drehung auf der Stelle - damit ist der Segway um vieles wendiger als jedes andere Gefährt. Und schon wenige Kilometer später sind Auf- und Absteigen, Vollbremsungen wegen verblüfft stehenbleibender Radfahrer und dann notwendige Slalomkurse drum herum kein Problem mehr. Ein Tipp: Wer Skifahren oder Eislaufen kann, ist im Vorteil; dann wedelt es sich noch schneller auf den zwei Rädern.
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- Elektroroller Segway Roller-Kommando Segway 29.07.2009
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Kuriose Schilder (4)
Welche weltfremden Oberschlaumeier haben sich diese unsinnige Vorschrift ausgedacht?
Wie bitteschön soll ich in der Praxis vor Ort erkennen, ob ich mich nun auf einer Gemeinde-, Kreis-, Land- oder Bundesstraße befinde? Nicht einmal in Straßenkarten werden solche Unterschiede angegeben. Oder muss ich jetzt wie beim Fliegen durch entsprechende Recherchen erst mal meine Fahrtstrecke genau planen und bei den Behörden um Auskünfte bitten.
Genau: die Behörden sollte man mit Anfragen überfluten, um den Gesetzesbastlern mal die Augen aufzumachen, welchen wirklichkeitsfremden, unpraktikablen Unsinn sie da produziert haben.
Weiterer Unsinn: Man darf also außerhalb geschlossener Ortschaften auf Radwegen fahren. Was aber, wenn der Radweg plötzlich aufhört? Ein Segway ist nicht breiter als ein Fahrrad (mit aufsitzendem Fahrer), also warum sollte man dann nicht auf der Straße - wie ein Radfahrer - weiterfahren dürfen?
Laut KVR darf der Segway in München nur auf Radwegen benutzt werden, die für Mofas freigegeben sind.
Vom Verständnis des Herstellers her gehört so ein Ding auf die Bürgersteige oder in die Fußgängerzonen (als Fußgänger würde ich mich aber bedanken, wenn so ein Ding mit dreifacher Schrittgeschwindigkeit an mir vorbeirauscht). Doch genau dorthin darf der Segway nicht (aus nachvollziehbaren Gründen), sondern wird zusammen mit den Fahrrädern auf Straße oder Radwege verbannt. Ich hab zwar keine Hemmung, mit dem Rad auf einem Radweg zu fahren -- aber mit einem Segway auf der Straße? Nein danke!
Fazit: Wo man gerne möchte, darf man nicht, wo man darf, da möchte man nicht -- was soll das Teil?
(PS: für 6000 Euronen bekomme ich zwei Super-duper-Pedelecs...)
Ich bin es mal auf einer Messe gefahren und war sofort begeistert!
Aber kaufen würde ich es mir nicht (es sei denn ich weiß nicht mehr wohin mit dem ganzen Geld).
Es ist mir für den Alltag zu unpraktisch. Es muss regelmäßig an die Steckdose. 6000 lässt man auch nicht einfach auf der Straße stehen und ins Büro werde ich es kaum mitnehmen können. Ins Auto passt es auch nicht ohne weiteres!
Da haben sich die Zulassungsbehörden ja ganz schön einlullen lassen: der/die/das Segway ist ein KRAFTfahrzeug, nichts anderes. Auf Radwegen hat es - solange die Radwegbenutzungspflicht nicht aus der StVO gestrichen ist - beileibe nichts verloren. Und keine Helmpflicht? Naja, würde dem Fahr-"Genuss" ja auch abträglich sein. Aber Radfahrern wird die Haube bei jeder sich bietenden Gelegenheit - man braucht nur diese stets unmöglichen Unfallhergänge im Münchner Polizeibericht lesen (1) - aufgeschwatzt.
Nun, ich fahr weiterhin Fahrrad, in Zukunft dann noch seltener auf Radwegen, denn die sind ja von solch komischen Fahrzeugen blockiert. Schneller und ökologischer ist Radfahren sowieso.
(1) da stehen so Dinge wie "der verunfallte Radfahrer brach sich den Arm - er trug keinen Helm".
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